Eigentlich war geplant, den Sonntagsgottesdienst der Pfarrei im Garten des AWO Seniorenheimes St. Martin zu feiern. Doch der Dauerregen und die schon recht kühlen Temperaturen führten dazu, das Heilige Amt am vergangenen Sonntag (15.09.2024) in die Kapelle des Seniorenheimes verlegen zu müssen.
Insbesondere die Einrichtungsmitarbeiterinnen Elisabeth Sommersberger, Erika Kleeberger, Romana Stangl und Sieglinde Leher hatten zusammen mit Mesnerin Paula Kagerer und Antonie Scharl die Vorbereitungen dafür übernommen: Diejenigen Heimbewohner, welche mitfeiern wollten und konnten, hatten in der Kapelle, im Speisesaal und im Foyer ihre Plätze eingenommen, die Rollatoren waren in Reih‘ und Glied im Gang geparkt, für die Gottesdienstbesucher, die von auswärts kamen, waren Stühle und Bänke aufgestellt worden. Schließlich fand auch die mobile Lautsprecheranlage der Pfarrei ihren Platz. Als Mesnerin Paula Kagerer die Glocke läutete, zog Pater Joshy mit den Ministranten durch die Vorhalle festlich in die Kapelle ein. Der Zelebrant hieß alle, vor allem die Heimbewohner, das Pflegepersonal und die Kinder, herzlich willkommen. Nach der Einführung, den Kyrie-Rufen und dem Tagesgebet folgte die neutestamentliche Lesung aus dem Jakobusbrief, die Uli Altmann vortrug. Jakobus geht es um einen tatkräftigen Glauben, der es nicht beim Wort und Bekenntnis belässt, sondern sich in Taten bewahrheitet. Pater Joshy verkündete anschließend das Sonntagsevangelium. Darin stellt Jesus die Frage, für wen die Menschen ihn halten, worauf Simon Petrus sein Messias-Bekenntnis abgibt.
Eine Geschichte vom Tragen des Kreuzes
Zu Beginn seiner Predigt erzählte der Geistliche seiner Gemeinde eine Geschichte von einer Gruppe von Menschen, die Kreuze zu tragen hatten. Jeder trug sein Kreuz auf seiner Schulter und wanderte damit durch die Wüste. Einer aus der Gruppe schaute ständig herum und beschwerte sich schließlich bei Gott, warum er so ein großes Kreuz zu tragen habe. Es sei zu schwer für ihn, er schaffe es nicht und bat den Herrn, ein kleines Stück von seinem Kreuz abschneiden zu dürfen. Gott sagte „Ja!“, und jetzt ging es schon ein Stück leichter, das Kreuz zu tragen, worüber sich der, der sich beschwert hatte, freute. Nach einiger Zeit musste die Gruppe mit ihren Kreuzen auf einen Berg steigen. Dem „Beschwerdeführer“ sei sein Kreuz noch immer zu groß und zu schwer gewesen. Er fragte Gott, ob es ihm gestattet sei, ein weiteres Stück seines Kreuzes abzuschneiden. Gott hat es ihm auch dieses Mal erlaubt. Fröhlich lief der „Kreuzabschneider“ hinter der Gruppe her, bis alle am Ende des Weges zu einem Abgrund kamen. Keine Brücke und kein Steg weit und breit. Wie sollten sie auf die andere Seite kommen, auf der ein Paradies zu sein schien? Da nahmen die anderen ihre Kreuze, die ganz genau passten, um darauf problemlos über das Hindernis auf die andere Seite der Schlucht zu gelangen. Das Kreuz des einen aber, das schon zweimal abgeschnitten worden war, war zu kurz und so musste der, dem das Kreuz immer zu groß und zu schwer war, alleine diesseits des Abgrundes stehenbleiben.
Einer trage des anderen Last!
„Mit solchen Geschichten versucht man, eine kraftgebende Bedeutung für das Kreuztragen zu finden! Denn die Kreuze kommen auf uns zu und wir wissen, dass es oft keinen anderen Weg gibt, mit vielen unserer Kreuze zu leben und sie zu tragen!“, wandte sich der Prediger an seine Zuhörer. „Die entscheidende Frage ist aber“, so Pater Joshy weiter: „Wie gehen wir mit unseren Kreuzen um?“ Ein Weg zur Versöhntheit sei, das eigene Kreuz mit dem Kreuz Jesu zu verbinden, im Vertrauen auf den Vater. „Wir können versuchen, einander im Kreuz-Tragen gegenseitig zu stärken und zu stützen, wie Jesus uns mit seinem Kreuz getragen hat!“, betonte der Pfarrer. Schließlich habe auch Jesus sich beim Kreuz-Tragen helfen lassen und so könne jeder zu einem Simon-von-Zyrene-Typ werden. Zu einem Menschen, der nicht stehen bleibe und nur zuschaue, sondern mit unter das Kreuz gehe und die Last erleichtere, vielleicht sogar ein Stück weit abnehme: „Einer trage des anderen Last!“, wie es der Apostel Paulus in seinem Brief an die Galater geschrieben habe.
Jeden Mittwochnachmittag wird im Seniorenheim Hl. Messe gefeiert
Im Anschluss an Pater Joshys Ansprache trug Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer, die auch bei den Vorbereitungen half, die Fürbitten vor. Dann wurde gemeinsam Eucharistie gefeiert. Franz Ratzisberger und Paula Kagerer unterstützten den Zelebranten beim Austeilen der gewandelten Hostien. Zum Schluss des Gottesdienstes dankte Pater Joshy dem ganzen Team des AWO Seniorenheimes mit Einrichtungsleiter Konrad Mader an der Spitze für die große Unterstützung dafür, die diesmalige Sonntagsmesse und auch das Jahr über jeden Mittwochnachmittag Gottesdienst mit den Senioren, dem Heimpersonal und weiteren Gläubigen feiern zu dürfen. Der Volksgesang während des sonntäglichen Heiligen Amtes wurde übrigens stimmkräftig von einer Abordnung des Musikalischen Vereins Eichendorf mit der Vorsitzenden Hildegard Hagenburger unterstützt. Lydia Schropp spielte dazu an der Senioren-Heim-Orgel.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann