Ehe Familie Kinder

Dem Geheimnis des Glaubens auf der Spur

Pfarrverband Eichendorf am 31.01.2026

Am vergangenen Donnerstag (29.01.2026) waren alle Erstkommunikanten mit ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern in die Pfarrkirche Sankt Martinus zum zweiten Weggottesdienst eingeladen, um gemeinsam ein weiteres Stück in Richtung des großen Festes zu gehen. 

Die­ses Mal rück­te das Geheim­nis um den ​„Leib Chris­ti“ beson­ders in den Mit­tel­punkt. Gemein­de­re­fe­ren­tin Ger­traud Dick­gie­ßer begrüß­te die gro­ße Glau­bens­ge­mein­schaft und zeig­te zu Beginn noch ein­mal die Bedeu­tung des klei­nen Kreuz­zei­chens auf, bei dem sich jeder Gläu­bi­ge, der es mit dem Dau­men nach­voll­zieht, dar­an erin­nert, dass er an Jesus denkt (Stirn), von ihm redet (Mund) und ihn liebt (Herz). Nach einem gemein­sa­men Eröff­nungs­lied erklär­te die Gemein­de­re­fe­ren­tin, was es mit den obla­ten­ähn­li­chen Hos­ti­en, die ledig­lich aus Was­ser und Wei­zen­mehl ange­fer­tigt wer­den, auf sich hat. Solan­ge die Hos­ti­en (vom lat. hos­tia = Opfer­ga­be) nicht ​„gewan­delt“ wor­den sind, han­delt es sich ganz ein­fach um Brot — wenn auch in ande­rer Form, als es für gewöhn­lich im All­tag Ver­wen­dung fin­det. Ger­traud Dick­gie­ßer und Ste­pha­nie Alt­mann vom Mes­ner­team boten den Kin­dern an, sich jeweils ein unkon­se­kre­tier­tes Exem­plar aus der Hos­ti­en­do­se, wie sie aus der Hos­ti­en­bä­cke­rei kommt, zu neh­men und — im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes — zu ​„begrei­fen“, was die Erst­kom­mu­ni­kan­ten aus­nahms­los annah­men. Span­nend war es, die Hos­tie neu­gie­rig anzu­schau­en, dar­an zu rie­chen und sie dann zu ver­kos­ten. Inter­es­sant war es auch zu hören, wel­che Ein­drü­cke die Kin­der dabei wahr­ge­nom­men haben. ​„Wir Katho­li­ken glau­ben, dass im Got­tes­dienst mit die­sem Brot etwas ganz Beson­de­res geschieht: Es wird in den ​‚Leib Chris­ti‘ ver­wan­delt!“, fuhr die Gemein­de­re­fe­ren­tin fort. 

Brot und Wein werden zu Leib und Blut Christi

Alle waren ein­ge­la­den, Pfarr­vi­kar Pater Jip­son zuzu­hö­ren, als er die Wor­te sprach, die jeder Pries­ter stell­ver­tre­tend für Jesus beim Sanc­tus nach der Her­ab­ru­fung des Hei­li­gen Geis­tes bei der Eucha­ris­tie­fei­er spricht: ​„Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er aus­ge­lie­fert wur­de, Brot, sprach das Dank­ge­bet, brach das Brot und sag­te: ​‚Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis!‘“ ​„Heu­te habt Ihr nur das Brot pro­biert, aber bei Eurer Erst­kom­mu­ni­on bekommt Ihr zum ers­ten Mal die ver­wan­del­te Hos­tie, den Leib Chris­ti! Der Grund, war­um wir die­ses gro­ße Fest fei­ern!“, beton­te Ger­traud Dick­gie­ßer. Das Beson­de­re dabei sei, das man die­se Ver­wand­lung nicht mit den eige­nen Augen sehen kön­ne. Die Hos­tie schme­cke auch nach der Ver­wand­lung immer noch nach Brot. ​„Nur mit unse­rem Her­zen kön­nen wir spü­ren, dass sich das Brot zu Jesus selbst, zum ​‚Leib Chris­ti‘ ver­wan­delt, wenn der Pries­ter die Wand­lungs­wor­te spricht! Das ist das gro­ße Geheim­nis unse­res Glau­bens!“, mach­te die Gemein­de­re­fe­ren­tin noch­mals deut­lich. Alle gewan­del­ten Hos­ti­en, die bei der Kom­mu­ni­on nicht aus­ge­teilt wer­den, wer­den in der Kir­che an einem beson­de­ren Ort auf­be­wahrt, im Taber­na­kel (lat. Zelt), in des­sen Nähe das ​„Ewi­ge Licht“ brennt, des­sen Bedeu­tung den Kin­dern erklärt wurde. 

Was ist eine Eucharistische Anbetung?

„Wenn wir jeman­den lieb­ha­ben, wol­len wir so oft wie mög­lich bei ihm sein! Dann sagen wir ihm das auch!“, erzähl­te Ger­traud Dick­gie­ßer. So sei es auch bei Jesus. Jeder dür­fe bei ihm sein und ihn — den Erlö­ser — loben. Katho­li­ken tun genau das in einer Anbe­tung: Der Pries­ter gibt eine gro­ße Hos­tie in ein Schau­ge­fäß, die so genann­te Mons­tranz. Und die Men­schen, die Jesus die Ehre erwei­sen wol­len, zei­gen, dass der, den sie in der Gestalt des gewan­del­ten Bro­tes anbe­ten, etwas ganz Beson­de­res ist. Als Pater Jip­son durch das Pres­by­te­ri­um zum Taber­na­kel ging, um die gewan­del­te Hos­tie in die Mons­tranz, die auf dem Volks­al­tar stand, zu über­tra­gen, wur­de es plötz­lich — ganz unauf­ge­for­dert ‑mucks­mäus­chen­still im Got­tes­haus. Als klei­ne Unter­stüt­zung bei der Anbe­tung teil­ten Pater Jip­son und Ger­traud Dick­gie­ßer ein Bild an die Kin­der aus, auf dem Jesus ein Mäd­chen, das vor der Mons­tranz kniet und ihn anbe­tet, lie­be­voll umarmt. Dann durf­te jedes der Erst­kom­mu­ni­on­kin­der Weih­rauch­kör­ner auf glü­hen­de Koh­len legen, die in einer Scha­le auf den Stu­fen vor dem Volks­al­tar bereit­ge­stellt wor­den waren, um zu zei­gen, dass sein Gebet ​„wie Weih­rauch zum Him­mel steigt“ und Jesus mit einer Knie­beu­ge die Ehre zu erwei­sen. Nach dem gemein­sa­men Vater­un­ser spen­de­te Pater Jip­son allen den eucha­ris­ti­schen Segen, ehe der Got­tes­dienst mit einem Dank­lied, das Ger­traud Dick­gie­ßer am E‑Piano beglei­te­te, zu Ende ging. Eini­ge Kin­der blie­ben mit Ihren Eltern noch eine Wei­le in der Pfarr­kir­che, um ihr Inne­res zu erkun­den und span­nen­de Fra­gen zu stel­len, z. B. nach der Reli­quie, die bei der Altar­wei­he ihren Platz im Volks­al­tar gefun­den hat. 

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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