Am Volkstrauertag (16.11.2025) wurde beim Sonntagsgottesdienst der Opfer von Kriegen und Gewalt gedacht. Besonders hieß Pater Joshy die Abordnung der Eichendorfer Feuerwehr willkommen, die den festlichen Gottesdienst mitfeierte und deren Fahnenjunker sich mit der Vereinsfahne im Presbyterium postierte.
In seiner Statio wies Pfarradministrator Pater Joshy Kanjirathamkunnel MI darauf hin, dass die Schrifttexte zum Ende des Kirchenjahres zwar düstere Zeiten ankündigen, aber auch Hoffnung vermitteln. In der Lesung aus dem 3. Kapitel des Buches Maleachi — dem letzten Buch des Alten Testaments -, die von Lektorin Klara Kirschner vorgetragen wurde, spricht der Prophet mit dem Namen „Maleachi“ — mein Bote -, der in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts, also nach der Rückkehr Israels aus dem Exil, lebte, mehrfach vom „Tag des Herrn“ als Gericht Gottes zum Heil oder zur Strafe. Der Text, der für den 33. Sonntag im Jahreskreis vorgesehen war, enthält das Bild der Sonne der Gerechtigkeit, die ihre Strahlen aussendet. Dann verkündete Pater Joshy das Lukasevangelium.
„Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“
„Das heutige Evangelium hört sich an wie eine Sammlung von Zeitungsmeldungen unserer Tage. Da ist die Rede vom Schrecken des Krieges, von Erdbeben, Naturgewalten, Seuchen und Hungersnöten, von Verfolgung, Hass und Verachtung, von Mord und Totschlag. Alle sind aktuell.“, begann der Geistliche seine Auslegung. Bei genauer Betrachtung sehe man, dass das, was die Bibel in den gewaltigen Bildern von Katastrophen, Elend und Not erzählt, nicht nur in der Außen-Welt geschehe, sondern immer wieder auch im Inneren eines Menschen. Es gebe immer wieder Weltuntergangstimmung in der großen wie in der kleinen persönlichen Welt. Darum sei es gut, sich immer wieder die Frage zu stellen, „worauf wir gründen und was uns trägt“. Im Evangelium sage Jesus jedem einzelnen ganz deutlich: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“. Wer in Jesus standhaft bleibe, der bekomme die Offenheit zum Lieben, die Kraft zur Vergebung und den Mut zum Frieden — Heilmittel gegen viele Weltuntergänge im persönlichen Leben. Darum mahne Jesus alle, in ihm standhaft zu bleiben. Nicht zu dramatisieren, nicht zu verharmlosen, nicht zu resignieren, sondern standzuhalten! Denn wer in Jesus standhaft bleibe, der gewinne das Leben und dessen Leben werde nie untergehen. „In Jesus standhaft bleiben — was bedeutet das für Dich?“, wandte sich der Eichendorfer Pfarradministrator abschließend mit einem fragenden Blick an seine Zuhörer.
Zweite Bürgermeisterin legte Kranz am Kriegerdenkmal nieder
Nach dem Glaubensbekenntnis und den Fürbitten, die besonders die Opfer von Kriegen und Gewalt in den Blick nahmen, feierte die Gottesdienstgemeinde Eucharistie. Hildegard Hartl unterstützte den Zelebranten bei der Spendung der Kommunion. Die stimmige musikalische Gestaltung des Heiligen Amtes übernahm Lukas Salzberger an der Kirchenorgel. Nach dem Schlusssegen versammelten sich die Mitfeiernden mit der Geistlichkeit und dem liturgischen Dienst vor dem Kriegerdenkmal auf dem südlichen Kirchenvorplatz, um die Toten im gemeinsamen Gebet vor Gott zu bringen und um Kraft für den Frieden zu bitten. „Wir gedenken der Toten der beiden Weltkriege, der Opfer von Gewalt und Terror, und derer, die durch Krieg, Verfolgung, Ideologie oder Menschenhass ihr Leben verloren haben, aber auch all jener, die heute — im Jahr 2025 — unter den Folgen von Konflikten und Kriegen leiden!“, begann die Zweite Bürgermeisterin Margit Vielmeier ihre Ansprache. „Im Jahr 2025 erleben wir erneut eine Welt, die aus den Fugen geraten scheint. Internationale Konflikte, politische Spannungen, Extremismus und gesellschaftliche Spaltung lassen uns spüren, wie zerbrechlich Frieden sein kann!“, fuhr das stellvertretende Gemeindeoberhaupt fort. Viele Menschen würden Unsicherheit fühlen, manche Angst, einige auch Wut. „Nur wenn wir begreifen, dass unsere Demokratie das wichtigste Gut ist, dürfen wir einer friedvollen Zukunft entgegenblicken!“, ermutigte Margit Vielmehr die Anwesenden. Gerade deshalb sei der Volkstrauertag aktueller denn je. Er verpflichte dazu, die Werte hochzuhalten, die das Zusammenleben tragen: Respekt, Toleranz, Mitgefühl und Verantwortung und sich dem entgegenzustellen, was den Frieden bedroht.
Wachsam und menschlich bleiben
„Mögen wir wachsam bleiben! Mögen wir menschlich bleiben! Mögen wir aus der Erinnerung Kraft für die Zukunft schöpfen!“, forderte Margit Vielmehr abschließend ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, ehe sie im Namen der Marktgemeinde als äußeres Zeichen der Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege am Kriegerdenkmal zusammen mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die dort mit Fackeln die Ehrenwache hielt, einen Kranz niederlegte. Dann bedankte sich die Zweite Bürgermeisterin bei allen, die dazu beigetragen haben, dass der Volkstrauertag würdig begangen werden konnte: den Kameraden der Feuerwehr Eichendorf, die die Tradition des Gedenkens bewahren, Pater Joshy und allen anderen Seelsorgern der Kirchen, die Trost und Orientierung geben, den Schulen, die die Verantwortung an die junge Generation weitertragen, den Bläsern, die der Gedenkfeier einen würdigen musikalischen Rahmen verliehen haben, und allen Bürgerinnen und Bürgern, die zur Feier gekommen sind — aus Respekt, aus Anteilnahme, aus Verantwortung. Zum Schluss der Feier sprach auch Pater Joshy allen, die durch ihr Engagement dafür Sorge tragen, dass die Opfer von Kriegen und Gewalt nicht in Vergessenheit geraten, seinen herzlichen Dank aus.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

