Kirche vor Ort

Jesu Licht aufstrahlen lassen

Pfarrverband Eichendorf am 31.10.2025

Am vergangenen Sonntag (26.10.2025) fand zum Abschluss des Rosenkranz- und Marienmonats Oktober auf Initiative des Eichendorfer Pfarradministrators Pater Joshy auch heuer wieder eine Lichterprozession statt. 

Pünkt­lich zum Son­nen­un­ter­gang tra­fen sich — aus­ge­rüs­tet mit Ker­zen, Later­nen, Taschen- und Stirn­lam­pen und Rosen­krän­zen — vie­le Gläu­bi­ge, Jung und Alt aus dem gan­zen Pfarr­ver­band, vor der Dor­nacher Pfarr­kir­che Sankt Lau­ren­ti­us, um sich gemein­sam mit ihrem Pfar­rer, mit ihrem Pfarr­vi­kar Pater Jip­son und ihrer Gemein­de­re­fe­ren­tin Ger­traud Dick­gie­ßer betend auf den Weg nach Enz­er­weis zur dor­ti­gen Ammer-Kapel­le zu machen. ​„Mit Maria wol­len wir heu­te unter­wegs sein. Denn der Rosen­kranz ist ein Weg mit Maria zu Jesus. Im Rosen­kranz­ge­bet betrach­ten wir die Geheim­nis­se Sei­nes Lebens — Freu­de, Licht, Leid, Herr­lich­keit. Mit dem Gebet wol­len wir sein Licht auf­strah­len las­sen in unse­rem Leben, in unse­rer Freu­de so wie auch in unse­rem Leid! Wenn wir spä­ter die Ker­zen anzün­den wer­den, dann wol­len wir die Dun­kel­heit um uns her­um und auch all unse­re Nöte, Ängs­te, Kon­flik­te und Sor­gen in sein Licht stel­len. Dann blei­ben unse­re klei­nen Flam­men stär­ker als jene Dun­kel­heit. Im Gedan­ken neh­men wir all jene Men­schen mit, die unse­re Gebets­hil­fe brau­chen. Lasst uns andäch­tig den Rosen­kranz beten und spü­ren, dass wir auf unse­ren Lebens­we­gen allein sind. Maria geht mit uns mit!“, eröff­ne­te Pater Jos­hy die Pro­zes­si­on. Er gab sei­ner Freu­de dar­über Aus­druck, dass sich wie­der vie­le Gläu­bi­ge ein­ge­fun­den haben, um ein Zeug­nis für ihren Glau­ben zu geben.

Den Rosenkranz gebetet

Anschlie­ßend über­gab der Geist­li­che das Wort an Alo­is Breit­schopf aus Hütt, den stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den des Wall­fah­rer­ver­eins Eichen­dorf-Wal­ler­fing. Der rou­ti­nier­te Pil­ger­füh­rer stimm­te die Gemein­schaft mit einem gemein­sa­men Gebet auf den Rosen­kranz ein, den er anschlie­ßend — unter­stützt von sei­ner Ehe­frau Chris­ti­ne Rein­spach-Breit­schopf und Laut­spre­cher­trä­ger Klaus Ott aus Inders­bach — vor­be­te­te. Dabei beton­te der Vor­be­ter auch die Not­wen­dig­keit der Stil­le. Der Dor­nacher Kir­chen­chor unter der Lei­tung von Lukas Salz­ber­ger hat­te pas­sen­de Lie­der aus­ge­wählt und über­nahm die stim­mungs­vol­le musi­ka­li­sche Gestal­tung der Lich­ter­pro­zes­si­on. Die Pro­zes­si­on führ­te mit Sebas­ti­an Albert aus Hart­kir­chen an der Spit­ze, der das illu­mi­nier­te Pfarr­ver­bands­kreuz trug, gefolgt von Ste­pha­nie und Rebec­ca Alt­mann aus Eichen­dorf, die abwech­selnd mit den Erst­kom­mu­ni­on­kin­dern — vor­wie­gend aus Dor­nach, Enz­er­weis, Per­bing und Kröhstorf — einen gro­ßen beleuch­te­ten Rosen­kranz vor­an­tru­gen, am Trai­nings­platz des FC Dor­nach vor­bei über die Gemein­de­ver­bin­dungs­stra­ße nach Enz­er­weis zur frisch reno­vier­ten Ammer-Kapel­le. Zwi­schen­durch stopp­te der vom rau­en Wind beglei­te­te Pil­ger­zug immer wie­der für kur­ze Zeit; dabei wur­den dann Lie­der gesun­gen und besinn­li­che Tex­te vor­ge­tra­gen. Die Pil­ger, die auch heu­er wie­der tro­cke­nen Fußes am Ziel ihrer Pro­zes­si­on anka­men, schar­ten sich um die von einem Meer an Ker­zen erleuch­te­te Ammer-Kapel­le, an der sich schon vie­le wei­te­re Gläu­bi­ge ver­sam­melt hat­ten, dar­un­ter auch Dia­kon Bern­hard Hobels­ber­ger mit sei­ner Ehe­frau Uta.

Pater Joshy weihte Enzerweiser Kapelle ein

Pater Jos­hy bete­te — gesang­lich unter­stützt vom Dor­nacher Kir­chen­chor — im Anschluss an den Rosen­kranz gemein­sam mit den Pil­gern in einer ganz beson­de­ren Atmo­sphä­re. Dabei wur­den die Anlie­gen, in denen die Gläu­bi­gen bete­ten, beson­ders der Für­bit­te Mari­ens anver­traut. Eine Kapel­le sei ein Zei­chen des leben­di­gen Glau­bens, erin­ne­re an das Ver­spre­chen Got­tes ​„Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“ und lade ein, das Unnö­ti­ge drau­ßen zu las­sen und sich auf das Wesent­li­che zu besin­nen, beton­te Pater Jos­hy. Egal, wie schnell das Leben ver­lau­fe: Jeder sol­le sich die Zeit neh­men, um in sich zu gehen und mit Gott ins Gespräch zu kom­men. Ganz beson­ders herz­lich dank­te Pater Jos­hy der Fami­lie Jahrs­tor­fer-Frank aus Enz­er­weis für die über­aus gelun­ge­ne Restau­rie­rung der Kapel­le mit dem wun­der­schö­nen Altar samt Kapel­len­um­griff. ​„Möge die­se Kapel­le ein Ort der Begeg­nung zwi­schen Gott und den Men­schen blei­ben!“, wünsch­te sich Pater Jos­hy und freu­te sich, das Wort an Edu­ard Jahrs­tor­fer zu über­ge­ben, der von der beweg­ten Geschich­te des Klein­ods berich­te­te (sie­he auch Info­kas­ten). ​„Mei­ne gan­ze Fami­lie war in irgend­ei­ner Wei­se mit der Sanie­rung beschäf­tigt und somit erstrahlt die ​‚Ammer-Kapel­le‘ wie­der in neu­em Glanz! Und wir hof­fen, dass sie wei­ter­hin das Dorf­bild von Enz­er­weis berei­chern wird!“, gab Edu­ard Jahrs­tor­fer abschlie­ßend erfreut sei­ner Hoff­nung Aus­druck und bat Pater Jos­hy um den Segen für das schmu­cke Got­tes­haus. Nach der gemein­sam gesun­ge­nen Mari­en­li­ta­nei seg­ne­te Pater Jos­hy das Weih­was­ser, leg­te kräf­tig Weih­rauch auf die mit­ge­brach­te Glut und spen­de­te der Ammer-Kapel­le zur Ein­wei­hung den Segen Got­tes. Dann spen­de­te der Eichen­dor­fer Orts­geist­li­che auch allen Anwe­sen­den und deren Fami­li­en den Segen.

Danach gab es einen Stehempfang am Kirchplatz

Alle Mit­be­te­rin­nen und Mit­be­ter waren im Anschluss an die Lich­ter­pro­zes­si­on, das Gebet, die Ein­wei­hung der Kapel­le und deren Besich­ti­gung (je nach Alter und Gus­to) zu Glüh­wein bzw. Kin­der­punsch auf den Dor­nacher Kir­chen­vor­platz ein­ge­la­den. Danie­la Stangl aus Enz­er­weis (Glüh­wein) und Moni­ka Salz­ber­ger aus Atten­kai­sen (Kin­der­punsch) waren dort in gewohn­ter Wei­se den Rest des Abends über — im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes — schöp­fe­risch tätig und wur­den tat­kräf­tig von Rita Haberl aus Pollnöd und Klaus Ott aus Inders­bach unter­stützt. Beson­ders schwärm­ten die gro­ßen und klei­nen Pil­ger auch von dem süßen Gebäck, das für sie bereit­ge­stellt wor­den war. Die Dor­nacher Kir­chen­ver­wal­tung mit Kir­chen­pfle­ge­rin Bea­te Kirsch­ner-Schr­auf­nagl, Pfarr­ge­mein­de­rats­mit­glied Mar­kus Schmidt und Mes­ner Wal­ter Som­mers­ber­ger hat­ten Steh­ti­sche, um die sich die Pro­zes­si­ons­teil­neh­mer schar­ten, Sitz­ge­le­gen­hei­ten und die erfor­der­li­che Strom­ver­sor­gung und Beleuch­tung bereit­ge­stellt. ​„Gott sei Dank fin­den wir immer wie­der auf Pfarr­ver­bands­ebe­ne Ehren­amt­li­che, die bereit sind, zusam­men zu hel­fen, damit es uns gelingt, unse­re Glau­bens­ge­mein­schaft leben­dig zu hal­ten!“, dank­te Pater Jos­hy allen, die mit­ge­hol­fen hat­ten, die Lich­ter­pro­zes­si­on und die anschlie­ßen­de welt­li­che Fei­er zu orga­ni­sie­ren und durch­zu­füh­ren. Ein beson­de­rer Dank gilt dem Wall­fah­rer­ver­ein Eichen­dorf-Wal­ler­fing, der den Laut­spre­cher samt Mikro­fon zur Ver­fü­gung gestellt hat­te, Albert Stein­hu­ber, Sebas­ti­an Albert und Franz Rat­zis­ber­ger für die Besor­gung der Ker­zen, Anton Kant­ner, der sei­ne Hof­stel­le wie­der den Par­kern zur Ver­fü­gung gestellt hat­te, und allen Pil­gern, die das bereit­ge­stell­te Körb­chen mit einer Spen­de gefüllt haben; das gesam­mel­te Geld wird auch heu­er wie­der einem guten Zweck zuge­führt werden. 

Zur Geschichte der Kapelle

Die­se Kapel­le wur­de im Jah­re 1873 von Lud­wig und Maria Apfel­beck aus Enz­er­weis an ihrem jet­zi­gen Stand­ort erbaut. Die Fami­lie Apfel­beck leb­te nach den Erzäh­lun­gen des Vaters von Edu­ard Jahrs­tor­fer auf dem Schrei­ner-Anwe­sen in Enz­er­weis. Um die vor­letz­te Jahr­hun­dert­wen­de (1900) erwar­ben dann die Urgroß­el­tern von Edu­ard Jahrs­tor­fer die­se Kapel­le. So ent­stand der Name ​„Ammer-Kapel­le“, weil sie nun zum Ammer-Hof gehör­te. Die Kapel­le stand in frü­he­ren Zei­ten viel höher, so dass man sogar drei Stu­fen nach oben stei­gen muß­te, um den Ein­gang zu errei­chen. Im Zuge des Stra­ßen­baus ver­än­der­te sich die Situa­ti­on, so steht die Kapel­le nun tie­fer als die vor­bei­füh­ren­de Stra­ße. In den 1950-er Jah­ren wur­de das klei­ne Got­tes­haus von Edu­ard Jahrs­tor­fers Onkel Franz und des­sen Ehe­frau (Tan­te Leni) reno­viert und anfangs der 1980-er Jah­re von Edu­ard Jahrs­tor­fer und sei­ner Ehe­frau Traudl noch­mals über­holt. Da sich der Zustand in den letz­ten Jah­ren sehr ver­schlech­tert hat­te, ent­schloss sich die Fami­lie Jahrs­tor­fer-Frank zu einer auf­wen­di­gen Gene­ral­sa­nie­rung. Michae­la Jahrs­tor­fer-Frank, eine der drei Töch­ter der Ehe­gat­ten Edu­ard und Traudl Jahrs­tor­fer, über­nahm die bau­li­che Lei­tung. Schwie­ger­sohn Tobi­as Frank leg­te die hand­ge­fer­tig­ten Zie­gel­flie­sen und über­nahm die mühe­vol­le Restau­rie­rung des alten Alta­res. Traudl Jahrs­tor­fer inves­tier­te viel Zeit und Mühe bei den Mal- und Neu­fas­sungs­ar­bei­ten am Altar und an der Madon­na, die auch frü­her schon in der Kapel­le stand.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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