So manchem fiel das Aufstehen und das Schnüren seiner Wanderstiefel am vergangenen Samstagmorgen (18.05.2024) schwer, da es hier und dort zwickte und sich spätestens jetzt - nach ein paar Stunden Schlaf - die bis zu 50 Kilometer, die schon in den müden Wallfahrerknochen steckten, bemerkbar machten. Andere wiederum hätten am Vorabend noch weitergehen können. Beim Einsaugen der Reischacher Morgenluft und dem Gezwitscher der Vögel schöpften die meisten der Pilger wieder neue Kraft für den Endspurt zur Gnadenkapelle.
Am Vortag (17.05.2024) in Eichendorf war der Pilgerzug mit über 60 Teilnehmern (wir berichteten) schon stattlich gewesen. In Mitterskirchen war die Teilnehmerzahl bereits auf 86 Beterinnen und Beter angewachsen. Besonders für diejenigen, die sich am Freitag nicht freinehmen konnten oder ihre „Wallfahrtstauglichkeit“ erst einmal auf einem Teil der Pilgerstrecke austesten wollten, bestand die Möglichkeit, sich der Wallfahrergruppe an verschiedenen Etappenzielen anzuschließen, zuletzt am Samstag um 4.00 Uhr in der Frühe vor dem Reischacher Hof. „Von hier aus sind es noch ca. 12 Kilometer oder bei mir um die 14.500 Schritte bis zu Unserer Lieben Frau!“, verriet Lautsprecheranlagenträger Sebastian Albert mit einem einem Blick auf seine Smartwatch und einem Augenzwinkern. „Und uns hat irgendwo am Inn entlang ein 40-Tonner langsam überholt, dann hat er die Blinker rechts, links und wieder rechts gesetzt, was so viel wie ‚Dankeschön!‘ heißt!“, berichtete eine Pilgerin mit glasigen Augen und einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.
Feierlicher Einzug am Kapellplatz
Um 6.30 Uhr morgens konnte Pater David Kolodziejczyk OSPPE dann beim Einzug auf dem Altöttinger Kapellplatz die sage und schreibe 116 Wallfahrer als erste Gruppe des Tages in Empfang nehmen. Begleitet von der Altöttinger Musikkapelle und feierlichem Glockengeläut zogen die Marienverehrer erleichtert, sichtlich gerührt von der besonderen Atmosphäre und teilweise Hand in Hand einmal um die Gnadenkapelle, deren Rundgang mit über 2.000 Votivbildern behängt ist. Anschließend begrüßte der Pfarrvikar des Paulinerklosters St. Magdalena und vormalige Gartlberger Wallfahrtsdirektor die Wallfahrer, die Unserer Lieben Frau von Altötting und dem Gnadenbild dort dann ihre Aufwartung machten und ein Gebet sprechen konnten, ganz herzlich, ehe Pfarrer Armin Riesinger aus dem Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing in Konzelebration mit seinem Pfarrvikar Pater Nobi Parakkadan sowie Pater Joshy und Pater Jipson aus dem Pfarrverband Eichendorf der Abschlussmesse vorstand. Die Eichendorfer Obermessdienerinnen Teresa Nachreiner sowie Antonia und Magdalena Brunner übernahmen den Ministrantendienst während der Eucharistiefeier.
Auch nächstes Jahr findet die Wallfahrt wieder statt
Nach dem gemeinsamen Abschlussgebet des Wallfahrervereins sprach dessen Vorsitzender und Pilgerführer Sepp Winnerl allen Kreuz‑, Standarten- und Lautsprecherträgern sowie allen Vor- und Mitbetern sein großes Lob und seinen herzlichen Dank aus. Die Freude der Teilnehmer, auch nächstes Jahr wieder mit ihren persönlichen Anliegen oder zum Dank für eine Gebetserhörung zur Gottesmutter nach Altötting zu gehen, war spürbar.
Wer schon vorher seine Pilgerschuhe wieder schnüren und den Pilgerstab in die Hand nehmen möchte, hat dazu spätestens am Samstag, 14.09.2024, bei der Tageswallfahrt zu Unserer Lieben Frau vom Bogenberg wieder die Gelegenheit. Gestartet wird dann von Maria Bürg aus, das bei Ettling im Pfarrverband Wallerfing-Ramsdorf gelegen ist. Genauere Daten und Informationen dazu werden z. B. im Newsletter des Pfarrverbandes Eichendorf veröffentlicht, den jeder Interessierte kostenlos ganz einfach hier abonnieren kann.
Wer Mitglied beim Wallfahrerverein Eichendorf-Wallerfing werden will, darf sich gerne an den Vereinsvorsitzenden Sepp Winnerl (Festnetztelefon: 09931/4496; Mobilfunk: 0160/91213548; E‑Mail-Adresse: josefwinnerl[at]gmx.de) und seinen Stellvertreter Alois Breitschopf aus Hütt wenden.
Bericht: Stephanie Altmann
Fotos: Stephanie Altmann und Pater Nobi Parakkadan

