Nach dem festlichen Einzug und dem Kreuzzeichen begrüßte Pater Joshy die Gottesdienstgemeinde mit einem herzlichen „Grüß Gott!“, das seine Mitchristen gerne erwiderten. In dem Gotteshaus, in dem am drittwichtigsten Hochfest der Katholischen Kirche noch jede Menge Platz für weitere Mitfeiernde gewesen wäre, folgten nach dem brasilianischen Kyrie, dem Gloria und dem Tagesgebet die für das Hochfest vorgesehenen Texte aus der Heiligen Schrift. Lektor Ulrich Altmann trug zunächst die Lesung aus der Apostelgeschichte vor. Dort schildert Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, den Geistempfang an Pfingsten als Hör- und Seherfahrung, die Wirkung zeigt. In der 2. Lesung aus dem 1. Korintherbrief wurde geschildert, dass es in der Gemeinde von Korinth viel Konkurrenz gab und so mancher sich mit besonderen Gaben brüstete, die anderen abgesprochen wurden. Paulus weist in seinem Brief eindringlich darauf hin, dass alle vom Geist Gottes Gaben bekommen haben. Anschließend verkündete Pater Joshy das Evangelium nach Johannes. Dort beschenkt Jesus, der Auferstandene, seine Jünger mit österlichen Gaben, mit Friede und Freude und der Vollmacht, Sünden zu vergeben. Jesus befähigt sie dazu durch seinen Geist, den er ihnen einhaucht.
Der Geist Gottes ruft uns
„Liebe Pfingstgemeinde, wir alle sehnen uns nach einer veränderten Welt, nach einer anderen Welt, die von Frieden, Harmonie und Liebe bestimmt ist. Diese Sehnsucht ist heute an Pfingsten stärker als sonst, denn wir wissen, dass Gott durch seinen Geist die Welt erneuert hat — und dass Gott die Welt immer noch erneuern kann!“, eröffnete Pater Joshy seine Predigt. Der erste Schritt zu einer veränderten Welt fange „eigentlich bei mir selbst an.“ Darum lade Pfingsten dazu ein, einen „Geistes-Check“ — so wie einen „Gesundheits-Check“ — im eigenen Alltag zu machen. „Ich sollte mich fragen: Welcher Geist leitet mich eigentlich in meinem ganz normalen Alltagsleben?“, wandte sich der Prediger an seine Gemeinde. An Pfingsten sei die Rede von einem Sprachenwunder. „Wenn wir uns von Gottes Geist leiten lassen, werden wir versuchen, dem Partner, den Kindern oder den anstrengenden Kollegen zuzuhören und zu verstehen, was sie leise und laut mitteilen möchten, anstatt sie sofort zu verurteilen — auch wenn sie völlig anders ticken als ich!“, gab Pater Joshy zu bedenken. Der Geist Gottes wecke Aufbrüche: Aufbrüche, die zu neuen Anfängen und zu neuem Leben führen. „Wenn wir uns von Gottes Geist leiten lassen, führt er uns aus allem heraus, in dem wir steckenbleiben: aus dem Zweifel, der uns festhält, aus der Routine, aus dem ewigen Jammern über die Umstände und aus der Angst, die uns lähmt. Der Geist Gottes bringt Dynamik. Er ist wie ein frischer Wind, der den Staub von der Seele bläst. Wie eine innere Stimme sagt er uns: ‚Steh auf, probiere es neu. Vertrau mir!‘“, ermutigte Pater Joshy seine Zuhörer.
„Welcher Geist leitet uns?“
Der Heilige Geist werde in der Bibel oft als Feuer beschrieben. „Wenn wir uns von Gottes Geist leiten lassen, dann wird es uns warm ums Herz. Dann wird unser Herz erfüllt sein mit Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. Wo Menschen sich vom Geist Gottes leiten lassen, dort wird die Welt zu einer veränderten Welt, dort wird die Welt eine andere. Lassen wir uns vom Geist Gottes leiten. Dann können wir es schaffen: eine veränderte Welt, eine andere Welt. Darum dürfen wir uns fragen: ‚Welcher Geist leitet mich eigentlich in meinem ganz normalen Alltagsleben?‘“, gab Pater Joshy seiner Gemeinde zum Schluss der Predigt mit auf den Weg. Pater Joshy bedankte sich bei allen, die durch ihren Dienst die Feier des Hochfestes bereichert haben, besonders beim Musikalischen Verein Eichendorf, der den Gottesdienst unter der Leitung von Iris Wunderlich mit der Vorsitzenden Hildegard Hagenburger und Rita Haberl an den Gitarren, Lydia Schropp an der Kirchenorgel und Dr. Antonia Schmidt-Ramsin an der Querflöte musikalisch mit (im wahrsten Sinne des Wortes) geist-reichen Liedern gestaltet hatte, bei „seinen“ Ministrantinnen, dem Lektor, den beiden Kommunionhelfern Karin Nachreiner und Franz Ratzisberger sowie Stephanie Altmann vom Mesnerteam und ihrer Familie; die Gottesdienstgemeinde honorierte den Einsatz aller mit einem herzlichen Applaus. Bei der Spendung des Schlusssegens erbat der Pfarradministrator für die Mitfeiernden und all diejenigen, die nicht an der Feier teilnehmen konnten, die Geistesgaben und wünschte allen einen gesegneten Feiertag. Dann zog der Zelebrant, während der Musikalische Verein zum Schall der Orgel und zu Ehren der Gottesmutter das Schlusslied anstimmte, mit der Ministrantenschar in Richtung Sakristei aus.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

