Die Kirche trauert um den emeritierten Papst Benedikt XVI. Der gebürtige Oberbayer starb am 31. Dezember 2022 im Alter von 95 Jahren. Wir werfen einen Blick zurück auf sein bewegtes Leben, das in Marktl im Bistum Passau wurzelt. Im Folgenden finden Sie auch ein Gebet für den Verstorbenen.
Lebenslauf
Kindheit und Jugend
Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927 in Marktl am Inn im Gebiet der Diözese Passau geboren. Sein Vater, der aus einer bäuerlichen Familie stammte, war Gendarmerie-Kommissar. Seine Mutter war eine Handwerkertochter aus Rimsting am Chiemsee. Während seiner Kindheit und Jugend lebte Joseph Ratzinger in Traunstein an der österreichischen Grenze. Keineswegs hatte er eine einfache Jugendzeit. Der Glaube und die Erziehung durch seine Eltern haben ihn auf die harte Erfahrung des mit dem nationalsozialistischen Regime verbundenen Krieges vorbereitet.
Von 1946 – 1951 studierte er Philosophie und Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Freising und der Universität München. Gemeinsam mit seinem Bruder wurde er am 29. Juni 1951 zum Priester geweiht. Es folgten mehrere Lehrtätigkeiten in Freising, Bonn, Münster und Tübingen. Ab 1969 war Ratzinger Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universiät Regensburg.
Erzbischof und Papstwahl
Im Mai 1977 wurde Joseph Ratzinger zum Erzbischof von München und Freising ernannt und geweiht. Als er 1981 zum Präfekten der Kongregation für Glaubenslehre in Rom wurde, verfestigte sich sein Ruf als herausragender Theologe und enger Berater Johannes Pauls II.
Am 19. April 2005 wurde Ratzinger durch das Konklave zum 265. Papst auf dem Stuhl Petri gewählt. Er nahm den Namen Benedikt XVI. an. Besonders in Deutschland und vor allem auch Bayern löste seine Wahl große Freude und Anerkennung aus. Im September 2006 besuchte der Papst seine bayerische Heimat. Mit Marktl und Altötting stattete er auch zwei für ihn persönlich bedeutsamen Orten, die im Bistum Passau gelegen sind, einen Besuch ab.
Rücktritt und Tod
Überraschend trat Benedikt XVI. am 11. Februar 2013 vom Amt als Papst und Bischof von Rom zurück. Weil es einen solchen Rücktritt eines römischen Oberhirten seit 1294 nicht mehr gegeben hatte, wurde dieser Schritt als historisch gewertet. Seither bewohnte Benedikt XVI. ein Kloster innerhalb der Vatikanischen Gärten und empfing gelegentlich Besuch, bis zuletzt auch aus Bayern.
Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich in den vergangenen Jahren zusehends. Zuletzt rief Papst Franziskus zum Gebet für seinen kranken Vorgänger auf.
Am 31. Dezember 2022 starb Benedikt XVI. in seiner Residenz im früheren Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan. Weltweit löste sein Tod Trauer und Anteilnahme aus.

Gebet (GL 608,4):
Kommt herzu, ihr Heiligen Gottes, eilt ihm entgegen, ihr Engel des Herrn. Nehmt auf seine Seele und führt sie hin vor das Antlitz des Allerhöchsten.
Christus nehme dich auf, der dich berufen hat, und in das Himmelreich sollen Engel dich geleiten.
Nehmt auf seine Seele und führt sie hin vor das Antlitz des Allerhöchsten.
Herr gib ihm die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm.
Nehmt auf seine Seele und führt sie hin vor das Antlitz des Allerhöchsten.
Herr, unser Gott, wir empfehlen dir unseren Bruder Benedikt. In den Augen der Welt ist er tot. Lass ihn leben bei dir. Und was er aus menschlicher Schwäche gefehlt hat, das tilge du in deinem Erbarmen. Durch Christus, unsern Herrn.
Amen.