Kirche vor Ort

Trauer um Pater Peregrin Freymadl

Pfarrverband Eichendorf am 04.01.2025

Wegkreuz schwarzweiss Monika Zieringer

Der Pfarrverband trauert um Pater Peregrin Maria Albert Freymadl ofm. Der gebürtige Eichendorfer verstarb am 14.12.2024. Im Folgenden finden Sie den Nachruf des Sterbebildes sowie ein Gebet für den Verstorbenen.

Pilger des Herrn – Ein Nachruf

Pere­grin, Pil­ger — die­sen Ordens­na­men erhielt Albert Frey­madl, gebo­ren am 10. Novem­ber 1929 in Ei­chendorf in Nie­der­bay­ern, als er 1957 in Diet­furt das Novi­zi­at im Min­der­brü­der­or­den begann. Und er hat sich ein lan­ges Leben hin­durch bewusst als Pil­ger ver­stan­den. In sei­nem völ­lig zer­be­te­ten Bre­vier hat er auf Latein hand­schrift­lich Psalm 39,13 notiert: Schwei­ge nicht, Herr’ Denn ich bin ein Fremd­ling vor dir — und ein Pil­ger! Pere­gri­nus sum apud te!

Tat­säch­lich hat P. Pere­grin vie­le Wege zurück­ge­legt in sei­nen 95 Lebens­jah­ren. Nach dem Abitur in Strau­bing stu­diert er zunächst Rechtswissenschaf­ten, bevor er sich zum Ein­tritt in den Fran­zis­ka­ner­or­den ent­schließt. Er stu­diert in Mün­chen St. Anna Phi­lo­so­phie und Theo­lo­gie, legt dort am 21. Novem­ber 1961 die Fei­er­li­che Pro­fess ab und wird am 22. Dezem­ber 1963 in Mün­chen St. Gabri­el von Weihbi­schof Johan­nes Neu­häus­ler zum Pries­ter geweiht. Die ers­ten Jah­re des jun­gen Pries­ters sind bewegt: 1965 kommt er als Seel­sor­ger nach Amberg, wech­selt ein gutes Jahr spä­ter nach Lands­hut, ist seit Anfang 1970 Reli­gi­ons­leh­rer in Kauf­beu­ren und wird noch Ende des glei­chen Jah­res Kaplan in Mün­chen St. Anna. An den nächs­ten bei­den Sta­tio­nen sei­nes Pil­ger­wegs kann er län­ger ver­wei­len: 1973 wird er als Pfar­rer nach Klos­ter­lech­feld ver­setzt und ist spä­ter auch für die Seel­sor­ge im benach­bar­ten Unter­meit­in­gen ver­ant­wort­lich. Von 1984 bis 1992 arbei­tet er in Bad Tölz als Kur­seel­sor­ger und zeit­wei­lig auch als stell­ver­tre­ten­der Novi­zi­ats­lei­ter. Anschlie­ßend ist er jeweils ein Tri­en­ni­um Guar­di­an, zunächst in Amberg und dann in Frey­stadt, wo er auch den OFS geist­lich beglei­tet. Schließ­lich kommt sei­ne Zeit als Wall­fahrts­seel­sor­ger: ab Herbst 1998 in Vier­zehn­hei­li­gen, seit Herbst 2002 in Göß­wein­stein und ab Herbst 2009 auf dem Engelberg.

Im Som­mer 2022 legt sein fort­ge­schrit­te­nes Alter, er ist inzwi­schen fast 93, den Umzug in die Senio­ren­kom­mu­ni­tät in Ful­da nahe. Obwohl sei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten durch die zuneh­men­den Seh- und Hör­schwä­chen stark ein­ge­schränkt sind, nimmt er treu und inner­lich zufrie­den am Gemein­schafts­le­ben teil, von den Mit­ar­bei­ten­den im The­re­si­en­heim lie­be­voll beglei­tet.
Pil­ger war er, aber doch fest ver­wur­zelt in einer leben­di­gen Fröm­mig­keit. P. Pere­grin war ein gro­ßer Beter und glü­hen­der Mari­en­ver­eh­rer, davon zeugt auch sein zwei­ter Ordens­na­me Maria. Mit Freu­de hat er auf dem Engel­berg die monat­li­chen Fati­ma-Gebets­ta­ge gestal­tet. Wo gibt es denn so was, ein Klos­ter ohne Mes­ser”, reagiert er erstaunt, als im The­re­si­en­heim ein­mal auf­grund gehäuf­ter Krank­heits­fäl­le aus­nahms­wei­se die täg­li­che Eucha­ris­tie­fei­er aus­fal­len muss. Ker­nig und vital ist er in sei­nen jun­gen Jah­ren, spielt eben­so gut Gitar­re wie Fuß­ball, in der Bezirks­li­ga und spä­ter noch im Klos­ter, singt und pre­digt mit kräf­ti­ger Stim­me. Als gro­ßer Freund der Natur ist er ein geüb­ter Berg­stei­ger und hat eine beson­de­re Lie­be zu Kat­zen. Noch mit 90 Jah­ren trifft er sich auf dem Engel­berg ger­ne und regel­mä­ßig mit guten Bekann­ten in gesel­li­ger Run­de.
Shalom, so lau­te­te in den letz­ten Mona­ten, da er fast taub ist, sein regel­mä­ßi­ger Gruß. Zehn Tage vor dem Hei­li­gen Abend hat sich der Advent sei­nes Lebens erfüllt: Er darf die Ankunft des Herrn erfah­ren, zu dem er ein Leben lang als Pil­ger unter­wegs war, und ein­ge­hen in sei­nen Frieden.

Pater Peregrins Sterbebild

Gebet (GL 608,4):

Kommt her­zu, ihr Hei­li­gen Got­tes, eilt ihm ent­ge­gen, ihr Engel des Herrn. Nehmt auf sei­ne See­le und führt sie hin vor das Ant­litz des Aller­höchs­ten.
Chris­tus neh­me dich auf, der dich beru­fen hat, und in das Him­mel­reich sol­len Engel dich gelei­ten.
Nehmt auf sei­ne See­le und führt sie hin vor das Ant­litz des Aller­höchs­ten.
Herr gib ihm die ewi­ge Ruhe, und das ewi­ge Licht leuch­te ihm.
Nehmt auf sei­ne See­le und führt sie hin vor das Ant­litz des Aller­höchs­ten.
Herr, unser Gott, wir emp­feh­len dir unse­ren Bru­der Pere­grin. In den Augen der Welt ist er tot. Lass ihn leben bei dir. Und was er aus mensch­li­cher Schwä­che gefehlt hat, das til­ge du in dei­nem Erbar­men. Durch Chris­tus, unsern Herrn.
Amen.

Weitere Nachrichten

2025 03 30 Kreuzwegandacht KDFB Eichendorf Laetare UA 58
Glaube und Tradition
02.04.2025

Kreuzwegandacht vom KDFB gestaltet

Über zwei Dutzend Beterinnen und Beter - fast aus dem ganzen Pfarrverband - versammelten sich am Nachmittag…

2025 03 28 Bibelkreis Maerz Verlorener Sohn Barmherziger Vater UA 20
Kirche vor Ort
31.03.2025

Verlorener Sohn oder barmherziger Vater?

Da sich genügend Teilnehmer verbindlich dazu über die „Bibelabend-WhatsApp-Gruppe“ angemeldet hatten, traf…

2025 03 25 Kreuzwegandacht Pfarrgemeinderat Eichendorf UA 2
Glaube und Tradition
28.03.2025

Pfarrgemeinderat gestaltete Kreuzwegandacht

Mit Ausnahme des Palmsonntags wird in der Eichendorfer Pfarrkirche St. Martinus jeden Sonntag in der…

2025 03 22 Inspektion Kirchenorgel Eichendorf Hecht Reinhard Schmaus Daniela Orgelhaus im Stiftland UA 13
Kirchenmusik
26.03.2025

Die neue elektronische Kirchenorgel inspiziert

Am vergangenen Samstag (22.03.2025) waren die beiden Inhaber des Orgelhauses im Stiftland auf der Empore der…