„Der Glaube ist wie ein unsichtbares Band, das uns mit Gott und untereinander verbindet!“, eröffnete Pfarradministrator Pater Joshy in der annähernd vollbesetzten Eichendorfer Pfarrkirche Sankt Martinus nach dem gemeinsamen Lied „Wer glaubt, ist nicht allein!“ den vergangenen Sonntagabend (21.06.2026) ein neues Andachtsformat, das mit „Musik & Besinnung“ überschrieben ist. Er lud dazu ein, „unsere Herzen für die Klänge, die Botschaften und für die Gemeinschaft miteinander und mit Gott zu öffnen — im Zeichen des Kreuzes: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ und übergab das Wort an Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer, die für den Abend besinnliche Zwischentexte vorbereitet hatte. „Wer singt, betet doppelt!“, zitierte Gertraud Dickgießer den Heiligen Augustinus. Wer bete, sei in Beziehung mit Gott — und wer singe, der bete eben doppelt. „Für mich ist Musik eine der wunderschönsten Weisen, wie Gott uns Menschen im tiefsten Inneren berührt. Und wir Menschen bringen mit der Musik alles zum Ausdruck, was das menschliche Leben ausmacht: Freude und Tränen, Vertrauen und Zweifel, Lob und Dank … und unendlich mehr. Und immer schwingt sie mit: unsere Sehnsucht nach Gott! Seien wir nun einfach da in Gottes Gegenwart — so wie es im nächsten Lied heißt. Und lassen wir uns berühren — letztlich von ihm.“ So intonierte der Hartkirchener Kirchenchor mit Franz Waldherr an der Gitarre, Gerhard Ebner an der Geige und Chorleiterin Simone Regirt an der Kirchenorgel auf der Empore „Here I am, Lord!“ und „Te Deum laudamus“ (Stephan Sahm).
Worte, die von Herzen kommen
Es gebe Worte, die direkt aus dem Herzen kommen. „Halleluja“ sei so ein Wort. „Wir rufen Halleluja bei tiefster Freude, Erleichterung und Dankbarkeit. Übersetzt bedeute es: „Lobt den Herrn! Preist Jahwe“. Ein Gebet des Staunens, der Ehrfurcht vor Gott und der Liebe zu ihm. Der Indersbacher Kirchenchor unter der Leitung von Eva-Maria Müller am E‑Piano, der sich vor dem Presbyterium aufgestellt hatte, lud mit „Hallelujah“ (Melodie: Leonard Cohen, Text: Stefan Mosinger) und „Ehrenwort“ (Fäaschtbänkler) dazu ein, innerlich in dieses wunderbare Lob einzustimmen. „Ein Wort kann manchmal alles verändern. Worte können verletzen und zerstören. Aber das richtige Wort, ein menschliches Wort — im Grunde ein göttliches Wort — besitzt eine ganz andere Kraft: es richtet auf, schenkt Trost, zeigt neue Wege und bringt Leben zurück! Bitten wir Gott, dass er uns immer wieder so ein menschliches Wort schenken möge: ein Wort, das von Herzen kommt und zu Herzen geht, ein Wort, in dem seine Liebe für uns spürbar wird!“, dachte Gertraud Dickgießer laut weiter. In diesem Sinne bot der Haider Kirchenchor unter der Leitung von Angela Kastenberger am E‑Piano und mit Johanna Baumann an der Querflöte „A menschliches Wort“ (Melodie: Franz Josef Breuer, Text: Max Huber) und „Herr, ich will nach deinem Willen fragen!“ (Kathi Stimmer-Salzeder) dar.
In allem Wandel: „Jesus bleibet meine Freude“
Was bleibt, wenn nichts bleibt, wie es ist? In unserer Welt sei fast alles im Wandel — Lebensumstände, Arbeitsbedingungen, Beziehungen, gesellschaftliche Werte, Gültigkeiten. „Selbst die eigenen Gefühle und Gedanken wandeln sich in rasantem Tempo. Da wächst in uns Menschen oft die tiefe Sehnsucht nach etwas, das bleibt. Nach etwas, das ewig ist!“, regte Gertraud Dickgießer die Anwesenden zum Nachdenken an. „Jesus gibt uns ein Versprechen: ‚Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!‘ Wer dies spüre, könne voller Vertrauen sprechen, was dann der Musikalische Verein Eichendorf unter der Leitung von Iris Wunderlich mit Lydia Schropp an der Kirchenorgel und Antonia Schmidt-Ramsin an der Querflöte eindrucksvoll von der Empore aus darbot: „Jesus bleibet meine Freude“ (Johann Sebastian Bach) und „Ave Verum“ (Edward Elgar). „E mālama“ — dieser traditionelle Gesang aus Hawaii bedeute: „Lasst uns Sorge tragen, behüten und beschützen“, erklärte Gertraud Dickgießer. Ein uralter Ruf, achtsam mit der Schöpfung umzugehen. Mit diesen Worten lud Gertraud Dickgießer dazu ein, die Verbundenheit mit Gott wieder zu spüren und die ganze Schöpfung Gottes zu lieben. „Denn was wir lieben, wollen wir auch schützen!“ Dem getreu brachte die Chorgemeinschaft Adldorf mit Chorleiterin Michaela Blaha-Hilger die Lieder „Heast as ned“ (Hubert von Goisern) und „E mālama“ (aus Hawaii) zu Gehör; die Begleitung am E‑Piano übernahm dabei Lukas Salzberger.
„Rückenwind“ für alles, was kommt
„Jesus, du bist der Weg. Das ist eines von vielen Bildern, die wir Menschen für Jesus finden. Wir erleben ihn als Licht, Freund, Weggefährte, Wahrheit, Leben und letztlich als ein unendliches Geheimnis. Auf unserem Lebensweg machen wir immer wieder neue Erfahrungen — und mit diesen Erfahrungen finden wir auch immer wieder neue Bilder, neue Worte und neue Melodien für Ihn. Die Lieder, die für uns zum Gebet werden, enden nie. Sie geben uns den nötigen Rückenwind für alles, was kommt!“, so die Gemeindereferentin. So stimmten der Kirchenchor Dornach unter der Leitung von Lukas Salzberger und der Jugendchor „belle voci“, dessen Leiterin Christiane Aigner an diesem Abend von Lukas Salzberger vertreten wurde, mit „Jesus, du bist der Weg“ (Klaus Heizmann), „You are the voice“ (David Haas, Arr: Stefan Trenner) und „Rückenwind“ (Martin Pepper) drei Lieder an, die die Mitfeiernden zum Mitklatschen bewegten. Als weitere Instrumentalisten brachten Markus Haberl (Percussion) und Hans Salzberger (Kontrabass) zusätzlich Schwung in das Gotteshaus.
Am Ende wurden Spenden gesammelt
„Wir haben jetzt 14 wunderschöne Lieder gehört, vielleicht sogar mitgesungen oder zumindest mitgesummt. Also haben wir heute — wenn es stimmt, dass wer singt, doppelt betet, gemeinsam mindestens 28 Gebete zu Gott geschickt!“, rechnete Pater Joshy den Anwesenden mit einem Lächeln vor. Pater Joshy dankte allen, die zum Gelingen dieses besonderen Gottesdienstes ihren Beitrag geleistet haben und wies darauf hin, dass einige der Chorleiter an den Kirchenportalen bereitstehen werden, um Spenden für den Kreis-Caritasverband Landau a.d.Isar e.V. und Kinderkrebshilfe Dingolfing-Landau-Landshut e.V. zu sammeln. Nachdem das Vaterunser miteinander gebetet worden war, rief Pater Joshy den Segen Gottes auf die Anwesenden und ihre Angehörigen herab. Zum gemeinsamen Schlusslied (drei Strophen des „Irischen Segen“) waren alle Mitfeiernden eingeladen, sich den sieben Chören, die sich vor dem Altarraum versammelten und von den Instrumentalisten dort und auf der Empore unterstützt wurden, singend anzuschließen. Unter den begeisterten Gästen, die den gelungenen Abend — an dem neben Pater Joshy viele andere ihre Telefone gezückt haben, um sich eine kleine digitale Erinnerung daran mit nach Hause zu nehmen — mitgefeiert haben, waren auch Pfarrvikar Pater Jipson, Diakon Bernhard Hobelsberger mit seiner Ehefrau Uta, der Eichendorfer Ehrenbürger und Altbürgermeister Max Wagner, Josef Beham, der 1. Bürgermeister der Großgemeinde, mit seiner Ehefrau Regina sowie die Vertreter des Kreis-Caritasverbandes Landau a.d.Isar e.V. (mit Vorstandsmitglied Martin Hohenberger) und der Kinderkrebshilfe Dingolfing-Landau-Landshut e.V. (mit der ersten Vorsitzenden Ulrike Eckhart sowie ihren Kolleginnen Sabine Jordan und Ute Numberger).
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

