Das glauben wir

Auferstehung beginnt dort, wo es wehtut – Osterbotschaft 2026

Pfarrverband Eichendorf am 05.04.2026

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Warum wir trotz Ohnmacht und Resignation an Ostern neue Lebenskraft schöpfen dürfen und was wir dabei von einer wichtigen biblischen Frau lernen können, darüber schreibt Pater Joshy in seiner Botschaft zum diesjährigen Osterfest.

Lie­be Schwes­tern und Brüder,

als auf­er­ste­hungs­be­dürf­ti­ge Men­schen sind wir zusam­men­ge­kom­men, um das Fest der Auf­er­ste­hung zu fei­ern. Wenn wir in die Welt bli­cken, sehen wir Elend, Krieg, Ver­fol­gun­gen und eine Unsi­cher­heit, die uns oft den Atem raubt. Aber die Fins­ter­nis ist uns oft noch viel näher. Oft erfah­ren wir ein Schwei­gen am Ess­tisch, weil die Kom­mu­ni­ka­ti­on in der Fami­lie erstarrt ist. Wir füh­len uns gefes­selt in unse­rer eige­nen Unzu­läng­lich­keit. Immer wie­der erfah­ren wir ein schmerz­haf­tes Para­dox in unse­ren Bezie­hun­gen: Wir wol­len lie­ben, aber wir ver­let­zen. Wir suchen Nähe und ern­ten Distanz. Wir sind ent­täuscht und wir ent­täu­schen selbst. Wir sind Gefan­ge­ne unse­rer eige­nen Ohnmacht.

Gefangen in der eigenen Ohnmacht

Ja, als Gefan­ge­ne unse­rer eige­nen Ohn­macht fei­ern wir Ostern. Denn Ostern schenkt uns die Hoff­nung, dass Ver­wand­lung gera­de dort begin­nen kann, wo es weh­tut: in der tiefs­ten Nacht unse­rer Hilfs­lo­sig­keit, im Abgrund unse­rer Ver­let­zun­gen und am Grab unse­res Schmer­zes. Doch ohne eine tie­fe Sehn­sucht nach dem Auf­er­stan­de­nen, der uns zur Auf­er­ste­hung hilft, wird Ostern für uns nicht spür­bar wer­den. Schau­en wir auf Maria von Mag­da­la. Ihre Sehn­sucht lässt sie als Ers­te zum Grab lau­fen. Ihre Sehn­sucht und ihre gro­ße Lie­be zum Herrn lie­ßen sie nicht schla­fen. Sie hat kei­nen gro­ßen Plan. Viel­leicht woll­te sie am Grab nur sit­zen und wei­nen. Viel­leicht woll­te sie nur das fest­hal­ten, was sie begra­ben hat­te: die Erin­ne­rung an die Lie­be zu ihrem Herrn.

Wenn die Sehnsucht die Resignation überwindet

Maria sagt uns, dass die Auf­er­ste­hung dort beginnt, wo die Sehn­sucht stär­ker ist als die Resi­gna­ti­on. Wenn die Sehn­sucht wach bleibt, dann bringt sie uns in Bewe­gung. Dann führt sie uns zurück zu jenen ​„Grä­bern“, in denen wir die Lie­be zum Herrn begra­ben oder das Inter­es­se an ihm ver­lo­ren haben. Wenn die Sehn­sucht nach dem Herrn stär­ker bleibt als die Resi­gna­ti­on, führt sie uns zurück zu den Orten, an denen wir die Hoff­nung begra­ben, den Frie­den ver­lo­ren oder die Lie­be ​„getö­tet“ haben – dort, wo wir Hil­fe ver­wei­gert und das Licht aus­ge­schal­tet haben. Der Weg zur Auf­er­ste­hung beginnt mit dem ers­ten Schritt aus unse­rer eige­nen Erstar­rung. Der Auf­er­stan­de­ne begeg­net uns auf dem Weg unse­rer Reue, in der Bit­te um Ver­ge­bung, in der Mühe um Frie­den, im Rei­chen der Hän­de zum Mit­ein­an­der und in der Öff­nung der Her­zens­tür, die sonst ver­schlos­sen bleibt.

Und unsere Auferstehung?

Das öster­li­che Leben bedeu­tet nicht nur zu hof­fen, dass Gott uns wie durch einen Zau­ber­schlag zum neu­en Leben erweckt. Es ist ein Mit­wir­ken. Lasst uns von Maria von Mag­da­la ler­nen: von ihrer Sehn­sucht, ihrer Beweg­lich­keit und ihrer Lie­be zum Auf­er­stan­de­nen. Lasst uns her­aus­lo­cken aus den Grä­bern unse­res All­tags – hin zu einem Neu­an­fang, zu fri­schem Atem und zu ech­tem Leben. 

Dann kön­nen wir wahr­haf­tig zuein­an­der sagen: Fro­he Ostern!

Pater Jos­hy Kan­ji­ratham­kun­nel MI

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