Die Bibel ist voll von Geschichten über Engel. Drei dieser Boten Gottes werden in der Heiligen Schrift - im Gegensatz zu den "einfachen" Engeln - mit Namen aufgeführt: Gabriel ("Gott ist Kraft"), Michael ("Wer ist wie Gott") und Rafael ("Gott heilt"). Zu Ehren dieses hochrangigen Trios feiert die römisch-katholische Kirche seit 1969 jeden 29. September das Erzengel-Fest, wenn es nicht auf einen Sonntag fällt.
Der Eichendorfer Pfarradministrator Pater Joshy hat mit dem ehrenamtlichen Newsletter-Team des Pfarrverbandes dazu aufgerufen, bis zum diesjährigen Erzengel-Fest, also bis zum Montag, 29.09.2025, zu ermitteln, wie viele Boten Gottes in jedem einzelnen Gotteshaus des Pfarrverbandes dargestellt sind. Aus praktischen Gründen “nur” die, die man mit bloßem Auge sehen kann. Wer bei der “Engel-Inventur” mitgemacht hat, konnte auch am Gewinnspiel teilnehmen. Nach den Familiengottesdiensten am Erntedankfest wurden die drei Gewinner gezogen, die wir Ihnen heute vorstellen: In der Reichstorfer Filialkirche, die ihr Patrozinium am Fest Kreuzerhöhung feiert, hat Johann Dirnberger aus dem Pfarrverband Schönau im Beisein von Mesnerin Angelika Waldherr die Engel gezählt und ist auf insgesamt 13 gekommen. Besonders hat ihm der Engel im Medaillon am rechten Seitenaltar gefallen, der dem im Gebet versunkenen Heiligen Isidor von Madrid — dem Schutzheiligen der ackernden Landwirte — tatkräftig beim Pflügen hilft. Am vergangenen Freitag (24.10.2025) war Johann — wie es guter Brauch ist — mit seiner Familie bei seiner Oma Rita und seinem Onkel Robert in Reichstorf zu Besuch und hat nach der gemeinsamen Feier des Abendgottesdienstes den von ihm als Gewinn gewählten „YOUCAT deutsch“ mit einem Vorwort von Papst Franziskus sichtlich erfreut und gespannt auf die Lektüre entgegengenommen.
In der Dornacher Pfarrkirche Sankt Laurentius hat Anna Lisa Sommersperger aus Enzerweis zusammen mit ihrer Oma Elisabeth die Gottesboten ausfindig gemacht. Alleine bei denjenigen, die in dem schmucken spätgotischen Gotteshaus mit seiner aus verschiedenen Epochen stammenden Ausstattung plastisch dargestellt sind, kam Anna Lisa auf 15 Stück. Eine große Anzahl weiterer Engel gibt es auf den Gemälden (z. B. auf der großen Votivtafel der Eichendorfer aus dem Jahre 1820, die sich im Presbyterium befindet, auf einigen Votivtafeln an der Rückseite des Langhauses und an der Orgel) zu entdecken. Am vergangenen Sonntag nach dem Morgenamt, das sie mit ihrer Oma Elisabeth in der ersten Bank mitgefeiert hat, freute sich das begeisterte Vorschulkind über den „365 x YOUCAT“-Kalender, den sie daheim gleich mit ihrer kleinen Schwester auf Bilder und Texte, die Engel zeigen oder mit ihnen zu tun haben, durchforsten wollte. Anna Lisas Lieblingsengel ist übrigens der Posaunenengel aus dem Frührokoko, der auf dem Schalldeckel der Kanzel seinen Platz hat und voller Elan Luft in das ihm zugedachte Instrument stößt und wohl am besten mit einem guten Objektiv oder Fernglas von der Empore aus zu sehen ist.
Gewinn wurde gespendet
Und schließlich tritt demnächst ein „YOUCAT for Kids“-Exemplar seine Reise in die Oberpfalz an. Unterstützt von seiner Tochter Stephanie und seinen niederbayerischen Enkelkindern hat Georg Lindner aus Poppenricht die Anzahl der Engel in der dem Heiligen Martin geweihten Eichendorfer Pfarrkirche ermittelt. Der ehemalige Polizeihauptkommissar aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach ist dabei auf 44 Darstellungen gekommen, den „gefallenen Engel“, der in der Gestalt einer Schlange — mit der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse im Maul — unter den Füßen der Kustermann-Madonna kriecht, nicht mitgerechnet. Sicherheitshalber wurde auch noch mit Bildhauer Joseph Michael Neustifter Kontakt aufgenommen, um sicherzugehen, dass bei der Darstellung des Evangelisten Matthäus auf der vom Eggenfeldener Künstler geschaffenen Martinsstele wirklich kein Engel dargestellt ist. Insoweit entspricht die Darstellung des Matthäus auf dem prächtigen bronzenen Kunstwerk tatsächlich der Darstellung auf der Eichendorfer Kanzel — auch dort ist ihm — im Gegensatz zu den drei anderen „Frohbotschaftsautoren“ kein Attribut beigesellt. Seinen Gewinn behält Georg Lindner nicht selber, sondern reicht ihn an einen lieben Jugendlichen weiter, der beruflich in der Pädagogik tätig ist und das Buch dort sicher sehr gut gebrauchen kann, um Kinder und Kollegen noch intensiver mit dem katholischen Glauben in Berührung zu bringen. Die Artikel, die sich die Gewinnspielteilnehmer und Newsletter-Abonnenten ganz einfach auf www.youcat.org aus der YOUCAT-Reihe aussuchen durften, werden künftig zusammen mit weiterer guter „Neuevangelisierungs-Literatur“ das Angebot am Eichendorfer Schriftenstand ergänzen. Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die mitgezählt und am Gewinnspiel teilgenommen haben und den Spendern, die die Gewinne auch dieses Mal wieder kostenlos zur Verfügung gestellt und somit das Gewinnspiel erst ermöglicht haben. Allen, die dieses Mal nicht zu den glücklichen Gewinnern zählen, sei in Aussicht gestellt, dass es — Dank der gestiegenen Teilnehmer- und Newsletterabonnenten-Zahl — sicher nicht das letzte Gewinnspiel des Pfarrverbandes dieser Art gewesen sein dürfte. Außerdem wurde die Engel-Inventur bislang ja erst in drei Gotteshäusern des Pfarrverbandes durchgeführt.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

