Das glauben wir

Der Geist der Veränderung – Pfingsten 2023

Pfarrverband Eichendorf am 27.05.2023

Info Icon Foto: Pixabay

Erinnern Sie sich an das Pfingstfest im vergangenen Jahr? Am Abend des Pfingstsonntages 2022 zog ein schweres Unwetter über die Region. Ein gewaltiger Sturm und heftiger Platzregen richteten starken Schaden an, sowohl an Natur und Pflanzen, als auch an Gebäuden. Bäume waren umgestürzt, Dächer beschädigt und Keller voller Wasser. Felder, Wälder und Gärten glichen Schlachtfeldern.

Die­se Erin­ne­run­gen kom­men mir in den Sinn, wenn ich die Lesung vom Pfingst­er­eig­nis aus der Apos­tel­ge­schich­te lese. Von einem hef­ti­gen Sturm ist dort die Rede und eben­so von Feu­er­zun­gen, die sich auf den Jün­gern nie­der­las­sen. Von bei­den Ele­men­ten, Feu­er und Sturm, gehen enor­me Kraft und Macht aus. Der Pfingst­sonn­tag des letz­ten Jah­res hat gezeigt, wie unheim­lich und gewal­tig ein Sturm sein kann. Feu­er ist dage­gen nicht weni­ger angst­ein­flö­ßend. Vor allem die zuneh­men­de Tro­cken­heit führt immer wie­der zu mas­si­ven Wald­brän­den, die gan­ze Regio­nen in Koh­le und Asche ver­wan­deln. Ange­sichts die­ser Kata­stro­phen stellt sich die Fra­ge, wie Wind und Feu­er als Zei­chen für den heil­sa­men Geist Got­tes betrach­tet wer­den können.

Der Heilige Geist bewegt und verändert

Egal wie bedroh­lich sie auch sein kön­nen, Sturm und Feu­er haben kei­nes­wegs nur nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen. Man den­ke bei­spiels­wei­se an die Wind­kraft­an­la­gen, mit denen Stür­me in drin­gend benö­tig­ten Strom umge­wan­delt wer­den. Oder an das wär­men­de Feu­er, das im Holz­ofen lodert und das Haus im Win­ter gemüt­lich macht.
In all dem wird deut­lich: Feu­er und Sturm bewir­ken etwas. Was sie ergrei­fen, das ver­än­dern sie. Sie las­sen nichts an Ort und Stel­le. So ist es auch mit dem Hei­li­gen Geist.

Die Jünger fassen neuen Mut

Ein Blick in die Pfingster­zäh­lung zeigt: Der Hei­li­ge Geist ver­än­dert das Leben der Jün­ger Jesu nach­hal­tig. Als sie vom Hei­li­gen Geist erfüllt wer­den, blei­ben sie nicht an Ort und Stel­le. Auch inner­lich nicht: Sie ver­har­ren nicht in Angst und Mut­lo­sig­keit. Sie blei­ben nicht zurück­ge­zo­gen, son­dern sie gehen hin­aus, fas­sen neu­en Mut und ver­kün­den begeis­tert die Taten Gottes.

„Ein Funke, kaum zu seh'n, entfacht doch helle Flammen"

Wer sich vom Geist Got­tes anste­cken lässt, muss damit rech­nen, dass sich sein Leben ver­än­dert. Denn wenn der Hei­li­ge Geist einen Men­schen wirk­lich erfüllt, spie­gelt sich das auch im Ver­hal­ten zu sei­nen Mit­men­schen wider. Das Lied ​„Ins Was­ser fällt ein Stein“ bringt das tref­fend auf den Punkt, wenn es heißt: ​„Ein Fun­ke, kaum zu seh’n, ent­facht doch hel­le Flam­men. Wo Got­tes gro­ße Lie­be in einem Men­schen brennt, da wird die Welt vom Licht erhellt; da bleibt nichts, was uns trennt.“ Der Hei­li­ge Geist kann die­ser Fun­ke sein, der das Feu­er der Lie­be Got­tes in unse­rem Inne­ren ent­zün­det. Wer aus die­ser Lie­be her­aus dann sein Leben und sei­ne Bezie­hun­gen gestal­tet, der macht die Welt bes­ser und heller.

Sich vom Geist stören und verändern lassen

Wir haben gese­hen, dass die bei­den Ele­men­te Feu­er und Sturm, die sinn­bild­lich für den Hei­li­gen Geist ste­hen, wün­schens­wer­te, aber auch stö­ren­de Aus­wir­kun­gen haben kön­nen. Auch der Geist Got­tes kann durch­aus stö­rend in unse­rem Leben wirk­sam wer­den. Er kann unse­re Gewohn­hei­ten, unser Den­ken und unser Han­deln stö­ren, wenn Gott kei­nen Raum in unse­rem Leben hat. Doch wenn wir genau die­se Stö­rung zulas­sen, kann unser Leben tie­fer und zugleich freu­di­ger werden.

Wer sich vom Geist der Unru­he und der Ver­än­de­rung berüh­ren lässt, bleibt nicht an Ort und Stel­le. Er lässt sich stö­ren und ver­än­dern. Er lässt die Lie­be Got­tes in sich Raum ein­neh­men. Und er lässt die­se Lie­be nach außen hin spür­bar wer­den. (LS)

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