Das glauben wir

„Lasst euch nicht verwirren“

Pfarrverband Eichendorf am 26.12.2025

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Pater Joshy teilt in seinem Vorwort zum neuen Pfarrbrief einige Gedanken zu aktuellen „Verwirrungen“ im gesellschaftlichen und kirchlichen Leben. Den gesamten Impuls lesen Sie hier.

Lie­be Pfarrgemeinde,

ihr wer­det die­ses Vor­wort schon vor dem Jah­res­wech­sel lesen. Vie­le wer­den, wie gewohnt, das zu Ende gehen­de Jahr 2025 mit Feu­er­werk und mit ent­spre­chen­den Geträn­ken beglei­ten und das neue Jahr 2026 wie­der mit Feu­er­werk, Sekt, lie­be­vol­len Umar­mun­gen und guten Wün­schen begrü­ßen. Dies alles brau­chen wir. Beson­de­re Anläs­se dür­fen beson­ders gefei­ert wer­den. Ein Begleit­wort, das ich euch für das neue Jahr mit­ge­ben möch­te, neh­me ich aus dem Lukas-Evan­ge­li­um: ​„Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trun­ken­heit und die Sor­gen des All­tags euch nicht ver­wir­ren” (Lk 21,34). Die Sor­gen des All­tags, die uns ver­wir­ren, sind viel­fäl­tig. Unter der gro­ßen Anzahl von ​„Fake News“ ist es schwie­rig, die Wahr­heit von der Lüge zu unter­schei­den. Tech­no­lo­gi­scher Wan­del, sowie Künst­li­che Intel­li­genz (KI) ver­än­dern und ver­wir­ren unser Leben in rasan­tem Tem­po. Ver­än­der­te Geschlech­ter­rol­len, Fami­li­en­bil­der und Lebens­mo­del­le wer­den neu defi­niert und ver­wir­ren uns dar­über, was ​„nor­mal“ oder ​„abnor­mal“ ist.

Auch im Glau­bens­le­ben blei­ben die Ver­wir­run­gen nicht erspart. Wenn Gebe­te nicht erhört wer­den, wenn Leid nicht gelin­dert wird, wenn Krie­ge nicht gestoppt wer­den, wenn Unge­rech­tig­keit zuge­las­sen wird, wenn Gott mei­nen Vor­stel­lun­gen nicht ent­spricht und mei­ne Wün­sche nicht erfüllt, wis­sen vie­le nicht, ob sie über­haupt noch einen Gott brau­chen. Wofür muss ich einen Gott haben, wenn Vie­les unver­än­dert bleibt und ich mein eige­nes Leben selbst genau­so gut leben kann? Ver­wir­run­gen sind auch im kirch­li­chen Umfeld sehr prä­sent. Vie­le sagen ​„Ja“ zur Cari­tas, aber ​„Nein“ zur Kir­che und wis­sen nicht, dass die Cari­tas ein sozia­ler Teil der Kir­che ist. Glau­be ​„Ja“, aber Glau­bens­ge­mein­schaft ​„Nein“; Tau­fe ​„Ja“, aber Kir­chen­mit­glied ​„Nein“; Arbeit in den kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen ​„Ja“, aber Kir­chen­bei­trag ​„Nein“; Kirch­li­che Fei­er­ta­ge ​„Ja“, aber die Kir­che ​„Nein“ — von der wol­len vie­le gar nichts mehr wis­sen. Der Hl. Niko­laus ​„Ja“, aber die ande­ren Bischö­fe ​„Nein“; der Hl. Mar­tin und der Mar­tins­zug wer­den gut­ge­hei­ßen, aber sein Glau­be nicht. Die Hoch­fes­te wer­den durch welt­li­che Tra­di­tio­nen ersetzt: Weih­nach­ten wird durch den Weih­nachts­mann ersetzt, Ostern durch Oster­ha­sen. Erst­kom­mu­ni­on und Fir­mung sind oft mit schö­nen Geschen­ken ver­bun­den, aber wie schnell wer­den die Kin­der dadurch in die Ver­wir­rung vom Kirch­li­chen zum Welt­li­chen geführt?

Wie in einem Rausch- und Trun­ken­heits­zu­stand wer­den die Ver­wir­run­gen immer stär­ker. Auch im neu­en Jahr wird es nicht anders sein. Dar­um macht uns Jesus auf­merk­sam: ​“Euer Herz las­se sich nicht ver­wir­ren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!” (Joh 14,1). Wer ohne Ver­ir­rung auf den vie­len gera­den und krum­men Wegen des neu­en Jah­res wei­ter­kom­men möch­te, soll mit Jesus gehen — denn er ist der Weg. Wer sich nach Klar­heit sehnt, soll an Jesus glau­ben — denn er ist die Wahr­heit. Wer sein Leben im Griff haben möch­te, der soll es unter die Füh­rung von Jesus stel­len — denn er sel­ber ist das Leben. Bevor wir für das neue Jahr Plä­ne schmie­den und den Kalen­der fül­len, stel­len wir Gott an den Anfang: an den Anfang des neu­en Jah­res, an den Anfang eines jeden neu­en Tages. Wenn wir uns bis zum Lebens­en­de sei­ner Füh­rung anver­trau­en, dann wird er uns hel­fen, dass uns Rausch und Trun­ken­heit und die Sor­gen des All­tags nicht ver­wir­ren, denn er ist das Alpha und das Ome­ga — der Ers­te und der Letz­te — der Anfang und das Ende (Off, 22,13).

In die­sem Sin­ne wün­sche ich euch allen ein geseg­ne­tes neu­es Jahr. 
Euer P. Joshy 

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