
Am Sonntag nach Pfingsten feierte die katholische Kirche schon das nächste Hochfest: Den Dreifaltigkeitssonntag. An diesem Tag wird - anders als an Hochfesten wie Weihnachten oder Ostern - nicht ein Ereignis aus dem Leben Jesu in den Mittelpunkt gestellt, sondern eine kirchliche Glaubenswahrheit. Und zwar eines der wichtigsten Dogmen der Kirche, die Lehre von der Trinität, die ihre Wurzeln wiederum im Neuen Testament hat. Trinität bedeutet, dass der dreieinige Gott die Verbindung aus Gottvater, Gottessohn und Heiligem Geist ist, drei gleichwertige Personen in einem gemeinsamen Wesen.
Dieses Hochfest haben auch die Eichendorfer am vergangenen Sonntag (26.05.2024) mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin gefeiert. Pater Joshy hatte es sich vorgenommen, seinen Zuhörern das auf den ersten Blick doch recht abstrakte Thema „Dreifaltigkeit“ für den Alltag praktisch aufzubereiten und damit auch das zuvor verkündete Evangelium auszulegen. Und so begann er damit, dass sich der Begriff der Dreifaltigkeit aus zwei Wörtern zusammensetzt: „drei“ und „faltig“. Wobei die Zahl für Gott in den drei Personen steht. „Und das Wort faltig?“, schmunzelte Pater Joshy in die Runde. Und dann zeigte er seinen Zuhörern eine dreifach zusammengefaltete Landkarte. Eine der Großgemeinde Eichendorf. Stück für Stück „entfaltete“ er die Karte und breitete seine Gedanken zum Thema des Sonntags aus. Jeder sei eingeladen, die Landkarte Gottes, auf der bei näherem Hinsehen viele — oft verborgene — Wege der Hoffnung und des Heils zu finden sind, täglich neu aufzublättern. „Denn was nützt Dir eine Landkarte, wenn Du sie nicht entfaltest?“, fragte er zum Schluss der Predigt an seine Zuhörer gewandt. Als Lektor sowie als Kommunionhelfer war Matthias Maier vor Ort. Die musikalische Gestaltung des Heiligen Amtes übernahm in gewohnter Weise Organistin Lydia Schropp.
Fünf neue Ministranten für Pfarrei St. Martin
Vor dem Schlusssegen lobte Pater Joshy die Ministranten für ihren Fleiß, besonders Johanna Kronschnabl, die — wie auch Heike Brandl — nach der diesjährigen Erstkommunion ihren Dienst am Altar antrat und gleich beim Einsammeln der Kollekte half. Außerdem haben sich von den diesjährigen Erstkommunikanten noch zwei weitere Kinder der Schar der Eichendorfer Ministranten angeschlossen: Laura Reichl und Rebecca Altmann. Die beiden haben, wie auch Rafael Altmann, ihren Dienst — mit Einwilligung von Pater Joshy — schon vor ihrer Erstkommunion beginnen dürfen. Die anwesenden Gläubigen honorierten den Einsatz der Kinder und Jugendlichen mit kräftigem Applaus. Die offizielle Aufnahme der Neu-Ministranten wird voraussichtlich im Herbst gefeiert, wobei weitere Neuzugänge immer herzlich willkommen sind.
Neue Decken für Volksaltar und Kredenz überreicht
Im Anschluss an die Eucharistiefeier freute sich Pater Joshy besonders, Klara Kirschner in der Eichendorfer Sakristei begrüßen zu dürfen. Die ehemalige Vorsitzende des KDFB Eichendorf, die auch schon für die Seitenaltäre Decken genäht und mit Spitzen versehen hat, hatte von Maria Hofmann aus Berg — einer ebenfalls begnadeten Schneiderin — passende Stoffe bekommen. In einem Gespräch mit Stephanie Altmann vom Mesnerteam unterbreitete Klara Kirschner kürzlich das Angebot, ein entsprechendes Deckchen für die Kredenz im Presbyterium zu schneidern. Und so schmückt nun ein kunstvoll genähter weißer Stoff mit passenden Spitzen, die auch das Symbol eines Kelches bzw. einer Hostienschale ziert, das Tischlein im Altarraum, das dazu dient, darauf liturgische Gerätschaften, die für den Gottesdienst benötigt werden, bereitzustellen. Außerdem hat die frühere Fachlehrerin gleich noch eine weitere Decke für den Volksaltar angefertigt. Der Eichendorfer Pfarradministrator dankte ihr dafür ganz herzlich und freute sich sehr, dass die kreative Ehrenamtliche sich auch noch bereit erklärt hat, passend zum Thema der Sonntagspredigt, drei faltenfreie Decken in verschiedenen liturgischen Farben für den Eichendorfer Hochaltar mit einer Aussparung für den Sockel des Tabernakels zu nähen.
Eine sehenswerte Darstellung des dreifaltigen Gottes
…können Kunstliebhaber übrigens in dem über dem Altarblatt befindlichen Medaillon des Eichendorfer Hochaltares bestaunen, der um das Jahr 1750 im Rokokostil erbaut wurde. Über Gottvater und dem von ihm gezeugten Sohn Jesus fliegt der Heilige Geist in Form einer Taube. Die drei Personen, die doch irgendwie eins sind, krönen die in einen blauen Mantel gehüllte Mutter Gottes.
Bericht und Fotos: Stephanie Altmann