Glaube und Tradition

Radwallfahrt des Pfarrverbandes nach Sammarei

Pfarrverband Eichendorf am 28.07.2024

2024 07 27 Radwallfahrt PV Sammarei Galgweis UA 53

Pfarrgemeinderatsmitglied Klaus Ott aus Indersbach hatte vor einiger Zeit die Idee, dass sich der Pfarrverband doch auch einmal gemeinsam mit dem Rad auf eine Wallfahrt begeben könnte. Schnell fanden sich Unterstützer dafür. Getreu dem „Motto“ des Psalms 25, „Zeige mir, HERR, Deine Wege und lehre mich Deine Pfade!“, hatte Pater Joshy für Samstag, 27.07.2024, alle, die sich die insgesamt ca. 70 Kilometer lange Strecke ins Wallfahrtsland Sammarei und wieder zurück zutrauten, eingeladen, an diesem Vorhaben teilzunehmen.

Ein gro­ßer Teil der ins­ge­samt 45 ange­mel­de­ten E‑Bikerinnen und ‑Biker stand pünkt­lich am Pfarr­zen­trum bereit, um nach dem Rei­se­se­gen, den der Geist­li­che zu Beginn des Tages spen­de­te, gemein­sam in die Peda­le zu tre­ten und Rich­tung Galg­weis auf­zu­bre­chen. In zwei Grup­pen auf­ge­teilt mach­ten sich die Pedal-Pil­ger über den Rad­weg nach Enz­er­weis und Dor­nach auf. Bei der neu­ge­schaf­fe­nen Que­rung vor Schlag ging es dann in Rich­tung Reichstorf und von dort aus nach Galg­weis, wo am Kir­chen­vor­platz bereits ein Emp­fangs­ko­mi­tee aus Paters Jos­hys vor­ma­li­gem Pfarr­ver­band Alten­markt bereit­stand, um die Wall­fah­rer­grup­pe herz­lich zu begrü­ßen. Mes­ne­rin Lui­se Brandl hat­te alles für den geist­li­chen Impuls, den Gemein­de­re­fe­ren­tin Ger­traud Dick­gie­ßer vor­be­rei­tet hat­te, bereit­ge­stellt. Nach einem gemein­sa­men Lied, das Ger­traud Dick­gie­ßer an der Gitar­re anstimm­te, bete­ten alle abwech­selnd in dem Got­tes­haus, das dem Hei­li­gen Petrus und dem Hei­li­gen Pau­lus geweiht ist, den Psalm 25.

Feierlicher Gottesdienst in Sammarei gefeiert

Pfarr­ge­mein­de­rats­mit­glied Sebas­ti­an Albert, der die Orga­ni­sa­ti­on des Tages über­nahm, nahm anschlie­ßend die end­gül­ti­ge Bestel­lung der Rad­pil­ger für das Mit­tag­essen auf, ehe die E‑Drahtesel zur Wei­ter­fahrt gesat­telt wur­den. Vor­wie­gend weit­ab der stark­be­fah­re­nen Stra­ßen ging es dann über Beu­tels­bach nach Samma­rei. Vor der präch­ti­gen Wall­fahrts­kir­che Mariä Him­mel­fahrt war­te­ten schon die­je­ni­gen Wall­fah­rer aus dem Pfarr­ver­band Eichen­dorf, die sich mit dem Auto auf den Weg zur Got­tes­mut­ter gemacht hat­ten. Die Mes­ne­rin von Samma­rei, Ani­ta Schnei­der, hat­te — als die bei­den Rad­grup­pen ein­tru­del­ten — schon alles für das Hei­li­ge Amt vor­be­rei­tet. Die Minis­tran­ten, die Geschwis­ter Rebec­ca und Rafa­el Alt­mann aus Eichen­dorf waren flugs ein­ge­klei­det. Auch Orga­nist Mar­tin Krempl stand schon bereit, um mit Pater Jos­hy die Lied­aus­wahl abzu­stim­men. Kurz vor Beginn des Got­tes­diens­tes wur­den noch Was­ser­fla­schen, die Sebas­ti­an Albert vor­sorg­lich ange­schafft hat­te, an die durs­ti­gen Pil­ger ver­teilt. Pater Jos­hy freu­te sich, auch im Namen sei­nes Kon­ze­le­bran­ten Pater Jip­son und der Gemein­de­re­fe­ren­tin Ger­traud Dick­gie­ßer, die so zahl­reich erschie­ne­nen Gläu­bi­gen in der Wall­fahrts­kir­che begrü­ßen zu dür­fen. Nach den Kyrie­rufen und der von Ste­pha­nie Alt­mann vor­ge­tra­ge­nen alt­tes­ta­ment­li­chen Lesung, ver­kün­de­te Pater Jip­son das Evangelium.

Von Wundern damals und heute

Pater Jos­hy ging in sei­ner Pre­digt auf die Fro­he Bot­schaft ein und stell­te fest, dass außer Fra­ge ste­he, dass für Jesus, den Sohn des all­mäch­ti­gen Got­tes, nichts unmög­lich sei. So hät­te sich eigent­lich schon damals nie­mand wun­dern müs­sen, als die Wun­der pas­siert sind. Der Pre­di­ger beton­te in sei­ner Anspra­che die wich­ti­ge Rol­le der Frau­en für die Gesell­schaft, die Kir­che und den Glau­ben und mein­te, dass es ein Wun­der gewe­sen sei, wenn die meist doch sehr für­sorg­li­chen Frau­en, die zudem in der Mehr­zahl waren, ihren gelieb­ten Män­nern und Kin­dern nichts zum Essen ein­ge­packt hät­ten. Und dann habe es bloß einen klei­nen Buben gege­ben, der sei­ne fünf Gers­ten­bro­te und zwei Fische mit den ande­ren tei­len woll­te. Bloß einen, der kein Ego­ist war. Viel­leicht sei ja auch das das Wun­der gewe­sen: Dass die ande­ren — nach­dem Jesus das, was für so vie­le so wenig gewe­sen sei, in der ers­ten Rei­he aus­ge­teilt hat­te — auch ange­fan­gen haben, das, was sie dabei hat­ten, mit den ande­ren zu tei­len. Und dann sei­en — nach­dem alle satt waren — auch noch zwölf Kör­be voll Brot übrig­ge­blie­ben. Heu­te braucht es gar kei­ne Wun­der mehr! Es ist nur not­wen­dig, dass die­je­ni­gen, die etwas haben — sei es Zeit, Kraft, Mut, Erfah­rung, Glau­ben etc. -, es ein­fach mit denen, die nichts oder nicht so viel davon haben, tei­len!“, been­de­te der Geist­li­che sei­ne Pre­digt. Zum Schluss des Got­tes­diens­tes seg­ne­te Pater Jos­hy die Andachts­ge­gen­stän­de, die die Rad­pil­ger am Devo­tio­na­li­en­stand zuvor erwor­ben hat­ten und spen­de­te den Schlusssegen.

Interessanter Einblick in die Geschichte der Kirche

Nach dem fei­er­li­chen Got­tes­dienst, des­sen musi­ka­li­sche Gestal­tung Orga­nist Mar­tin Krempl an der ältes­ten Orgel des Bis­tums Pas­sau über­nom­men hat­te, lud Mes­ne­rin Ani­ta Schnei­der zu einer Kir­chen­füh­rung ein. Mit ihrer sym­pa­thi­schen Art und ihrem umfang­rei­chen Wis­sen über das beein­dru­cken­de Got­tes­haus und sei­ne Geschich­te begeis­ter­te sie ihre Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer auf Anhieb. Die heu­te hin­ter dem Hoch­al­tar befind­li­che Holz­ka­pel­le wur­de 1521 erbaut. Im Win­ter 1619 brach in der zur Ort­schaft gehö­ren­den Müh­le — wohl durch eine Staub­ex­plo­si­on — ein ver­hee­ren­des Feu­er aus. Der gesam­te dama­li­ge Guts­hof lag in Schutt und Asche — mit Aus­nah­me der Kapel­le, die aus dem­sel­ben Holz wie die übri­gen Gebäu­lich­kei­ten errich­tet wor­den war. Der beim Kapel­len­ein­gang ste­hen­de und auch dem Brand zum Opfer gefal­le­ne Apfel­quit­ten­baum habe an einem Ast, der über der Kapel­le hing, im Früh­jahr 1620 neu aus­ge­trie­ben und noch köst­li­che­re Früch­te als zuvor getra­gen. Als Kur­fürst Maxi­mi­li­an von die­sen wun­der­sa­men Ereig­nis­sen erfuhr, ließ er zehn Jah­re spä­ter über der Holz­ka­pel­le eine Kir­che — die heu­ti­ge Wall­fahrts­kir­che Samma­rei — erbau­en. Das Wort Samma­rei‘ lei­te sich von Sankt Marei“, also der damals übli­chen Kurz­form von Hei­li­ge Maria“, ab. In und um die Holz­ka­pel­le haben gut 1.300 Votiv­ta­feln Platz gefun­den. Ani­ta Schnei­der wies beson­ders auch auf die Ein­rich­tung des Got­tes­hau­ses hin. Spä­tes­tens jetzt kann­te jeder den Sammarei­er Engel“, der auch ger­ne G’schlamperter Engel“ genannt wird: eine der 101 vom Pfarr­kir­che­ner Bild­hau­er Jakob Bendl geschnitz­ten Figu­ren, die den pracht­vol­len Hoch­al­tar der Wall­fahrts­kir­che Maria Him­mel­fahrt säu­men, und in der sich der Künst­ler selbst ver­ewigt habe. Außer­dem sind im Hoch­al­tar die fünf Gesät­ze des freu­den­rei­chen Rosen­kran­zes in Sze­nen dar­ge­stellt, was den Vor­be­tern manch­mal eine gewis­se Hil­fe sei.

Danach ging es zum „Kirchenwirt“

See­lisch sowie kul­tu­rell und his­to­risch mit vie­len wei­te­ren Infor­ma­tio­nen bes­tens gestärkt ging es vor das Kir­chen­por­tal zum gemein­sa­men Erin­ne­rungs­fo­to. Dann durf­te natür­lich — ganz im Sin­ne der erschlos­se­nen Tex­te aus der Hei­li­gen Schrift — die leib­li­che Stär­kung für die 24 Män­ner, 32 Frau­en und vier Kin­der nicht feh­len. Nur ein paar Meter wei­ter ist der Kir­chen­wirt“ gele­gen, der die schon auf­grund der hohen Tem­pe­ra­tu­ren durs­ti­gen Wall­fah­rer schnellst­mög­lich mit küh­len Geträn­ken ver­sorg­te. Pater Jos­hy lud zum gemein­sa­men Tisch­ge­bet ein. Und Schritt für Schritt ver­lie­ßen dann auch die bestell­ten Sala­te mit Puten­strei­fen, Cur­ry­würs­te und Wie­ner Schnit­zel die Küche, in der der Kir­chen­wirt“ selbst und allein­ver­ant­wort­lich den Koch­löf­fel schwang. Die­je­ni­gen, die ihr Gericht zum Schluss beka­men, stell­ten ein­hel­lig fest, dass sich das War­ten — nicht nur auf­grund der guten Gesprä­che — mehr als gelohnt habe. Pater Jos­hy dank­te allen, die zum Gelin­gen der Rad­wall­fahrt bei­getra­gen hat­ten, ein herz­li­ches Vergelt’s Gott!“ aus. Anschlie­ßend mach­ten sich die Wall­fah­rer wie­der auf die Heim­rei­se. Höchst zufrie­den schmie­de­ten die begeis­ter­ten Rad­ler schon bei ihrem zur abschlie­ßen­den Abküh­lung ein­ge­leg­ten Zwi­schen­stopp an der Eis­die­le am Aiden­ba­cher Markt­platz die ers­ten Plä­ne für die nächst­jäh­ri­ge Pedal-Wallfahrt.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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