Obwohl in der Bibel nur in Andeutungen über eine leibliche Aufnahme Marias in den Himmel berichtet wird, ist Mariä Himmelfahrt am 15. August bereits seit dem siebten Jahrhundert bekannt. 1950 wurde die Lehre von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel von Papst Pius XII. zum Dogma, also zum verbindlichen Glaubensinhalt, erklärt.
Die römisch-katholische Kirche pflegt eine tiefe Marienverehrung. Gerade die geringe Zahl biblischer Belege trug zur Ausweitung der Marienverehrung bei. Verknüpft wird diese mit verschiedenen volkstümlichen und religiösen Bräuchen. Volkskundler führen die Tradition von Blumen- und Kräutersegnungen an Mariä Himmelfahrt auf Geschichten um die Blumenliebe Marias zurück. Ebenso wird sie mit der legendären Öffnung des Grabes der Gottesmutter in Verbindung gebracht. Statt eines Leichnams, so die Legende, fanden die Apostel darin“Lilien und fruchtbare Gewächse”. Der Erde soll an dieser Stelle ein wundersamer Kräuterduft entströmt sein.
„Gott wird auch uns aufnehmen“
So wurde am vergangenen Donnerstag (15.08.2025) das Hochfest, das im Volksmund kurz „Mariä Himmelfahrt“ genannt wird, auch in der Eichendorfer Pfarrkirche St. Martinus mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert, dem Pfarradministrator Pater Joshy vorstand. Franz Ratzisberger trug die neutestamentliche Lesung aus der Offenbarung des Johannes vor, ehe der Zelebrant das Lukasevangelium vom Tag verkündete. Der Evangelist führt ins Zentrum der Kindheitsgeschichte Jesu, nämlich zur Begegnung von zwei schwangeren Frauen, der alten Elisabet und der jungen Maria. Erfüllt vom Heiligen Geist und voll Freude sprechen sie prophetische und heilsgeschichtlich bedeutende Worte. Das „Gegrüßt seist du, Maria“ und das „Magnificat“ verdankt die Kirche diesen zwei großen Frauen. In seiner anschließenden Predigt betonte Pater Joshy, „dass uns Mariä Himmelfahrt die Hoffnung gibt, dass all das, was wir auf Erden gelebt und erlebt haben, unser Leiden, Hoffen und Bangen nicht verlorengeht, sondern — wenn wir es um der Liebe Willen getan haben — bei Gott aufgehoben bleibt. Wie Maria, so wird Gott auch uns aufnehmen, mit unserer ganzen Lebensgeschichte!“
Der KDFB verkaufte Kräuterbuschen – Erlös für Blumenschmuck gespendet
Nach dem Glaubensbekenntnis und den Fürbitten, die ebenfalls Franz Ratzisberger vorgetragen hatte, feierte die Gottesdienstgemeinde gemeinsam Eucharistie. Die stimmige musikalische Gestaltung des Heiligen Amtes übernahm Lydia Schropp an der neuen Kirchenorgel. Schon vor dem Gottesdienst hatte der KDFB Eichendorf Kräuterbuschen gegen eine Spende zum Erwerb angeboten. Neun fleißige Mitglieder des Frauenbundes hatten bereits am Mittwoch mit viel Engagement rund 150 Kräuterbuschen in der Halle des Eder’schen Anwesens im Wiesenweg gebunden. Bevor Pater Joshy dem Gottesvolk den Schlusssegen spendete, segnete er die Kräuterbuschen. Angeführt von den vier Ministrantinnen zog Pater Joshy durch den Hauptgang bis zur Sebastianikapelle und zurück und besprengte die Mitfeiernden mit Weihwasser. Der Erlös der Kräuterbuschen-Aktion in Höhe von insgesamt 305 EUR wird für den Blumenschmuck in der Pfarrkirche verwendet, wofür sich Pater Joshy und Hildegard Hagenburger im Namen der Kirchenverwaltung recht herzlich bedankten. Ein weiteres „Vergelt’s Gott!“ gilt auch den Pflanzen-Spendern, die dieses Jahr den von Carolin und Stephanie Altmann sowie Monika Steiger zusammen mit weiteren KDFB-Mitgliedern arrangierten Blumenschmuck für Mariä Himmelfahrt ermöglicht haben: Johann Flexeder aus Exing sowie der Familie Christian und Michaela Kirschner aus Perlöd.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

