Pfarrei Eichendorf feierte das Hochfest Mariä Himmelfahrt

Pfarrverband Eichendorf am 22.08.2026

Obwohl in der Bibel nur in Andeutungen über eine leibliche Aufnahme Marias in den Himmel berichtet wird, ist Mariä Himmelfahrt am 15. August bereits seit dem siebten Jahrhundert bekannt. 1950 wurde die Lehre von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel von Papst Pius XII. zum Dogma, also zum verbindlichen Glaubensinhalt, erklärt.

Die römisch-katho­li­sche Kir­che pflegt eine tie­fe Mari­en­ver­eh­rung. Gera­de die gerin­ge Zahl bibli­scher Bele­ge trug zur Aus­wei­tung der Mari­en­ver­eh­rung bei. Ver­knüpft wird die­se mit ver­schie­de­nen volks­tüm­li­chen und reli­giö­sen Bräu­chen. Volks­kund­ler füh­ren die Tra­di­ti­on von Blu­men- und Kräu­ter­seg­nun­gen an Mariä Him­mel­fahrt auf Geschich­ten um die Blu­men­lie­be Mari­as zurück. Eben­so wird sie mit der legen­dä­ren Öff­nung des Gra­bes der Got­tes­mut­ter in Ver­bin­dung gebracht. Statt eines Leich­nams, so die Legen­de, fan­den die Apos­tel dar­in​“Lili­en und frucht­ba­re Gewäch­se”. Der Erde soll an die­ser Stel­le ein wun­der­sa­mer Kräu­ter­duft ent­strömt sein. So wur­de am ver­gan­ge­nen Sams­tag (15.08.2026) das Hoch­fest, das im Volks­mund kurz ​„Mariä Him­mel­fahrt“ genannt wird, auch in der Eichen­dor­fer Pfarr­kir­che Sankt Mar­ti­nus mit einem fest­li­chen Got­tes­dienst gefei­ert, dem Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor Pater Jos­hy Kan­ji­ratham­kun­nel MI vor­stand. Kla­ra Kirsch­ner trug die neu­tes­ta­ment­li­chen Lesun­gen aus der Offen­ba­rung des Johan­nes (Kapi­tel 11 Vers 19a und Kapi­tel 12, Ver­se 1 – 6a.10ab) sowie dem 1. Korin­ther­brief (Kapi­tel 15, Ver­se 20 – 27a) vor, ehe der Zele­brant das Lukas­evan­ge­li­um vom Tag (Kapi­tel 1, Ver­se 39 – 56) ver­kün­de­te. Der Evan­ge­list führt ins Zen­trum der Kind­heits­ge­schich­te Jesu, näm­lich zur Begeg­nung von zwei schwan­ge­ren Frau­en, der alten Eli­sa­bet und der jun­gen Maria. Erfüllt vom Hei­li­gen Geist und voll Freu­de spre­chen sie pro­phe­ti­sche und heils­ge­schicht­lich bedeu­ten­de Wor­te. Das ​„Gegrüßt seist du, Maria“ und das ​„Magni­fi­cat“ ver­dankt die Kir­che die­sen zwei gro­ßen Frauen.

„Wer heu­te die Kir­che betritt, dem steigt ein ganz beson­de­rer Duft in die Nase. Es riecht nach Som­mer, nach Wie­se, nach Erde und nach Son­ne – es riecht nach Kräu­tern!“, begann Pater Jos­hy sei­ne anschlie­ßen­de Pre­digt und prä­sen­tier­te sei­ner Gemein­de einen vom KDFB gebun­de­nen Kräu­ter­bu­schen. Schon seit Jahr­hun­der­ten wüss­ten die Men­schen: Gegen fast jedes Lei­den wächst ein Kraut. ​„Pflan­zen schen­ken uns Lin­de­rung, sie hei­len Wun­den, sie stär­ken das Herz und schen­ken erhol­sa­men Schlaf. Wenn wir heu­te die­se Kräu­ter seg­nen, dan­ken wir Gott für die Heil­kraft der Natur. Aber wir tun noch etwas viel Tie­fe­res: Wir schau­en auf Maria. Sie wirk­te wie ein Heil­kraut Got­tes. Durch ihr ​‚Ja‘ hat sie der Welt das Heil­mit­tel schlecht­hin gebracht: Jesus Chris­tus. Das ist unser Auf­trag, wenn wir heu­te die­ses Mari­en­fest fei­ern: Wir sol­len selbst zu Heil­kräu­tern Got­tes in die­ser Welt wer­den!“, for­der­te der Pre­di­ger auf. Ein Heil­kraut hei­le Wun­den. ​„Unse­re Welt, unse­re Gesell­schaft und oft auch unse­re eige­nen Fami­li­en sind vol­ler Ver­let­zun­gen. Es gibt so vie­le har­te Wor­te, tief­sit­zen­den Groll und zer­bro­che­ne Bezie­hun­gen. Wir sind heu­te ein­ge­la­den, wie ein Heil­kraut die Ris­se zwi­schen den Men­schen zu hei­len!“, fuhr der Geist­li­che fort. Ein Kräu­ter­strauß wir­ke nicht nur durch sei­ne Medi­zin, son­dern auch durch sei­nen Wohl­ge­ruch. Wo Kräu­ter sind, ver­än­de­re sich die Atmo­sphä­re im Raum. ​„Anstatt unse­re Umge­bung durch Klatsch und Miss­gunst zu ver­gif­ten, sind wir ein­ge­la­den, den ​‚Wohl­ge­ruch Chris­ti‘ zu ver­brei­ten, wie der Apos­tel Pau­lus es nennt.“ Ein Heil­kraut zie­he sei­ne Kraft aus tie­fen Wur­zeln in der Erde und aus dem Licht der Son­ne. ​„Wenn wir Hei­lung und Frie­den brin­gen wol­len, wenn wir als Heil­kräu­ter Got­tes leben möch­ten, kön­nen wir das nicht aus eige­ner Kraft erzwin­gen. Wir brau­chen die star­ke Ver­wur­ze­lung in Gott – so wie Maria. Wir sind ein­ge­la­den, tief in Gott ver­wur­zelt zu bleiben!“

Mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen

Wenn das Kraut gepflückt und getrock­net wer­de, schen­ke es sei­ne gan­ze Kraft her, um ande­ren zu hel­fen. ​„Um ein Heil­kraut Got­tes zu wer­den und zu blei­ben, muss auch in uns man­ches schrump­fen: Unser Stolz, unser Ego oder der Drang, immer im Mit­tel­punkt zu ste­hen. Wenn Kräu­ter falsch getrock­net wer­den, schim­meln sie. In uns muss alles getrock­net wer­den, was nach Schim­mel riecht: Alte Krän­kun­gen, Unver­söhn­lich­keit und Neid. Erst wenn das Was­ser der Wut ver­duns­tet ist, wird Raum für den Wohl­ge­ruch des Frie­dens. Das Trock­nen nimmt dem Kraut nicht sei­nen Wert — es macht es halt­bar und wirk­sam. Die Voll­endung unse­res Lebens sehen wir in Maria. Sie ist mit Leib und See­le bei Gott gebor­gen. Das gibt uns die Zusa­ge: Nichts von dem, was wir an Lie­be, Frie­den und Ver­söh­nung in die­se Welt tra­gen, geht ver­lo­ren. Durch Maria ist Jesus zur Welt gekom­men – das Heil Got­tes, das Heil­kraut Got­tes gegen Krank­hei­ten und Tod. Möge Maria uns hel­fen, dass durch uns Jesus auch heu­te zur Welt kommt: als Heil Got­tes und als Heil­kraut gegen Spal­tun­gen und Ver­let­zun­gen, gegen Lieb­lo­sig­keit und Unfrie­den. Wie Jesus im Leib sei­ner Mut­ter Maria gewach­sen ist, so möge sei­ne Lie­be, sein Frie­de und sei­ne Güte in uns wach­sen. Damit wir von einem flüch­ti­gen Som­mer­blüm­chen zu einem dau­er­haf­ten, wohl­rie­chen­den Heil­kraut Got­tes wer­den und blei­ben. Dann dür­fen auch wir hof­fen, mit Leib und See­le in den Him­mel auf­ge­nom­men zu wer­den — so wie Maria!“, schloss Pater Jos­hy sei­ne Pre­digt. Nach dem Glau­bens­be­kennt­nis und den Für­bit­ten, die eben­falls Kla­ra Kirsch­ner vor­ge­tra­gen hat­te, fei­er­te die Got­tes­dienst­ge­mein­de gemein­sam Eucha­ris­tie. Beim Aus­tei­len des Lei­bes Chris­ti wur­de der Zele­brant von Kom­mu­ni­on­hel­fe­rin Hil­de­gard Hartl unter­stützt. Die stim­mi­ge musi­ka­li­sche Gestal­tung des Hei­li­gen Amtes über­nahm Orga­nis­tin und Kan­to­rin Lydia Schropp an der Kirchenorgel.

KDFB verkaufte Kräuterbuschen

Schon vor dem Got­tes­dienst hat­te der KDFB Eichen­dorf Kräu­ter­bu­schen gegen eine Spen­de zum Erwerb ange­bo­ten. Mit­glie­der des Frau­en­bun­des hat­ten bereits am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag (13.08.2026) mit viel Enga­ge­ment exakt 107 Kräu­ter­bu­schen in der Hal­le des Eder’schen Anwe­sens im Wie­sen­weg gebun­den. Bevor Pater Jos­hy dem Got­tes­volk den Schluss­se­gen spen­de­te, seg­ne­te er die Kräu­ter­bu­schen. Beglei­tet von Minis­tran­tin Lui­sa Siche­ne­der zog Pater Jos­hy durch den Haupt­gang bis zur Sebas­tia­nika­pel­le und zurück und tauch­te den Asper­gil etli­che Male kräf­tig in das Weih­was­ser­be­hält­nis, um den Mit­fei­ern­den — pas­send zum Hoch­fest und den hohen Tem­pe­ra­tu­ren — eine wohl­tu­en­de Erfri­schung an Leib und See­le zu spen­die­ren. Der Erlös der Kräu­ter­bu­schen-Akti­on in Höhe von ins­ge­samt 270 EUR wird für den Blu­men­schmuck in der Pfarr­kir­che ver­wen­det, wofür sich Pater Jos­hy und Hil­de­gard Hagen­bur­ger im Namen der Kir­chen­ver­wal­tung recht herz­lich bedank­ten. Ein wei­te­res ​„Vergelt’s Gott!“ gilt Johann Fle­xe­der aus Exing, der auch heu­er wie­der mit den von ihm spen­dier­ten Son­nen­blu­men, die auf sei­nem Hof­feld zu vol­ler Blü­te gereift sind, den von Caro­lin Alt­mann arran­gier­ten Blu­men­schmuck für Mariä Him­mel­fahrt ermög­licht hat. Ein gutes Bei­spiel dafür, wie pfarr­ver­bands­über­grei­fen­des Zusam­men­wir­ken im künf­ti­gen Pas­to­ral­raum Land­au funk­tio­nie­ren kann.

Unser Grup­pen­fo­to zeigt (von links) Anne­ma­rie Eder, Inna Rem­ber­ger, Ste­pha­nie Alt­mann vom Mes­ner-Team, Hel­ga Plein­tin­ger, Hil­de­gard Hagen­bur­ger und Kla­ra Kirsch­ner zwi­schen dem Sebas­tia­ni­al­tar und dem Mari­en­al­tar in der Eichen­dor­fer Pfarr­kir­che bei der Geldübergabe.

Grup­pen­fo­to beim Kräu­ter­bu­schen­bin­den: Franz Eder
Bericht & übri­ge Fotos: Ulrich Altmann

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