Der Eichendorfer Pfarradministrator Pater Joshy hatte für den Neujahrstag (01.01.2026) zum abendlichen Gottesdienst in die Pfarrkirche Sankt Laurentius eingeladen, um mit einem Heiligen Amt das Hochfest der Gottesmutter Maria zu feiern.
Neben den Gottesdienstbesuchern fast aller Altersklassen hatte auch ein kleiner Vogel — wie auch immer — den Weg in das prächtige Gotteshaus gefunden. Wenngleich in den ersten Bankreihen noch einige Plätze frei waren, zog der gefiederte Gast es doch vor, zwischen dem Hochaltar und der Kirchenorgel hin und her zu fliegen, von Zeit zu Zeit innezuhalten und das Geschehen — im wahrsten Sinne des Wortes — aus der Vogelperspektive zu betrachten. So hörte er dem Lektor Alois Salzberger zu, als dieser die beiden Lesungen vortrug.
In der alttestamentlichen ersten Lesung aus dem Buch Numeri war der bekannteste Segenstext der Bibel, der aaronitische Segen, zu hören, in dessen drei Doppelwünschen es um Schutz, Geborgenheit und Gottes heilsame Nähe geht. Die dem Neuen Testament entstammende zweite Lesung aus dem Galaterbrief, den der Apostel Paulus an Gemeinden in der Mitte der heutigen Türkei geschrieben hat, beschreibt in aller Knappheit das Heilswirken Gottes durch Jesus Christus, der aus einer Frau geboren und damit wirklich Mensch geworden ist.
Maria bewahrte alles in ihrem Herzen
Der Piepmatz mit dem gelblichen Bauch, den gewiss auch die Mutter des Erlösers zu sich, dem Jesuskind, dem Heiligen Josef sowie dem Ochsen und dem Esel in den Stall von Bethlehem gelassen hätte, lauschte auch dem Zwischenpsalm und dem Halleluja, das Kantor und Organist Lukas Salzberger anstimmte und mit dem vollen Klang der Kirchenorgel unterstrich. Auch das Lukasevangelium, das Pater Joshy — ganz passend zur Szene, die im Dornacher Kripperl am linken Seitenaltar dargestellt ist — verkündete und schließlich die kräftige Predigt des Hauptzelebranten schienen den Singvogel, der dabei keinen Ton von sich gab, zu beeindrucken. Auch Maria habe — der Frohen Botschaft gemäß — alle diese Worte bewahrt und in ihrem Herzen erwogen. So seien alle Hörenden eingeladen, sich mit den Hirten und der Mutter Jesu zu identifizieren und zu staunen. Bei der anschließenden Eucharistiefeier und der Kommunionausteilung — bei der Pater Joshy von Kirchenpflegerin Beate Kirschner-Schraufnagl Unterstützung erfuhr — zog es das Vöglein in Richtung Empore.
Die Sternsinger wurden gesegnet
Am rechten Seitenaltar hatte Mesner Walter Sommersberger zeitig genug Kreide, Kohlen und Weihrauch vorbereitet und den Weihwasserbehälter bis zum Rand gefüllt, so dass Pater Joshy darüber den Segen sprechen konnte. Bestimmt hatte der kleine Singvogel, der seinen Winterurlaub offensichtlich daheim verbrachte, auch seine Freude an den buntgewirkten orientalischen Gewändern der Sternsinger der Pfarrei Dornach und ihrer Filiale Perbing, die — mit Weihrauchfass und güldenem Stern ausgerüstet — ihren Segensspruch vorgetragen hatten und dann von dem indischen Geistlichen mit dem Segen gestärkt ausgesendet wurden. Ob sich der kleine gefiederte Freund weiterhin in der Dornacher Pfarrkirche aufhält, lässt sich demnächst beim nächsten Gottesdienstbesuch in Sankt Laurentius am Dienstag, 06.01.2026, um 10.00 Uhr vormittags, oder beim Vorabendgottesdienst am Samstag, 18.01.2026, bei dem sich um 18.00 Uhr die Erstkommunionkinder vorstellen werden, oder anlässlich der am Sonntag, 11.01.2026 um 13.00 Uhr beginnenden Ewigen Anbetung, zu der auch alle herzlich willkommen sind, sicher herausfinden.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

