Das glauben wir

„Stille Nacht – heilige Nacht“

Pfarrverband Eichendorf am 31.10.2025

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Wohl kaum etwas wird von vielen von uns so sehr ersehnt und zugleich so vermieden und gefürchtet wie sie: die Stille. Ich meine, „sie“, die Stille, hat viele Gesichter.

Von der pein­li­chen und bedrü­cken­den bis zur wohl­tu­en­den und erfül­len­den Stil­le. In den Mona­ten Novem­ber und Dezem­ber begeg­net sie uns immer wie­der. Eine beson­de­re Stil­le umfängt uns, wenn wir an Aller­hei­li­gen und Aller­see­len ver­mehrt auf die Fried­hö­fe gehen. Wer dort am Grab eines gelieb­ten Men­schen steht, weiß, wie schwer und schier uner­träg­lich die­se unge­woll­te Stil­le der Ein­sam­keit sein kann. Es ist eine dra­ma­ti­sche Stil­le, die nach dem Tod eines gelieb­ten Men­schen oft da ist, wo vor­her das gemein­sa­me Gespräch und die Zwei­sam­keit waren. Zugleich füh­len aber vie­le auch eine fried­li­che Stil­le, eine inne­re Ruhe, ein ​„Sein las­sen“ können. 

Die „stille Zeit“

Spä­tes­tens ab dem ers­ten Advent ist die Stil­le dann wie­der in aller Mun­de, wenn die ​„stil­le Zeit“ des Jah­res gekom­men ist. Für vie­le ist sie dann oft wirk­lich schwer zu fin­den, weil man viel­leicht ger­ne über­all dabei sein möch­te, kei­nen ent­täu­schen und nichts ver­säu­men will. Und oft noch schwe­rer, als die Stil­le zu fin­den ist es, sie aus­zu­hal­ten. Ist es erst ein­mal ganz still, kön­nen die inne­re Unru­he, die inne­re Lee­re und die tau­send Stim­men und Gedan­ken in einem selbst sehr laut werden. 

„Nur bei Gott wird meine Seele still“

Trotz­dem oder viel­leicht gera­de des­halb hat es sei­nen guten Grund, war­um ​„still und hei­lig“ oft mit­ein­an­der ver­wen­det wer­den. Im Psalm 62 schreibt König David, was schon vie­le gläu­bi­ge Men­schen erlebt haben: ​„Nur bei Gott wird mei­ne See­le still“. Gott ist es wohl letzt­lich, der uns die inne­re Stil­le und Ruhe schenkt und die Stil­le ist es oft, die es uns erst mög­lich macht, Got­tes Gegen­wart und uns selbst wahr­zu­neh­men. Wahr­schein­lich nicht umsonst fei­ern wir Got­tes Ankunft und DA-SEIN in der Welt in der ​„stil­len, hei­li­gen Nacht“. Ich wün­sche uns allen von Her­zen, dass wir (nicht nur an Weih­nach­ten) immer wie­der ​„stil­le, hei­li­ge“ Momen­te erle­ben kön­nen. Momen­te, in denen die Welt ​„still“ steht. 

Ihre und eure Gemein­de­re­fe­ren­tin Ger­traud Dickgießer

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