Am Vormittag des Karfreitags versammelten sich zahlreiche Familien mit ihren Kindern im Eichendorfer Pfarrzentrum, um gemeinsam den Leidensweg Jesu nachzuempfinden. Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer begrüßte neben den Pfarrangehörigen auch junge Gäste sowie das Personal des teilstationären Kinderhospizes Haus Anna.
Unter dem Leitwort „Mit Jesus wollen wir gehen den Kreuzweg Schritt für Schritt“ wurde die Passion an verschiedenen Stationen lebendig. Mithilfe von Bibelfiguren, farbigen Tüchern und prägnanten Symbolen entstand ein anschauliches Bild der biblischen Ereignisse. Der Weg nahm seinen Anfang beim Einzug in Jerusalem und führte über das letzte Abendmahl, bei dem die Kinder das Brot miteinander teilten. Im weiteren Verlauf verdeutlichten ein Strick für die Gefangennahme sowie ein roter Mantel und eine Dornenkrone die Grausamkeiten der Soldaten. Ein besonders eindrucksvolles Element der Feier war die aktive Beteiligung der Buben und Mädchen: Mit großem Eifer und einer bemerkenswerten Ernsthaftigkeit schulterten die Buben und Mädchen nach jeder Station gemeinsam das große Holzkreuz und trugen es im Kreis zum nächsten Haltepunkt.
Dem Weg Jesu nachgespürt
Kurze Gebete und Impulse schlugen dabei immer wieder die Brücke in die Gegenwart. Themen wie Leid, Ungerechtigkeit und Hilflosigkeit, aber auch Hilfsbereitschaft und Mut wurden kindgerecht angesprochen. Symbolisch platzierten die Kinder Fußspuren für das „Mitgehen“ des Simon von Cyrene, der Jesus beim Tragen half. Handabdrücke standen für das tröstende Handeln der Veronika, die der Legende nach Jesus das Schweißtuch reichte. Tränen aus Papier erinnerten an die weinenden Frauen beim Kreuzweg Jesu und an die Trauer in der heutigen Welt. Am Ende des Weges schmückten die Kinder die Kreuzesbalken mit kleinen Herzen als Zeichen für die Liebe Jesu. Der berührende Gottesdienst am „Kar-Freitag“ – dem Tag der Klage – endete jedoch nicht in der Dunkelheit. Er bot bereits einen Ausblick auf das Osterfest und die Zusage, dass auf das Leiden die Auferstehung folgt. Symbolisch hierfür wurde eine Kerze auf einer Ostersonne entzündet. Nach dem gemeinsamen Vaterunser spendete Pater Joshy den Segen.
Bericht: Gertraud Dickgießer
Fotos: Ulrich Altmann

