Da staunten die meisten nicht schlecht, als Pfarradministrator Pater Joshy zusammen mit Pfarrvikar Pater Jipson, Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer, Gesamtpfarrgemeinderatsvorsitzendem Franz Ratzisberger, dessen Stellvertreterin Silke Kölbl, den Pfarreisprechern des Pfarrverbandes und einer großen Schar von Ministranten aus dem Pfarrverband vergangenen Sonntag (04.01.2026) in die buchstäblich bis auf den letzten Platz besetzte Pfarrkirche Sankt Martinus einzog.
Von der Empore herab und aus den Kirchenbänken im Langschiff erklang stimmgewaltig das „O Du fröhliche“. Und es war an diesem Herrentag wahrlich ein weiterer großer Grund zur Freude: Am 03.01.1996 wurde der nunmehrige Pfarradministrator zum Priester geweiht. Und dieses Jubiläum galt es mit einem Dankgottesdienst zu feiern. Nach der liturgischen Eröffnung trat Pater Joshy zum Ambo und gab den Mitfeiernden einen sehr bewegenden, persönlichen und emotionalen Rückblick auf 30 Jahre Priesterdienst. Die Ansprache im Wortlaut finden Sie unter folgendem Link.
Nach dem Kyrie, dem Gloria und dem Tagesgebet trug Lektor Ulrich Altmann die passende Lesung aus dem Epheserbrief vor. Anschließend verkündete Pater Joshy die Kurzfassung des in der Leseordnung vorgesehenen Johannesevangeliums, den Hymnus von Jesus als menschgewordenem Wort Gottes. „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. ‚Unter uns‘ — das sind wir. Jeder Einzelne von uns zählt dazu. Jeder Einzelne zählt. Und jeder Einzelne fehlt schmerzlich, wenn er nicht da ist. Wir spüren das in unseren Familien, Freundeskreisen und auch in unseren Pfarreien. Wer nicht mehr da ist, weil er verstorben ist, weil er sich aus Enttäuschung zurückgezogen hat oder weil er der ganzen Kirchengemeinschaft den Rücken gekehrt hat — er fehlt!“, leitete der Jubilar seine Predigt ein. „Im Evangelium haben wir das Bild vom „wahren Licht“ gehört, das „die Menschen erleuchtet!“, fuhr er fort. „Auch dieses Bild passt gut für uns: Wir alle haben in uns die Sehnsucht nach Licht. Besonders an Weihnachten wird dies auch äußerlich sichtbar: Überall Lichterketten und jeder Christbaum wird erst richtig schön durch die Lichter. Auch hier wissen wir: Wenn einzelne Lichter nicht mehr leuchten, dann können das am Anfang die anderen Kerzen noch ausgleichen — irgendwann aber wird es dunkel, der Glanz und die Wärme sind weg. Darum ist jeder von uns mit seinem Licht so entscheidend!“, betonte Pater Joshy. Zugleich sei diese Gemeinschaft der Lichter auch entlastend: Keiner müsse ganz alleine für Licht und Glanz sorgen — richtig hell werde es durch das Zusammenwirken aller. „Wenn wir heute diesen Dankgottesdienst feiern, dann danken wir symbolisch für jedes Licht unter uns — für jeden von Euch, der sich mit seiner Eigenart, seinem Wesen und seiner Kraft einbringt!“, schloß der Hauptzelebrant seine Predigt.
„Wir sind froh und dankbar, dass du da bist!“
Der Predigt folgten Gedanken über „Das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist — Jesus Christus, die Quelle des Lichts in unserer Glaubensgemeinschaft“ (vorgetragen von Franz Ratzisberger), über „Das Licht der Ehrenamtlichen, das für alle leuchtet, die in der Kirche ein Ehrenamt ausüben“ (Pater Joshy), über „Das Licht der Gläubigen, aus aus Dankbarkeit für alle Gläubigen unseres Pfarrverbandes brennt“ (Pater Jipson), über „Das Licht der Hauptamtlichen“ (Pater Joshy) und über „Das Licht für Pater Joshy“ (Gertraud Dickgießer), wobei die Gemeindereferentin jeweils eine Kerze vor dem Volksaltar entzündete. „Lieber Pater Joshy, als unser Pfarrer und der Mensch, der du bist, bist zu wirklich ein besonders helles Licht in unserer Mitte — vielleicht sogar eher ein Leuchtturm. Wir danken dir herzlich für deine große Gottverbundenheit und Menschenfreundlichkeit, für deine Offenheit, dein unkompliziertes und herzliches Wesen und deine große Gabe, die richtigen Worte zu finden und Menschen damit zu berühren und sie zu bereichern. Wir sind sehr froh und dankbar dafür, dass du da bist!“, schloß Gertraud Dickgießer den Wortgottesdienst.
Worte des Dankes und des Segens
Nach dem Schlusssegen, den Pater Joshy allen Mitfeiernden spendete, traten der Reihe nach Gesamtpfarrgemeinderatsvorsitzender Franz Ratzisberger, Bürgermeister Josef Beham für den Markt Eichendorf, Hilde Progl als Vorsitzende für den Seniorenclub, Alois Breitschopf als stellvertretender Vorsitzender des Wallfahrervereins Eichendorf-Wallerfing zum Ambo und gratulierten dem Jubilar mit Worten des Dankes und des Segens. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm der Musikalische Verein mit Mitgliedern des Jugendchores „Belle voci“ unter der Gesamtleitung von Iris Wunderlich mit Lydia Schropp an der Kirchenorgel, Christiane Aigner am E‑Piano, Luisa Däullary an der Geige und Antonia Schmidt-Ramsin an Querflöte und Violine und bekam zum Schluss des Heiligen Amtes dafür einen kräftigen Applaus.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann
