Am diesjährigen Markustag (25.04.2026) haben sich knapp über ein Dutzend Bürger der Großgemeinde Eichendorf gemeinsam auf den Weg gemacht, um - nachdem die Glocken der Pfarrkirche Sankt Martinus dazu gerufen hatten - betend das im Jahre 1820 anlässlich einer im Marktinneren tobenden Feuersbrunst abgegebene Versprechen der damaligen Eichendorfer Einwohner einzulösen. Dabei wurden die Katholiken aus der Pfarrei Eichendorf auch heuer wieder von treuen Glaubensgeschwistern aus dem restlichen Pfarrverband unterstützt.
Punkt 18:30 Uhr war Abmarsch am Kirchenvorplatz. Angeführt vom schwarzen Kreuz, das Stephanie Altmann die ganze Strecke lang vortrug, zusammen mit Pfarrvikar Pater Jipson an der Spitze machte sich die Gruppe der Gläubigen auf dem Geh- und Radweg über Badersdorf und Enzerweis — an der renovierten Ammerkapelle vorbei — auf den Weg in Richtung der Mutterpfarrei Dornach, miteinander unter anderem den glorreichen Rosenkranz betend. In Enzerweis erhielten die Bittgeher sogar noch weiteren Zuwachs aus der Pfarrei Dornach. Maria Weber und Ulrich Altmann übernahmen auf der 3,3 Kilometer oder 45 Gehminuten langen Strecke das Vorbeten. Schließlich hießen beim Kantner-Anwesen kurz nach 19:15 Uhr die vier Glocken der Dornacher Pfarrkirche Sankt Laurentius, die der Dornacher Mesner Walter Sommersberger in Betrieb gesetzt hatte, die Pilgergruppe festlich willkommen. Eine stattliche Anzahl von Gläubigen hatte bereits im Gotteshaus ihren Platz eingenommen, als die Schar der Bittgeher über den Vorplatz und den Friedhof zum Kirchenportal marschierten. Anders als im vergangenen Jahr meinte es der Heilige Petrus mit den Bittgehern heuer wettertechnisch besonders gut. Von Eichendorf bis Dornach wurde die Truppe durchwährend von der wärmenden Abendsonne begleitet, ohne dass auch nur ein Tropfen Regen vom Himmel fiel.
Gottesdienst zu Ehren des Hl. Markus gefeiert
Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde der Vorabendgottesdienst zum 4. Sonntag der Osterzeit mit einem Heiligen Amt — auch im Gedenken an den Tagesheiligen, den Evangelisten Markus — gefeiert. Eine Statue des Heiligen Markus, der wohl als erster Evangelist das Leben Jesu dokumentiert hatte, ist am Hochaltar — links neben dem Tabernakel — des um 1500 errichteten spätgotischen Gewölbebaues zu bestaunen. In Dornach trägt der Heilige Markus einen blauen Mantel und ihm ist dort als Attribut der Kopf eines Löwen zu Füßen gelegt. Der historische Hintergrund des Wallfahrtsgelöbnisses der Eichendorfer — das anlässlich einer Feuersbrunst im Jahre 1820 abgegeben worden war — ist auf einer Votivtafel im Presbyterium eindrucksvoll belegt. Den Altardienst während des Gottesdienstes übernahmen zwei Ministranten der Pfarrei Dornach, nämlich Franziska Schraufnagl und Florian Salzberger. Elisabeth Sommersperger trug die Lesung aus der Apostelgeschichte vor, in der Petrus in seiner Pfingstrede, nachdem er mit anderen den Geist Jesu empfangen hat, begeistert davon spricht, was sich für die Jesusnachfolgenden durch die Auferweckung des Messias verändert hat. Die Frohbotschaft des Tages stammte — da der Sonntag in der Leseordnung beim Vorabendgottesdienst den Tagesheiligen „verdrängt“ — aus der Feder eines der Evangelistenkollegen des Heiligen Markus. Im Johannesevangelium macht Jesus in der Bildrede vom Guten Hirten und der Tür zum Schafstall deutlich, dass er gekommen ist, „damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“, worauf der Zelebrant in seiner Predigt einging.
Einige Gläubige gingen zu Fuß zurück
Nach den Fürbitten, die ebenfalls die Lektorin Elisabeth Sommersperger übernahm, wurde gemeinsam Eucharistie gefeiert. Im Anschluss an den Kommunionempfang spendete der Eichendorfer Pfarrvikar den Schlusssegen und wünschte allen einen guten Heimweg und ein schönes Wochenende. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Organistin Simone Regirt, die von kräftigem Volksgesang begleitet wurde und zum Schluss passender Weise ein Lied zu Ehren der Gottesmutter intonierte. Ein Teil derjenigen Gläubigen, welche sich zu Fuß auf den Weg nach Dornach gemacht hatten, wurde — soweit keine Fahrgelegenheit organsiert worden war — von den anderen Gläubigen nach Hause chauffiert, wobei dieses Jahr Josef und Anita Stangl aus Hörmannsdorf den ehrenvollen Dienst der „Kreuzfahrer“ übernahmen. Einige besonders sportliche Bittgeher haben auch den Heimweg „per pedes apostolorum“ (aus dem Lateinischen: zu Fuß wie die Apostel) angetreten. Wenn auch im laufenden Jahr einer der Eichendorfer Bittgeher (Pfarrgemeinderatsmitglied Matthias Maier) für den Markus-Bittgang den weiten Weg von seinem derzeitigen Arbeitsplatz in Mexiko angereist war, bleibt gleichwohl zu hoffen, dass die Anzahl der im Ortskern angesiedelten Bittgeher, die im kommenden Jahr das Gelöbnis für alle Eichendorfer Bürger einlösen, noch stärker anwächst. Ein besonderes Dankeschön gilt heuer — neben den Mitarbeitern der Landauer Zeitung und der Landauer Neue Presse — Heimatpoet Hans Riederer aus Enzerweis, der beim Dornacher Wirtshaussingen am vergangenen Freitag in der Vereinsgaststätte des FC Dornach nochmals kräftig die Werbetrommel für den Markus-Bittgang und den anschließenden Gottesdienst gerührt hatte.
Bericht: Ulrich Altmann
Gruppenfotos: Rafael Altmann
Übrige Fotos: Ulrich Altmann

