Bei trockener Witterung fand die Eröffnung des Gottesdienstes und die Segnung der Palmzweige auf dem Vorplatz des Pfarrzentrums statt. Der Eichendorfer Pfarradministrator, den es sichtlich freute, dass sich eine Woche vor Ostern viele Menschen, vor allem viele Kinder, in der Pfarrgasse versammelten, trug nach einem Einleitungstext dazu, den Antonia Schmidt-Ramsin vorgelesen hatte, das Lukasevangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem vor und sprach danach den Segen über die Gläubigen und die Palmbuschen, die sie mitgebracht bzw. vor dem Gottesdienst gegen eine Spende erworben hatten, aus und bekräftigte diesen mit Weihwasser und Weihrauch. Dann lud Pater Joshy alle ein, nach den Ministranten und ihm gemeinsam zur Pfarrkirche zu ziehen, um dort die Heilige Messe zu feiern.
Dem Weg Jesu nachgespürt
Nachdem sich die Pfarrkirche Sankt Martinus gut gefüllt hatte, folgten dort die Kyrierufe. In der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesaja, die von Antonia Schmidt-Ramsin vorgetragen wurde, taucht eine rätselhafte Gestalt auf: der sogenannte Gottesknecht, ein Gerechter, der von den Menschen abgelehnt und misshandelt wird. Danach gestalteten die Mitglieder des Vorbereitungsteams — während Pater Joshy einen Teil der Passion Christi vortrug, zusammen mit vielen Kindern, die den Gottesdienst mitfeierten — Schritt für Schritt den Weg Jesu vom Einzug in Jerusalem bis hin zum Kreuz auf Golgota. Dazu brachten die ganz jungen Christen nach dem Ruf zur Passion grüne Zweige und bunte Tücher, einen roten Mantel, eine Dornenkrone, einen langen Stock aus Holz und zum Schluss ein großes Holzkreuz auf ein Tuch, das vor dem Zelebrationsaltar ausgebreitet worden war. Dazwischen war auf einem goldfarbenen Tuch ein großes Bild mit dem Gesicht des Barmherzigen Jesus, wie ihn Schwester Faustyna Kowalska gemalt hatte, aufgestellt. So konnten sich besonders die Kinder gut in das Geschehen von Jesus‘ umjubelten Einzug in das geographische Zentrum des jüdischen Glaubens bis hin zum baldigen Stimmungsumschwung und Pilatus‘ Urteil, das unmittelbar darauf folgte, hineinversetzen und den Sinn dahinter erspüren. Anschließend ging Pater Joshy in seiner Predigt auf den Weg Jesu ein, der für den Erlöser ein „Scheideweg“ war und auch heute jedem Gläubigen eine Entscheidung abverlange. Dann brachten die Kinder anhand der einzelnen Elemente der Palmbuschen, die auch Symbole für die Zeit der Passion und der Hoffnung auf die Auferstehung enthielten, ihre Fürbitten vor Gott.
Pater Joshy dankte dem Vorbereitungsteam
Im Anschluss daran fand der Höhepunkt des Gottesdienstes statt: die Feier der Eucharistie. Dazu lud Pater Joshy alle Kinder ein, sich um den Volksaltar zu versammeln. Nach dem Vaterunser und dem Agnus Dei segnete Pater Joshy alle Kinder und spendete die Kommunion. Jedes Kind, das die Erstkommunion noch nicht feiern konnte, erhielt von Regina Brandl bzw. Julia Schuster vom Familiengottesdienst-Team eine kleine Semmel überreicht. Vor dem Schlusssegen dankte Pater Joshy allen, die mitgeholfen hatten, den Gottesdienst zu gestalten. Besonders dankte er den vielen Kindern und Jugendlichen, die zusammen mit ihren Familien und Freunden gekommen waren. Es sei immer eine wahre Freude, wenn Kinder und Jugendliche eifrig mitfeiern und damit den Gottesdienst bereichern, was Pater Joshy extra hervorhob. Ausdrücklich schloss er in diesen Dank auch die anwesenden Kinder vom Kinderhospiz Haus Anna in Eichendorf ein, die mit ihren Betreuern in die Pfarrkirche gekommen waren. Ein besonderes Wort des Dankes richtete der Pfarradministrator an die Mitglieder des Familiengottesdienst-Teams, die den Gottesdienst mit größter Sorgfalt und familiengerecht vorbereitet hatten. Die stimmige musikalische Gestaltung übernahm in gewohnter Weise Organistin und Kantorin Lydia Schropp an der Kirchenorgel.
Spende für den Blumenschmuck
Ein besonderer Dank gilt den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung, die heuer — unterstützt von der Familie Stangl aus Hörmannsdorf — die Palmbuschen gebunden hatten; die dafür gesammelten Spenden sind für den Blumenschmuck in der Eichendorfer Pfarrkirche vorgesehen. Im Anschluss an das Heilige Amt waren alle Gläubigen recht herzlich ins Eichendorfer Pfarrzentrum eingeladen. Bereits am Tag zuvor und in den — unmittelbar nach der Umstellung auf die Sommerzeit wahrlich — frühen Morgenstunden hatten Mitglieder der Eichendorfer Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates mit ihren Unterstützern unter Federführung von Kirchenpfleger Albert Steinhuber und Gesamt-Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Franz Ratzisberger dort alles vorbereitet, damit es sich die Gottesdienstbesucher bei einer kräftigen Kartoffelsuppe (die unter Anleitung von Katarzyna Steinhuber-Wessel und Hildegard Hagenburger nach dem Rezept von Anita Stangl gekocht worden war) mit knackigen Wienern, frischem Brot, gekochten Eiern und Getränken der gräflichen Brauerei Arco auf Valley gut gehen lassen konnten.
Als Fastenessen wurde Kartoffelsuppe serviert
Die Eichendorfer Oberministrantinnen servierten die Speisen und Getränke. Besonders freuten sich die Organisatoren, dass auch Ehrenbürger und Altbürgermeister Max Wagner sowie 1. Bürgermeister Josef Beham mit seiner Familie unter den Gästen waren. Bei Kaffee oder Tee, Kuchen und Hefezopf-Variationen klang das Fastenessen dann langsam aus. Anschließend halfen die Ehrenamtlichen noch zusammen, um den Pfarrsaal und die Küche für die nächste Veranstaltung wieder in Ordnung zu bringen. Pater Joshy dankte allen, die so emsig und mit ihrer Spendenbereitschaft dazu beigetragen hatten, das Fastenessen heuer wieder und zudem mit großem Erfolg durchzuführen. Der Reinerlös der Fastenessen-Aktion kommt heuer übrigens insgesamt einem caritativen Zweck zugute.

