Pfarrvikar Pater Jipson eröffnete den ersten Teil des Heiligen Amtes, den Wortgottesdienst, mit dem Kreuzzeichen und einem herzlichen „Grüß Gott!“ an die Gläubigen, die — im Vergleich zum Vortag — zahlreich erschienen sind. Den Kyrierufen und dem Tagesgebet folgte die Lesung. Die frischgebackene Lektorin Hildegard Hagenburger hat dazu bei ihrem ersten offiziellen „Einsatz“ den Schrifttext aus der Apostelgeschichte vorgetragen, wo erzählt wird, dass Paulus in Ephesus Männern begegnet, die mit der Taufe des Johannes getauft worden sind. Sie kennen aber den Heiligen Geist nicht. Er erläutert ihnen die Schrift, und sie lassen sich auf den Namen Jesu taufen und empfangen den Heiligen Geist. Was an Pfingsten an den in Jerusalem Versammelten geschah, geschieht jetzt an den zwölf Männern in Ephesus. Im Anschluss an den Hallelujaruf verkündete Pater Jipson das Evangelium nach Johannes. In einem nächtlichen Dialog mit dem bedeutenden Pharisäer Nikodemus spricht Jesus von seiner göttlichen Sendung.
Das Pfingstfest abgeschlossen
Die Gläubigen wollten es sich schon gemütlich auf den Kirchenbänken einrichten, um einer Predigt von Pater Jipson zu lauschen. Der ließ dieses Mal allerdings — wie am Pfingstmontag allerorts üblich — die Predigt ausfallen und ermunterte seine Mitchristen, wieder aufzustehen und mit ihm zusammen im Credo den gemeinsamen Glauben zu bekennen. Zum Vortrag der Fürbitten kam wieder Hildegard Hagenburger an den Ambo. Mit der Gabenbereitung, während der die Ministranten emsig ihren Dienst um den Altar bzw. mit den Kollektenkörben ausgestattet zwischen den Kirchenbänken verrichteten, begann dann der zweite Teil der Messfeier, die Feier der Eucharistie. Karin Nachreiner unterstützte den Zelebranten bei der Kommunionspendung. Nach dem gemeinsamen Gebet um gedeihliches Wetter, das ein Großteil der Mitfeiernden auswendig kann, spendete Pater Jipson der Gottesdienstgemeinde und allen an der Mitfeier Verhinderten zum Schluss noch den Segen Gottes und wünschte allen von Herzen einen schönen Feiertag. Kantorin und Organistin Lydia Schropp hatte wieder die zur Liturgie passenden Lieder ausgesucht und mit einer gelungenen Mischung aus deutlichem Gesang und dem erforderlichen Geschick an den Tasten und Pedalen der neuen Kirchenorgel routiniert vorgetragen. Nach dem Gottesdienst brachten die beiden Oberministrantinnen Antonia Brunner und Teresa Nachreiner noch einige Kerzen für die am kommenden Freitag stattfindende Jubiläumswallfahrt nach Haid unter das Gottesvolk.
Die Sieben Gaben des Heiligen Geistes
Der Heilige Geist, der den Jüngern von Jesus versprochen wurde, ist im Neuen Testament mit drei Wort präsent: dynamis (= Allmacht Gottes), energeia (= wirksame Kraft), pneuma (= lebendiger Atem). Im Heiligen Geist ist uns die Fülle der Gnade geschenkt. Die biblische Rede von den „Sieben Gaben des Heiligen Geistes“ präzisiert das, was durch das Geschenk des Heiligen Geistes im einzelnen Gläubigen an Begabungen sichtbar werden kann und möglich wird. Man spricht von Charisma oder Charismen (altgriech. = aus Güte geschenkte Gabe).
Im neuen Testament gibt es gleich an verschiedenen Stellen Listen der „Gaben des Heiligen Geistes“, die sich zum Teil überschneiden – etwa Röm 12,6−8; 1 Kor 12,8−10; 1 Kor 12,28−31; Eph 4,7.11f.; 1 Petr 4,10−11. Traditionell ist in der Kirche die Rede von „sieben“ Gaben des Heiligen Geistes. YOUCAT 310: „Die sieben Gaben des Heiligen Geistes sind: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Damit „begabt“ der Heilige Geist Christen; d.h., er schenkt ihnen, über ihre natürlichen Anlagen hinaus, bestimmte Kräfte und gibt ihnen die Chance, zu speziellen Werkzeugen Gottes in dieser Welt zu werden.“
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

