Festgottesdienst

Sehnsucht nach einer veränderten Welt

Pfarrverband Eichendorf am 28.05.2026

Für den vergangenen Sonntag (24.05.2026), den Pfingstsonntag, waren alle Gläubigen der Pfarrei in ihre Pfarrkirche Sankt Martinus eingeladen, um gemeinsam das Hochfest Pfingsten mit einem Heiligen Amt zu feiern.

Nach dem fest­li­chen Ein­zug und dem Kreuz­zei­chen begrüß­te Pater Jos­hy die Got­tes­dienst­ge­mein­de mit einem herz­li­chen ​„Grüß Gott!“, das sei­ne Mit­chris­ten ger­ne erwi­der­ten. In dem Got­tes­haus, in dem am dritt­wich­tigs­ten Hoch­fest der Katho­li­schen Kir­che noch jede Men­ge Platz für wei­te­re Mit­fei­ern­de gewe­sen wäre, folg­ten nach dem bra­si­lia­ni­schen Kyrie, dem Glo­ria und dem Tages­ge­bet die für das Hoch­fest vor­ge­se­he­nen Tex­te aus der Hei­li­gen Schrift. Lek­tor Ulrich Alt­mann trug zunächst die Lesung aus der Apos­tel­ge­schich­te vor. Dort schil­dert Lukas, der Ver­fas­ser der Apos­tel­ge­schich­te, den Geist­emp­fang an Pfings­ten als Hör- und Seh­erfah­rung, die Wir­kung zeigt. In der 2. Lesung aus dem 1. Korin­ther­brief wur­de geschil­dert, dass es in der Gemein­de von Korinth viel Kon­kur­renz gab und so man­cher sich mit beson­de­ren Gaben brüs­te­te, die ande­ren abge­spro­chen wur­den. Pau­lus weist in sei­nem Brief ein­dring­lich dar­auf hin, dass alle vom Geist Got­tes Gaben bekom­men haben. Anschlie­ßend ver­kün­de­te Pater Jos­hy das Evan­ge­li­um nach Johan­nes. Dort beschenkt Jesus, der Auf­er­stan­de­ne, sei­ne Jün­ger mit öster­li­chen Gaben, mit Frie­de und Freu­de und der Voll­macht, Sün­den zu ver­ge­ben. Jesus befä­higt sie dazu durch sei­nen Geist, den er ihnen einhaucht.

Der Geist Gottes ruft uns

„Lie­be Pfingst­ge­mein­de, wir alle seh­nen uns nach einer ver­än­der­ten Welt, nach einer ande­ren Welt, die von Frie­den, Har­mo­nie und Lie­be bestimmt ist. Die­se Sehn­sucht ist heu­te an Pfings­ten stär­ker als sonst, denn wir wis­sen, dass Gott durch sei­nen Geist die Welt erneu­ert hat — und dass Gott die Welt immer noch erneu­ern kann!“, eröff­ne­te Pater Jos­hy sei­ne Pre­digt. Der ers­te Schritt zu einer ver­än­der­ten Welt fan­ge ​„eigent­lich bei mir selbst an.“ Dar­um lade Pfings­ten dazu ein, einen ​„Geis­tes-Check“ — so wie einen ​„Gesund­heits-Check“ — im eige­nen All­tag zu machen. ​„Ich soll­te mich fra­gen: Wel­cher Geist lei­tet mich eigent­lich in mei­nem ganz nor­ma­len All­tags­le­ben?“, wand­te sich der Pre­di­ger an sei­ne Gemein­de. An Pfings­ten sei die Rede von einem Spra­chen­wun­der. ​„Wenn wir uns von Got­tes Geist lei­ten las­sen, wer­den wir ver­su­chen, dem Part­ner, den Kin­dern oder den anstren­gen­den Kol­le­gen zuzu­hö­ren und zu ver­ste­hen, was sie lei­se und laut mit­tei­len möch­ten, anstatt sie sofort zu ver­ur­tei­len — auch wenn sie völ­lig anders ticken als ich!“, gab Pater Jos­hy zu beden­ken. Der Geist Got­tes wecke Auf­brü­che: Auf­brü­che, die zu neu­en Anfän­gen und zu neu­em Leben füh­ren. ​„Wenn wir uns von Got­tes Geist lei­ten las­sen, führt er uns aus allem her­aus, in dem wir ste­cken­blei­ben: aus dem Zwei­fel, der uns fest­hält, aus der Rou­ti­ne, aus dem ewi­gen Jam­mern über die Umstän­de und aus der Angst, die uns lähmt. Der Geist Got­tes bringt Dyna­mik. Er ist wie ein fri­scher Wind, der den Staub von der See­le bläst. Wie eine inne­re Stim­me sagt er uns: ​‚Steh auf, pro­bie­re es neu. Ver­trau mir!‘“, ermu­tig­te Pater Jos­hy sei­ne Zuhörer. 

„Welcher Geist leitet uns?“

Der Hei­li­ge Geist wer­de in der Bibel oft als Feu­er beschrie­ben. ​„Wenn wir uns von Got­tes Geist lei­ten las­sen, dann wird es uns warm ums Herz. Dann wird unser Herz erfüllt sein mit Lie­be und Freu­de, Frie­den und Geduld, Freund­lich­keit, Güte und Treue, Nach­sicht und Selbst­be­herr­schung. Wo Men­schen sich vom Geist Got­tes lei­ten las­sen, dort wird die Welt zu einer ver­än­der­ten Welt, dort wird die Welt eine ande­re. Las­sen wir uns vom Geist Got­tes lei­ten. Dann kön­nen wir es schaf­fen: eine ver­än­der­te Welt, eine ande­re Welt. Dar­um dür­fen wir uns fra­gen: ​‚Wel­cher Geist lei­tet mich eigent­lich in mei­nem ganz nor­ma­len All­tags­le­ben?‘“, gab Pater Jos­hy sei­ner Gemein­de zum Schluss der Pre­digt mit auf den Weg. Pater Jos­hy bedank­te sich bei allen, die durch ihren Dienst die Fei­er des Hoch­fes­tes berei­chert haben, beson­ders beim Musi­ka­li­schen Ver­ein Eichen­dorf, der den Got­tes­dienst unter der Lei­tung von Iris Wun­der­lich mit der Vor­sit­zen­den Hil­de­gard Hagen­bur­ger und Rita Haberl an den Gitar­ren, Lydia Schropp an der Kir­chen­or­gel und Dr. Anto­nia Schmidt-Ramsin an der Quer­flö­te musi­ka­lisch mit (im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes) geist-rei­chen Lie­dern gestal­tet hat­te, bei ​„sei­nen“ Minis­tran­tin­nen, dem Lek­tor, den bei­den Kom­mu­ni­on­hel­fern Karin Nach­rei­ner und Franz Rat­zis­ber­ger sowie Ste­pha­nie Alt­mann vom Mes­ner­team und ihrer Fami­lie; die Got­tes­dienst­ge­mein­de hono­rier­te den Ein­satz aller mit einem herz­li­chen Applaus. Bei der Spen­dung des Schluss­se­gens erbat der Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor für die Mit­fei­ern­den und all die­je­ni­gen, die nicht an der Fei­er teil­neh­men konn­ten, die Geis­tes­ga­ben und wünsch­te allen einen geseg­ne­ten Fei­er­tag. Dann zog der Zele­brant, wäh­rend der Musi­ka­li­sche Ver­ein zum Schall der Orgel und zu Ehren der Got­tes­mut­ter das Schluss­lied anstimm­te, mit der Minis­tran­ten­schar in Rich­tung Sakris­tei aus.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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