Am vergangenen Donnerstag (29.01.2026) waren alle Erstkommunikanten mit ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern in die Pfarrkirche Sankt Martinus zum zweiten Weggottesdienst eingeladen, um gemeinsam ein weiteres Stück in Richtung des großen Festes zu gehen.
Dieses Mal rückte das Geheimnis um den „Leib Christi“ besonders in den Mittelpunkt. Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer begrüßte die große Glaubensgemeinschaft und zeigte zu Beginn noch einmal die Bedeutung des kleinen Kreuzzeichens auf, bei dem sich jeder Gläubige, der es mit dem Daumen nachvollzieht, daran erinnert, dass er an Jesus denkt (Stirn), von ihm redet (Mund) und ihn liebt (Herz). Nach einem gemeinsamen Eröffnungslied erklärte die Gemeindereferentin, was es mit den oblatenähnlichen Hostien, die lediglich aus Wasser und Weizenmehl angefertigt werden, auf sich hat. Solange die Hostien (vom lat. hostia = Opfergabe) nicht „gewandelt“ worden sind, handelt es sich ganz einfach um Brot — wenn auch in anderer Form, als es für gewöhnlich im Alltag Verwendung findet. Gertraud Dickgießer und Stephanie Altmann vom Mesnerteam boten den Kindern an, sich jeweils ein unkonsekretiertes Exemplar aus der Hostiendose, wie sie aus der Hostienbäckerei kommt, zu nehmen und — im wahrsten Sinne des Wortes — zu „begreifen“, was die Erstkommunikanten ausnahmslos annahmen. Spannend war es, die Hostie neugierig anzuschauen, daran zu riechen und sie dann zu verkosten. Interessant war es auch zu hören, welche Eindrücke die Kinder dabei wahrgenommen haben. „Wir Katholiken glauben, dass im Gottesdienst mit diesem Brot etwas ganz Besonderes geschieht: Es wird in den ‚Leib Christi‘ verwandelt!“, fuhr die Gemeindereferentin fort.
Brot und Wein werden zu Leib und Blut Christi
Alle waren eingeladen, Pfarrvikar Pater Jipson zuzuhören, als er die Worte sprach, die jeder Priester stellvertretend für Jesus beim Sanctus nach der Herabrufung des Heiligen Geistes bei der Eucharistiefeier spricht: „Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: ‚Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!‘“ „Heute habt Ihr nur das Brot probiert, aber bei Eurer Erstkommunion bekommt Ihr zum ersten Mal die verwandelte Hostie, den Leib Christi! Der Grund, warum wir dieses große Fest feiern!“, betonte Gertraud Dickgießer. Das Besondere dabei sei, das man diese Verwandlung nicht mit den eigenen Augen sehen könne. Die Hostie schmecke auch nach der Verwandlung immer noch nach Brot. „Nur mit unserem Herzen können wir spüren, dass sich das Brot zu Jesus selbst, zum ‚Leib Christi‘ verwandelt, wenn der Priester die Wandlungsworte spricht! Das ist das große Geheimnis unseres Glaubens!“, machte die Gemeindereferentin nochmals deutlich. Alle gewandelten Hostien, die bei der Kommunion nicht ausgeteilt werden, werden in der Kirche an einem besonderen Ort aufbewahrt, im Tabernakel (lat. Zelt), in dessen Nähe das „Ewige Licht“ brennt, dessen Bedeutung den Kindern erklärt wurde.
Was ist eine Eucharistische Anbetung?
„Wenn wir jemanden liebhaben, wollen wir so oft wie möglich bei ihm sein! Dann sagen wir ihm das auch!“, erzählte Gertraud Dickgießer. So sei es auch bei Jesus. Jeder dürfe bei ihm sein und ihn — den Erlöser — loben. Katholiken tun genau das in einer Anbetung: Der Priester gibt eine große Hostie in ein Schaugefäß, die so genannte Monstranz. Und die Menschen, die Jesus die Ehre erweisen wollen, zeigen, dass der, den sie in der Gestalt des gewandelten Brotes anbeten, etwas ganz Besonderes ist. Als Pater Jipson durch das Presbyterium zum Tabernakel ging, um die gewandelte Hostie in die Monstranz, die auf dem Volksaltar stand, zu übertragen, wurde es plötzlich — ganz unaufgefordert ‑mucksmäuschenstill im Gotteshaus. Als kleine Unterstützung bei der Anbetung teilten Pater Jipson und Gertraud Dickgießer ein Bild an die Kinder aus, auf dem Jesus ein Mädchen, das vor der Monstranz kniet und ihn anbetet, liebevoll umarmt. Dann durfte jedes der Erstkommunionkinder Weihrauchkörner auf glühende Kohlen legen, die in einer Schale auf den Stufen vor dem Volksaltar bereitgestellt worden waren, um zu zeigen, dass sein Gebet „wie Weihrauch zum Himmel steigt“ und Jesus mit einer Kniebeuge die Ehre zu erweisen. Nach dem gemeinsamen Vaterunser spendete Pater Jipson allen den eucharistischen Segen, ehe der Gottesdienst mit einem Danklied, das Gertraud Dickgießer am E‑Piano begleitete, zu Ende ging. Einige Kinder blieben mit Ihren Eltern noch eine Weile in der Pfarrkirche, um ihr Inneres zu erkunden und spannende Fragen zu stellen, z. B. nach der Reliquie, die bei der Altarweihe ihren Platz im Volksaltar gefunden hat.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

