Die ersten Vögel begannen am Ostersonntag (05.04.2026) ihr Morgenlob, als sich die im Inneren nur notdürftig beleuchteten Pfarrkirche Sankt Martinus langsam aber sicher mit Gläubigen füllte. Draußen vor dem südlichen Kirchenportal loderte bereits das Osterfeuer. Verena, Heike und Maria Brandl mit ihrer Mama Regina waren auch schon hellwach, sie begrüßten die anderen Gottesdienstbesucher an den Kirchentüren und boten ihnen kleine Osterkerzen zum Kauf an.
Punkt 6.00 Uhr (eine halbe Stunde später als im vergangenen Jahr) kam Pfarradministrator Pater Joshy — die auch heuer wieder von Anita Stangl prächtig gezierte Osterkerze in der Hand und von der Ministrantenschar begleitet — aus der Sakristei zum Kirchenvorplatz gezogen, um dort das von Florian Brandl entfachte Osterfeuer zu segnen und die Osterkerze ihrer Bestimmung zu übergeben. Nachdem auch die Kohlen für das Weihrauchfass das richtige Maß an Glut bekommen hatten, zog der Pfarradministrator mit den Minis in die Pfarrkirche ein und stimmte das dreifache „Lumen Christi“ an, dem die österliche Gemeinde jedes Mal festlich mit ihrem „Deo gratias“ antwortete. Die routinierte Kantorin Lydia Schropp stimmte die Gottesdienstbesucher mit dem festlich von ihr gesungenen Exsultet auf die Feier des Osternacht ein, währenddessen die Ministranten das Licht der Osterkerze, die nun auf der Neustifter’schen Martinsstele ihren Platz fand, an die Anwesenden weitergaben und Stefan Sicheneder aus Rohrbach mit seinem Sohn Martin die Apostelleuchter entzündeten.
Taufwasser wurde gesegnet
Anschließend trug Ulrich Altmann in der nur vom Kerzenschein erleuchteten Kirche die beiden alttestamentlichen Lesungen aus den Büchern Genesis und Exodus vor. Dem schloss sich die von Christiane Sicheneder vorgetragene Lesung aus dem alttestamentlichen Buch Ezechiel an, ehe das Gotteshaus zum Gloria — begleitet vom festlichen Geläut der pünktlich aus Rom zurückgekehrten Glocken und dem Klang der Dank einer großzügigen Spende neu angeschafften Altarschellen — wieder hell erleuchtet wurde und die so genannte Epistel-Lesung aus dem paulinischen Römerbrief folgte. Dann verkündete Pater Joshy das Lukasevangelium. Dabei war zu hören, dass Maria von Magdala und die anderen Frauen, die Jesus nachgefolgt sind, das leere Grab entdecken und eine überraschende Botschaft hören: Gott hat Jesus von den Toten auferweckt! Nach der mitreißenden Predigt und der Allerheiligenlitanei schloß sich die Segnung des Taufwassers an, in das Pater Joshy die Osterkerze tauchte. Die Gläubigen waren dann dazu eingeladen, ihren Glauben zu bekennen und ihr Taufversprechen zu erneuern, was der Zelebrant — durch die Reihen gehend — mit dem Aussprengen des frisch-gesegneten Osterwassers bekräftigte.
Pater Joshys Osterpredigt in voller Länge finden Sie hier:
Nach den Fürbitten feierten alle miteinander Eucharistie. Nach dem gemeinsamen Vaterunser und dem anschließenden Friedensgruß teilte der indische Geistliche die konsekrierten Hostien — unterstützt von Kommunionhelferin Karin Nachreiner — zum Kommunionempfang aus. Vor dem Ende der Feier segnete Pater Joshy die mitgebrachten Speisen für das Osterfrühstück mit Weihwasser und Weihrauch. Dann bat er die Anwesenden, noch einmal Platz zu nehmen, um allen, die zum Gelingen der Feier, aber auch die umfangreichen Vorbereitungen übernommen hatten, seinen Dank auszusprechen: Kantor und Organistin Lydia Schropp, die die stimmungsvolle musikalische Gestaltung übernommen hatte, den Lektoren und Ministranten, der Familie Sicheneder aus Rohrbach, den Familien Brandl und Schmidt-Ramsin, der Mesnerin Stephanie Altmann, ihrem Ehemann Uli sowie ganz besonders ihrer Schwiegermutter Carolin Altmann, die vollkommen ehrenamtlich zur Pflege des Gotteshauses und des „Drumherums“ annähernd jeden Tag in der Pfarrkirche anzutreffen ist. Dann pflegte der Pfarradministrator den Brauch des Osterlachens. Dazu erzählte Pater Joshy einen geschmackvollen Witz, der von einem Ohrenarzt, seiner schwerhörigen Patientin und ihrem Ehemann handelte und die Gläubigen herzhaft auflachen ließ. Zum Schluss des gut besuchten Gottesdienstes spendete der Zelebrant den Mitfeiernden den Segen Gottes und wünschte allen ganz herzlich — verbunden mit einem zweifachen „Halleluja!“ — nochmals frohe Ostern!
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

