Zunächst war Treffpunkt beim Pfarrzentrum. Dort wurde Pater Joshy, begleitet von Dekan Dr. Wolfgang Schneider, dem Provinzial Jörg Gabriel, mehreren Ordensgeistlichen des Kamillianer-Ordens und den Priestern der umliegenden Pfarrverbände, herzlich von der Bevölkerung empfangen. Herzerfrischend begrüßten die Kinder des Kinderlandes Arche Noah – unterstützt von Erzieherinnen und unter Gitarrenbegleitung – den neuen Pfarrer mit dem Lied „Ich will dich begrüßen – mit den Händen, mit den Füßen. Ich schaue dich an und freu mich daran.“ Mit dem Segenslied „Immer bist du da“ wünschten die Buben und Mädchen Gottes Segen für die Zeit in Eichendorf. Danach trugen Kinder und Jugendliche aus jeder der sechs Pfarrgemeinden zur Freude des neuen Ortspfarrers und aller Gläubigen einen Willkommensgruß in Gedichtform vor. Dabei kamen sowohl die Eigenheiten der verschiedenen Pfarreien, die Besonderheiten des Geistlichen als auch der Wunsch auf eine lange Amtszeit von Pater Joshy im Pfarrverband zum Ausdruck. Die Jüngsten des Pfarrverbandes überreichten zudem kleine Geschenke und Blumen.
Kirchenzug und symbolische Schlüsselübergabe
Anschließend stellten sich der liturgische Dienst, die Ehrengäste und die zahlreich anwesenden Vereine und Gruppierungen mit ihren Vereinsfahnen zum Kirchenzug auf. Begleitet von einer großen Schar an Ministranten aus allen Pfarrgemeinden bewegte sich der Zug über die Pfarrgasse und den Marktplatz und zur Kirche, wo sich bereits weitere Gläubige versammelt hatten und den neuen Pfarrer mit einem herzlichen Applaus begrüßten. Der Gottesdienst zur Amtseinführung des neuen Eichendorfer Pfarrers begann mit einer symbolischen Handlung: Durch ein Spalier schritten Dekan Dr. Schneider, Pater Joshy und die weiteren Geistlichen vor das verschlossene Kirchenportal. Dort begrüßte der Sprecher der Pfarrgemeinderäte, Franz Ratzisberger, zunächst den Dekan recht herzlich und hieß anschließend Pater Joshy willkommen. Danach übergab der Dekan einen geschmückten Korb mit den Kirchenschlüsseln aller Pfarrgemeinden an Pater Joshy, der daraufhin das Kirchenportal aufschloss und die Tür öffnete.

Die Kirche als Feldlazarett
Begleitet von Kreuz und Weihrauch zogen der liturgische Dienst und alle Gläubigen in das Gotteshaus ein. Pater Joshy kniete sich zunächst auf einen Betschemel vor den Stufen des Altares nieder und sprach laut ein Gebet. Anschließend nahm er Platz neben dem Dekan, der den Pfarrgemeinden den neuen Pfarrer vorstellte. Nach den Kyrierufen erklang ein schwungvolles Lied zum Gloria. Den beiden Lesungen, vorgetragen von Matthias Maier und Elisabeth Eibl, folgte das Evangelium, das Pater Joshy verkündete.
In der darauffolgenden Ansprache zeigte sich Dekan Dr. Schneider sehr erfreut über den herzlichen Empfang, den die Gläubigen des Pfarrverbandes, die Vertreter der politischen Gemeinde und der Vereine ihrem neuen Seelsorger hier bereiteten. Zu Beginn hob er die Schnittmenge des alten und des neuen Pfarrers hervor: „Der eine wird Krankenhausseelsorger, der andere war dies bereits. Hier passte auch eine Aussage von Papst Franziskus, der die Kirche mit einem Lazarett verglich: Man muss einen Schwerkranken nicht als erstes nach Diabetes oder Blutwerten fragen, sondern man muss vordringlich die Wunden versorgen und heilen helfen. Ein Feldlazarett ist ein Provisorium, da geht es hektisch zu, da ist nicht alles hygienisch und es ist ein Ort, wo einem nicht alles behagt. Es gibt Spielraum zu Verbesserungen. Auch in der Kirche werden Veränderungen gefordert. Doch dann stellen sich Unmut und Unverständnis ein und alles soll so bleiben, wie es ist, weil man daran gewöhnt ist.“
„Haben Sie den Mut, mit Ihrem Pfarrer neue Wege auszuprobieren!“
„Die Kirche hängt durch viel Schlimmes selber am Tropf, braucht vielleicht sogar Beatmung. Aus dem Tropf kommt Sauerstoff, das kann in der Kirche der Heilige Geist sein. Den Atem des Heiligen Geistes, die Liebe der Hingabe, die Opferbereitschaft von Einzelnen – all das tut dieser großen Gemeinschaft gut. Ein gutes Ergebnis kommt am besten zustande, wenn mehrere zusammenhelfen. Jesus spricht jeden von uns an, heute den Glauben zu leben und weiterzugeben. Dann können wir ein heilsames Feldlazarett werden und Wunden heilen. Haben Sie den Mut, mit Ihrem Pfarrer neue Wege auszuprobieren“, forderte der Dekan die Gläubigen auf. Abschließend bestärkte Dekan Dr. Wolfgang Schneider zum Miteinander der Pfarrgemeinden und zur Kooperation mit dem neuen Pfarrer.
Erneuerung der Weiheversprechens
Danach verlas Franz Ratzisberger die Ernennungsurkunde. Anschließend erneuerte Pater Joshy vor dem Dekan und allen Gläubigen, die seiner Fürsorge anvertraut sind, sein Weiheversprechen. Unter anderem fragte Dekan Schneider: „Bist du bereit, deine Aufgabe als zuverlässiger Mitarbeiter des Bischofs auszuüben und die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten?“ Auf diese und alle weiteren Fragen antwortete Pater Joshy mit „Ich bin bereit!“ Ein gemeinsam gesungenes Heilig-Geist-Lied schloss dieses Element der Amtseinführung ab. Weiter folgte die Ausdeutung des Amtes des Pfarrers, bei der Dekan Schneider Pater Joshy zu den liturgischen Funktionsorten von Priestersitz, Ambo und Altar führte und deren Bedeutung hervorhob.
„Nehmet einander an, reicht euch die Hand!“
Anschließend reichte Dekan Dr. Schneider dem neuen Seelsorger die Hand zum Friedensgruß. Alle priesterlichen Mitbrüder bezeugten dem neuen Pfarrer ihre Communio-Bereitschaft per Handschlag, Pfarrvikar Pater Robert, Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer und Pastoralassistentin Elisabeth Eibl, die Mitarbeiterinnen des Pfarrbüros, die Mitglieder der Kirchenverwaltungen, die Vorsitzenden der kirchlichen Vereine und Gruppierungen, die Leiterin des Kinderlandes schlossen sich an. Währenddessen sang die Chorgemeinschaft das Lied „Nehmet einander an“. Danach ging Pater Joshy zum Priestersitz, der ihm zugewiesen worden war, übernahm den Vorsitz der Liturgie und leitete das Glaubensbekenntnis ein. Es folgten die Fürbitten, vorgetragen von Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer und Sebastian Albert. Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes sang die Chorgemeinschaft beschwingt passende Lieder. Nach dem Schlusssegen, den Pater Joshy spendete, stimmten alle gemeinsam das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ an.
„Ich stehe vor euch mit einem dankbaren Herzen“
Franz Ratzisberger ergriff im Anschluss an den Gottesdienst erneut das Wort und begrüßte die Ehrenbürger. Dabei dankte er allen, die das Fest geplant und vorbereitet haben, auch sprach er seinen Dank an alle aus, die zu dieser Feier gekommen waren. Bürgermeister Josef Beham folgte mit einer Ansprache, in der er Pater Joshy für seine neuen Aufgaben alles Gute und viel Geduld wünschte. Pater Joshy bekannte: „Am Ende dieses feierlichen Gottesdienstes stehe ich vor euch mit einem dankbaren Herzen.“ Er versäumte es nicht, Dank auszusprechen an Dekan Wolfgang Schneider, an den Provinzial, ebenso an Pfarrer Emanuel Hartmann. Des Weiteren dankte er den Ehrengästen und den Vertretern der Gremien und Einrichtungen, auch seinem Team mit Pater Robert, Gertraud Dickgießer und Elisabeth Eibl sowie den beiden Pfarrsekretärinnen Josefine Weber und Andrea Eibl. Dank zu sagen galt es auch den Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäten mit den Vorständen Franz Ratzisberger, Matthias Maier und Sebastian Albert für die gute Zusammenarbeit und die Vorbereitung des schönen Festes. Besonderer Dank für die wunderschöne musikalische Gestaltung ging an den Projektchor des Pfarrverbandes unter der Leitung von Christiane Aigner mit Sängerinnen und Sängern aus allen Chören, begleitet von Klavier, Querflöte, Geige und Harfe sowie Organistin Lydia Schropp. Dank ging auch an die beiden Mesner Hans Held und Paula Schachtl und an die vielen Ministranten aus allen Pfarrgemeinden. Ebenso dankte er den vielen Menschen, die aus seinem neuen und alten Pfarrverband gekommen waren, um gemeinsam den Gottesdienst seiner Amtseinführung zu feiern. Anschließend waren alle zu einer Zusammenkunft im Pfarrzentrum eingeladen. Dieser Einladung kamen sehr viele Gläubige nach. Pater Joshy gesellte sich nacheinander zu den verschiedenen Gruppierungen und kam dadurch mit vielen Menschen ins Gespräch.