Am Karfreitag (03.04.2026) fand in der Pfarrkirche Sankt Martinus - in Fortsetzung des ersten Teils der Liturgie der „Heilige Drei Tage“, die am Gründonnerstag ihren Auftakt nahm - die Feier vom Leiden und Sterben Christi statt. Die Leitung der Liturgie übernahm in diesem Jahr der Gottesdienstbeauftragte und Gesamt-Pfarrgemeinderatsvorsitzende Franz Ratzisberger.
Nach dem stillen Einzug legte sich der von den beiden Ministrantinnen begleitete Gottesdienstleiter als Zeichen der Demut und Trauer mit dem Gesicht zu Boden vor den Volksaltar. Nach dem Eröffnungsgebet trug Lektorin und Pfarrgemeinderatsmitglied Christiane Sicheneder die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja und die neutestamentliche Lesung aus dem Hebräerbrief vor. Auf einzelne Sprecherrollen verteilt übernahmen Franz Ratzisberger, Christiane Sicheneder und Pfarreisprecher Ulrich Altmann zusammen die Verkündigung der Passion — der Leidensgeschichte Jesu — nach Johannes. Diese Version der Passion unterscheidet sich von den drei anderen Evangelien. Manches an genauen Angaben — wie z. B. das Zerschlagen der Gebeine der Mitgekreuzigten oder die Bezeichnung des Ortes, wo genau Jesus von Pilatus verurteilt wurde, ist nur dort zu finden. Vielmehr noch aber unterscheidet sich das Johannesevangelium von den anderen in seinem Jesusbild. Jesus tritt nicht als ringender und leidender Mensch auf. Er ist immer der Gottessohn, in allem souverän Herr des Geschehens, in königlicher Würde.
Das Heilige Grab ist aufgebaut
Nach einem gemeinsamen Lied wurden die großen Fürbitten vor Gott gebracht, ehe Franz Ratzisberger den mit einem violetten Tuch verhüllten Korpus des Gekreuzigten, der an einem großen Kreuz, das auf den Stufen vor dem Altar stand, angenagelt war, — von Gesang begleitet — in drei Schritten enthüllte und alle die fast 70 Mitfeiernden einlud, dem Gekreuzigten die Ehre zu erweisen. Anschließend betete die Gottesdienstgemeinde gemeinsam das Vaterunser. Der zweite Teil der Liturgie der „Heiligen Drei Tage“ endete nach dem Schlussgebet mit einem Auszug in aller Stille. Die stimmungsvolle musikalische Gestaltung der Karfreitagsliturgie hatte die Frauenschola mit Hilde Weitl und Hildegard Hagenburger unter der Leitung von Lydia Schropp übernommen. Im Anschluss begaben sich einige der Mitfeiernden noch zum Heiligen Grab, das nach der Ölbergandacht am Gründonnerstag vor dem Sebastiani-Seitenaltar aufgebaut worden war. Unter einem weißen Schleier lag dort der Leichnam Jesu mit den Wundmalen an der Seite sowie an den Händen und Füßen, der von zwei römischen Soldaten bewacht wurde. Außerdem knien zwei Engel anbetend vor der Grabeshöhle, die von farbigen Lichtern umsäumt ist. Das Heilige Grab wird voraussichtlich bis Donnerstag der Osterwoche in der Pfarrkirche aufgebaut bleiben, hat bzw. wird aber nach dem Auferstehungsgottesdienst durch auf den ersten Blick kleinere Umbauten bestimmte Änderungen erfahren.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

