Gottesdienst

Standhaft bleiben in Jesus

Pfarrverband Eichendorf am 19.11.2025

Am Volkstrauertag (16.11.2025) wurde beim Sonntagsgottesdienst der Opfer von Kriegen und Gewalt gedacht. Besonders hieß Pater Joshy die Abordnung der Eichendorfer Feuerwehr willkommen, die den festlichen Gottesdienst mitfeierte und deren Fahnenjunker sich mit der Vereinsfahne im Presbyterium postierte.

In sei­ner Sta­tio wies Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor Pater Jos­hy Kan­ji­ratham­kun­nel MI dar­auf hin, dass die Schrift­tex­te zum Ende des Kir­chen­jah­res zwar düs­te­re Zei­ten ankün­di­gen, aber auch Hoff­nung ver­mit­teln. In der Lesung aus dem 3. Kapi­tel des Buches Malea­chi — dem letz­ten Buch des Alten Tes­ta­ments -, die von Lek­to­rin Kla­ra Kirsch­ner vor­ge­tra­gen wur­de, spricht der Pro­phet mit dem Namen ​„Malea­chi“ — mein Bote -, der in der ers­ten Hälf­te des 5. Jahr­hun­derts, also nach der Rück­kehr Isra­els aus dem Exil, leb­te, mehr­fach vom ​„Tag des Herrn“ als Gericht Got­tes zum Heil oder zur Stra­fe. Der Text, der für den 33. Sonn­tag im Jah­res­kreis vor­ge­se­hen war, ent­hält das Bild der Son­ne der Gerech­tig­keit, die ihre Strah­len aus­sen­det. Dann ver­kün­de­te Pater Jos­hy das Lukasevangelium.

„Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“

„Das heu­ti­ge Evan­ge­li­um hört sich an wie eine Samm­lung von Zei­tungs­mel­dun­gen unse­rer Tage. Da ist die Rede vom Schre­cken des Krie­ges, von Erd­be­ben, Natur­ge­wal­ten, Seu­chen und Hun­gers­nö­ten, von Ver­fol­gung, Hass und Ver­ach­tung, von Mord und Tot­schlag. Alle sind aktu­ell.“, begann der Geist­li­che sei­ne Aus­le­gung. Bei genau­er Betrach­tung sehe man, dass das, was die Bibel in den gewal­ti­gen Bil­dern von Kata­stro­phen, Elend und Not erzählt, nicht nur in der Außen-Welt gesche­he, son­dern immer wie­der auch im Inne­ren eines Men­schen. Es gebe immer wie­der Welt­un­ter­gang­stim­mung in der gro­ßen wie in der klei­nen per­sön­li­chen Welt. Dar­um sei es gut, sich immer wie­der die Fra­ge zu stel­len, ​„wor­auf wir grün­den und was uns trägt“. Im Evan­ge­li­um sage Jesus jedem ein­zel­nen ganz deut­lich: ​„Wenn ihr stand­haft bleibt, wer­det ihr das Leben gewin­nen“. Wer in Jesus stand­haft blei­be, der bekom­me die Offen­heit zum Lie­ben, die Kraft zur Ver­ge­bung und den Mut zum Frie­den — Heil­mit­tel gegen vie­le Welt­un­ter­gän­ge im per­sön­li­chen Leben. Dar­um mah­ne Jesus alle, in ihm stand­haft zu blei­ben. Nicht zu dra­ma­ti­sie­ren, nicht zu ver­harm­lo­sen, nicht zu resi­gnie­ren, son­dern stand­zu­hal­ten! Denn wer in Jesus stand­haft blei­be, der gewin­ne das Leben und des­sen Leben wer­de nie unter­ge­hen. ​„In Jesus stand­haft blei­ben — was bedeu­tet das für Dich?“, wand­te sich der Eichen­dor­fer Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor abschlie­ßend mit einem fra­gen­den Blick an sei­ne Zuhörer.

Zweite Bürgermeisterin legte Kranz am Kriegerdenkmal nieder

Nach dem Glau­bens­be­kennt­nis und den Für­bit­ten, die beson­ders die Opfer von Krie­gen und Gewalt in den Blick nah­men, fei­er­te die Got­tes­dienst­ge­mein­de Eucha­ris­tie. Hil­de­gard Hartl unter­stütz­te den Zele­bran­ten bei der Spen­dung der Kom­mu­ni­on. Die stim­mi­ge musi­ka­li­sche Gestal­tung des Hei­li­gen Amtes über­nahm Lukas Salz­ber­ger an der Kir­chen­or­gel. Nach dem Schluss­se­gen ver­sam­mel­ten sich die Mit­fei­ern­den mit der Geist­lich­keit und dem lit­ur­gi­schen Dienst vor dem Krie­ger­denk­mal auf dem süd­li­chen Kir­chen­vor­platz, um die Toten im gemein­sa­men Gebet vor Gott zu brin­gen und um Kraft für den Frie­den zu bit­ten. ​„Wir geden­ken der Toten der bei­den Welt­krie­ge, der Opfer von Gewalt und Ter­ror, und derer, die durch Krieg, Ver­fol­gung, Ideo­lo­gie oder Men­schen­hass ihr Leben ver­lo­ren haben, aber auch all jener, die heu­te — im Jahr 2025 — unter den Fol­gen von Kon­flik­ten und Krie­gen lei­den!“, begann die Zwei­te Bür­ger­meis­te­rin Mar­git Viel­mei­er ihre Anspra­che. ​„Im Jahr 2025 erle­ben wir erneut eine Welt, die aus den Fugen gera­ten scheint. Inter­na­tio­na­le Kon­flik­te, poli­ti­sche Span­nun­gen, Extre­mis­mus und gesell­schaft­li­che Spal­tung las­sen uns spü­ren, wie zer­brech­lich Frie­den sein kann!“, fuhr das stell­ver­tre­ten­de Gemein­de­ober­haupt fort. Vie­le Men­schen wür­den Unsi­cher­heit füh­len, man­che Angst, eini­ge auch Wut. ​„Nur wenn wir begrei­fen, dass unse­re Demo­kra­tie das wich­tigs­te Gut ist, dür­fen wir einer fried­vol­len Zukunft ent­ge­gen­bli­cken!“, ermu­tig­te Mar­git Viel­mehr die Anwe­sen­den. Gera­de des­halb sei der Volks­trau­er­tag aktu­el­ler denn je. Er ver­pflich­te dazu, die Wer­te hoch­zu­hal­ten, die das Zusam­men­le­ben tra­gen: Respekt, Tole­ranz, Mit­ge­fühl und Ver­ant­wor­tung und sich dem ent­ge­gen­zu­stel­len, was den Frie­den bedroht.

Wachsam und menschlich bleiben

„Mögen wir wach­sam blei­ben! Mögen wir mensch­lich blei­ben! Mögen wir aus der Erin­ne­rung Kraft für die Zukunft schöp­fen!“, for­der­te Mar­git Viel­mehr abschlie­ßend ihre Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger auf, ehe sie im Namen der Markt­ge­mein­de als äuße­res Zei­chen der Erin­ne­rung an die Opfer der bei­den Welt­krie­ge am Krie­ger­denk­mal zusam­men mit den Kame­ra­den der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr, die dort mit Fackeln die Ehren­wa­che hielt, einen Kranz nie­der­leg­te. Dann bedank­te sich die Zwei­te Bür­ger­meis­te­rin bei allen, die dazu bei­getra­gen haben, dass der Volks­trau­er­tag wür­dig began­gen wer­den konn­te: den Kame­ra­den der Feu­er­wehr Eichen­dorf, die die Tra­di­ti­on des Geden­kens bewah­ren, Pater Jos­hy und allen ande­ren Seel­sor­gern der Kir­chen, die Trost und Ori­en­tie­rung geben, den Schu­len, die die Ver­ant­wor­tung an die jun­ge Gene­ra­ti­on wei­ter­tra­gen, den Blä­sern, die der Gedenk­fei­er einen wür­di­gen musi­ka­li­schen Rah­men ver­lie­hen haben, und allen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, die zur Fei­er gekom­men sind — aus Respekt, aus Anteil­nah­me, aus Ver­ant­wor­tung. Zum Schluss der Fei­er sprach auch Pater Jos­hy allen, die durch ihr Enga­ge­ment dafür Sor­ge tra­gen, dass die Opfer von Krie­gen und Gewalt nicht in Ver­ges­sen­heit gera­ten, sei­nen herz­li­chen Dank aus.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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