Bereits am Donnerstagmittag trafen sich, wie jedes Jahr am Hof der Familie Frischhut in Pitzling, viele Frauen — in der Mehrzahl aus der Pfarrei Hartkirchen -, um gemeinsam in der Garage die Kräuterbuschen zu binden. Dabei wurden auch gleich diejenigen Kräuterbuschen gebunden, die in der Folgewoche für die Filialkirche Reichstorf gebraucht werden. Organisiert wurde die Aktion, die mit einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen ihren Abschluss fand, von Christa Knöckl, die schon Tage vorher mit Xaver Hötzinger durch die Wälder fuhr, um das erforderliche Material zu sammeln, zu dem auch viele der Frauen, die mitgeholfen haben, von sich zu Hause etwas mitgebracht haben.
Als Pfarrvikar Pater Jipson Perumpuzhakadavil HGN am Vorabend des Patroziniumstages mit den vier Ministranten in das Gotteshaus einzog, verbreiteten die ca. 120 gebundenen Buschen einen herrlichen Kräuterduft. Im Anschluss an die beiden von Kirchenpfleger Thomas Ebner vorgetragenen Lesungen aus dem Neuen Testament (Offenbarung des Johannes, Kapitel 11, Vers 19a und Kapitel 12, Verse 1 – 6a.10ab sowie 1. Korintherbrief, Kapitel 15, Verse 20 – 27a), verkündete der Zelebrant das Evangelium des Patroziniumstages (Lukas, Kapitel 1, Verse 39 – 56).
„Im Lukasevangelium begegnen wir Maria auf ihrem Weg zu Elisabeth. Dieses Treffen ist erfüllt von Glauben, Freude und dem Wirken Gottes!“, eröffnete Pater Jipson seine Predigt. Maria bleibe nicht bei sich selbst, sondern bringe Christus zu ihrer Verwandten und damit Licht und Leben in ihr Haus. „Wo sie ankommt, entsteht Freude, die vom Heiligen Geist erfüllt ist. Elisabeth erkennt im Glauben die besondere Berufung Marias und preist sie selig. Auch das Kind in ihrem Leib, Johannes der Täufer, hüpft vor Freude — ein Zeichen dafür, dass Gottes Heil bereits im Verborgenen wirkt!“, fuhr der Pfarrvikar fort. Maria habe, wie der Evangelist schilderte, mit dem Magnificat geantwortet, einem Lobgesang, der Gottes Größe preist: „Er erhebt die Niedrigen, schenkt den Hungrigen Fülle und bleibt seinen Verheißungen treu!“, fuhr der junge indische Geistliche fort. „Dieses Evangelium lädt uns ein, selbst zu Menschen der Begegnung zu werden. Wie Maria sind wir gerufen, Christus in die Welt zu tragen. Wie Elisabeth sollen wir Gottes Gegenwart im Alltag erkennen und bezeugen. Wo Menschen sich öffnen, wächst Freude, Hoffnung wird neu geboren, und Gottes Liebe wird sichtbar in der Welt!“, schloss der Prediger seine prägnante Ansprache.
Kräuterbuschen wurden gesegnet
Nach den Fürbitten, die wiederum Lektor Thomas Ebner vortrug, wurde gemeinsam Eucharistie gefeiert. Bei der Kommunionausteilung wurde Pater Jipson vom Kirchenpfleger und von Pfarreisprecher Josef Knöckl junior unterstützt. Nach dem gemeinsamen „Gebet um den Wettersegen“ und dem Schlusssegen segnete Pater Jipson schließlich auch noch die gebundenen Kräuterbuschen, die die Ministranten den Gottesdienstbesuchern dann gegen eine Spende am Kirchenportal zum Erwerb anboten, mit Weihwasser und Weihrauch.
Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst, den der Hartkirchener Kirchenchor unter der Leitung von Simone Regirt an der Kirchenorgel zusammen mit Eva Baumgart an der Klarinette musikalisch sehr ansprechend gestaltet hatte, waren alle Gläubigen zur Agapefeier auf den Kirchenvorplatz eingeladen. Auf den vom Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung unter den vielen schattenspendenden Sonnenschirmen bzw. einem Pavillon aufgestellten Bierbänken und um die bereitgestellten Stehtische gesellten sich dazu viele der Gottesdienstbesucher zusammen, um sich bei wohltemperierten Getränken und schmackhaften Snacks und Kuchen bis in die anbrechende Nacht hinein über Gott und die Welt auszutauschen. Ein besonderer Dank sprach Josef Knöckl junior den fünf fleißigen Frauen aus, die die leckeren Speisen vorbereitet hatten, namentlich Eva Baumgart, die die Federführung übernahm, sowie Christine Hötzinger, Andrea Albert, Monika Ebner und Gerti Lorenz.
Fotos vom Kräuterbuschenbinden: Karin Zoschke
Bericht & übrige Fotos: Ulrich Altmann

