Kirche vor Ort

Jubiläumsfußwallfahrt führte von Eichendorf nach Haid

Pfarrverband Eichendorf am 15.06.2025

Am vergangenen Freitag (13.06.2025), dem Gedenktag des Heiligen Antonius, hat sich der Pfarrverband Eichendorf in den Abendstunden gemeinsam mit dem Markt Eichendorf und dem Pilgerverein Eichendorf-Wallerfing zur Jubiläumswallfahrt von Eichendorf nach Haid gemacht. Treffpunkt dafür war an der Mariensäule, wo sich gegen 18:30 Uhr über 60 Pilger versammelt hatten und 2. Bürgermeisterin Margit Vielmeier und Lena Able vom Markt Eichendorf zur Freude aller Getränkegutscheine für das Festwochenende im Juli verteilt hatten.

Nach dem Pil­ger­se­gen, den Pater Jos­hy den Gläu­bi­gen spen­de­te, mach­ten sich die Wall­fah­rer als sicht­ba­res Zei­chen für die Ver­bun­den­heit zuein­an­der, zu Gott und zu allen bei blau­em Him­mel und gro­ßer Hit­ze auf den Weg zur Wall­fahrts­kir­che Sal­va­tor Mun­di in Haid. Die fast sie­ben Kilo­me­ter lan­ge Stre­cke führ­te über die Vils­brü­cke und die Kanal­brü­cke zum Kreis­ver­kehr bei Hör­manns­dorf und von dort an Reith und Abwand­ten vor­bei wei­ter auf dem Rad­weg zum Bus­häu­serl bei der Kas­ten­ber­ger Hal­le zwi­schen Gana­ckers­berg und Heim­hart, wo sich wei­te­re Pil­ger dem Zug anschlos­sen. In Wis­sels­dorf leg­ten die Wall­fah­rer beim Gerä­te­haus der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Wis­sels­dorf, die dan­kens­wer­ter Wei­se mit einer star­ken Abord­nung unter der Grup­pen­füh­rung von Albert Stein­hu­ber für die Ver­kehrs­si­cher­heit ent­lang der Stre­cke sorg­te, eine kur­ze Pau­se ein, ehe es zum End­spurt — auf der kürz­lich mit einer neu­en Fahr­bahn­de­cke ver­se­he­nen Kreis­stra­ße DGF2 — die 38 Höhen­me­ter bis zur Wall­fahrts­kir­che zu über­win­den galt. Den Pil­ger­zug führ­te Pater Jos­hy, der das Pil­ger­kreuz trug (und spä­ter an Man­fred Buch­ta über­gab), zusam­men mit Sepp Win­nerl, dem 1. Vor­sit­zen­den des Pil­ger­ver­eins, dem es oblag, die Ver­eins­stan­dar­te zu tra­gen, an. Als Vor­be­ter fun­gier­te in bewähr­ter Wei­se Alo­is Breit­schopf, der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Pil­ger­ver­eins. Hil­de­gard Hagen­bur­ger und Ste­pha­nie Alt­mann stimm­ten die Lie­der an und Klaus Ott über­nahm das Amt des Lautsprecherträgers.

Über 60 Teilnehmer pilgerten nach Haid

Beim Orts­ein­gang von Haid wur­den die Pil­ger, die man schon von wei­tem sin­gen und beten hör­te, vom Glo­cken­ge­läut der Wall­fahrts­kir­che begrüßt, wo schon etli­che ande­re Wall­fah­rer Platz gefun­den hat­ten. Wer kei­ne Ker­ze mit dabei hat­te, konn­te sich beim Ein­gang des Got­tes­hau­ses noch ein­de­cken. Nach der gemein­sa­men Fuß­wall­fahrt, die unter das Mot­to ​„Pil­ger der Hoff­nung“ gestellt wor­den war, wur­de kurz nach 20 Uhr bei einem Hei­li­gen Amt in der nun voll­be­setz­ten Kir­che Got­tes Gegen­wart im Leben jedes ein­zel­nen und in der Gemein­schaft gefei­ert. ​„Lasst uns gemein­sam beten, sin­gen und dan­ken für die vie­len Jah­re unse­res Mark­tes Eichen­dorf und für die Hoff­nung, die uns auch in Zukunft trägt!“, eröff­ne­te Pater Jos­hy den Got­tes­dienst, ehe er die Men­schen und die mit­ge­brach­ten Ker­zen mit einem kräf­ti­gen und wohl­tu­en­den Schwung Weih­was­ser seg­ne­te. Noch vor der Lesung, die Sophia Zwin­ger vor­trug, wur­den die Ker­zen als Zei­chen der Hoff­nung ent­zün­det. Nach dem ​„Hal­le­lu­ja“, das Mes­ne­rin Johan­na Gold­brun­ner anstimm­te, ver­kün­de­te Pfarr­vi­kar Pater Jip­son das Mat­thä­us­evan­ge­li­um, in dem Jesus sei­nen Jün­gern mit Gewiss­heit zusagt ​„Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“.

Unterwegs als Pilger der Hoffnung

„Als Pil­ger der Hoff­nung wag­ten wir unse­ren Auf­bruch: von Eichen­dorf nach Haid. Zu Fuß, Schritt für Schritt, sind wir gegan­gen. Ein Pil­ger ist jemand, der sich auf­macht — nicht, weil es bequem ist, son­dern weil er ein Ziel hat. Und die­ses Ziel ist mehr als ein Ort auf der Land­kar­te. Es ist ein inne­res Ziel — eine Sehn­sucht — eine Ver­hei­ßung!“, eröff­ne­te Pater Jos­hy sei­ne Pre­digt. Inne­res Ziel sei, Gott zu dan­ken für die Ent­ste­hung der Markt­ge­mein­de Eichen­dorf, einen Ort, der seit über 950 Jah­ren ein Wohn­ort geblie­ben sei — geprägt durch ​„unse­re Vor­fah­ren“. Die Sehn­sucht die­ser Wall­fahrt sei, dass der Markt Eichen­dorf wei­ter­hin ein fried­li­cher Wohn­ort blei­be. ​„Und die Ver­hei­ßung ist, dass kein Mensch allei­ne pil­gern muss. Als ein Teil einer Gemein­schaft tra­gen wir ein­an­der — im Gespräch, im Gebet, auch in der Tat!“, fuhr der Haupt­ze­le­brant fort. Ein Pil­ger müs­se aber auch immer auf­bre­chen. Ohne eini­ges zurück zu las­sen, z. B. Ter­mi­ne und All­tags­rou­ti­nen, sei kein Auf­bruch möglich.

„Es lohnt sich, ein Pil­ger der Hoff­nung zu blei­ben, und wei­ter zu gehen!”

Pater Joshy

„Da wir heu­te auf­ge­bro­chen sind, wol­len wir heu­te eini­ges zurück­las­sen: Ego­is­mus, kämp­fe­ri­sche Geis­ter, Aus­ein­an­der­set­zun­gen und all das, was ein fried­li­ches Mit­ein­an­der hin­dert!“, for­der­te Pater Jos­hy sei­ne Zuhö­rer ein­dring­lich auf. Mit der Jubi­lä­ums­wall­fahrt wür­de deut­lich und auch öffent­lich zum Aus­druck gebracht, ​„dass wir Pil­ger der Hoff­nung sind — Pil­ger, die die Hoff­nung tra­gen, dass ein har­mo­ni­sches Mit­ein­an­der immer mög­lich ist, dass Frie­de auch in der Ver­schie­den­heit mach­bar ist, dass unse­re Markt­ge­mein­de Eichen­dorf ein Wohn­ort ist, wo Gott zu Hau­se ist.“ Abschlie­ßend rief Pater Jos­hy die Got­tes­dienst­ge­mein­de auf: ​„Lasst uns als Pil­ger der Hoff­nung zum Nach­barn pil­gern, der lan­ge krank und ein­sam ist, zu Mit­men­schen pil­gern, die wir ver­letzt haben, mit der Bit­te um Ver­ge­bung, zu Kol­le­gen pil­gern, die wir lan­ge igno­riert haben! Dann bleibt jeder Schritt, den wir gehen, ein Gebet, jede Bla­se am Fuß ein klei­nes Opfer, jeder Atem­zug ein Lob­preis. Dann wer­den wir erfah­ren: Es lohnt sich, ein Pil­ger der Hoff­nung zu blei­ben, und wei­ter zu gehen!“

Danach gab es einen Stehempfang unter freiem Himmel

Nach dem Glau­bens­be­kennt­nis und den Für­bit­ten, die eben­falls Sophia Zwin­ger vor­trug, wur­de gemein­sam als Höhe­punkt des Amtes Eucha­ris­tie gefei­ert. Im Anschluss an das gemein­sam gespro­che­ne Hai­der Wall­fahrts­ge­bet gab Pater Jos­hy den Gläu­bi­gen den Schluss­se­gen mit auf den Weg. Am Ende des fei­er­li­chen Got­tes­diens­tes sprach der Eichen­dor­fer Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor noch sei­nen Dank aus an alle, die zum Gelin­gen der Pro­zes­si­on bei­tra­gen hat­ten, an die Mes­ne­rin, die Lek­to­rin, den Hai­der Kir­chen­chor der das Hei­li­ge Amt unter der Lei­tung von Ange­la Kas­ten­ber­ger so fest­lich gestal­tet hat­te, der Ober­mi­nis­tran­tin Bar­ba­ra Stein­hu­ber für ihren zuver­läs­si­gen Dienst am Altar sowie 3. Bür­ger­meis­ter Max Schr­auf­nagl, der sich bereit erklärt hat­te, zusam­men mit sei­ner Ehe­frau Bea­te Kirsch­ner-Schr­auf­nagl den ​„Shut­tle­ser­vice“ retour nach Eichen­dorf zu über­neh­men. Ein beson­de­rer Dan­kes­gruß ging an die Kir­chen­ver­wal­tung und den Pfarr­ge­mein­de­rat von Haid für die Orga­ni­sa­ti­on und Vor­be­rei­tung des anschlie­ßen­den Steh­emp­fangs, zu dem Kir­chen­pfle­ger Hans Schott alle herz­lich ein­lud, an den Wall­fah­rer­ver­ein Eichen­dorf-Wal­ler­fing für ​„euer Kom­men“ und nicht zuletzt an die Feu­er­wehr Wis­sels­dorf für die Absi­che­rung des Pil­ger­zu­ges. Nach dem Gruß­wort des 1. Bür­ger­meis­ters Josef Beham ging es in den ​„alten Schul­gar­ten“ beim Spiel­platz, wo unter der Feder­füh­rung von Ani­ta Loibl und Hans Schott von den Hai­der Kir­chen­gre­mi­en ein reich­hal­ti­ges Buf­fet mit baye­ri­schen Klas­si­kern und Blät­ter­teig­ge­bäck vor­be­rei­tet und opti­mal gekühl­te Geträn­ke bereit­ge­stellt wor­den waren. Bis zu vor­ge­rück­ter Stun­de wur­de eif­rig davon Gebrauch gemacht, über Gott und die Welt zu sinnieren.

Herzliche Einladung zum Jubiläumsgottesdienst

Als nächs­tes kirch­li­ches ​„Event“ im Jubi­lä­ums­jahr steht der Fest­got­tes­dienst am Sonn­tag, 06.07.2025 auf dem Pro­gramm, der um 10.30 Uhr (!) ange­läu­tet wer­den wird, und dem alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Markt­ge­mein­de Eichen­dorf und dar­über hin­aus wie­der herz­lich will­kom­men sind.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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