Punkt 18.00 Uhr startete der Pilgerzug zwei Tage vor dem Palmsonntag an der Dreifaltigkeitskapelle (am südlichen Ende der Adldorfer Schloßallee). Bei — im Vergleich zu den Vorjahren — milden Temperaturen pfiffen die Vögel zum gegangenen Kreuzweg ihr Abendlob. Entlang der 1,2 Kilometer langen und durchaus anspruchsvollen Strecke, die über den Kellerturm zur Holzkapelle in Kellerhäuser führte, wurden acht der insgesamt 14 Stationen des Leidensweges Jesu gebetet und gesungen. Als Vorbeterinnen und Vorbeter hatten sich unter anderem Mitglieder des Gesamtpfarrgemeinderates engagiert. Alois Breitschopf, der stellvertretende Vorsitzende des Pilgervereins Wallerfing-Eichendorf, hatte dankenswerter Weise wieder die mobile und wetterfeste Lautsprecheranlage mitgebracht. Pater Jipson ging der Prozessionsgemeinde mit dem Pfarrverbandskreuz voran, gefolgt von Pater Joshy, Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer und Lautsprecherträger Klaus Ott. Die Teilnehmer waren mit warmer und winddichter Kleidung sowie festem Schuhwerk gut ausgerüstet. Die von Gertraud Dickgießer ausgewählten Texte und die passenden Passionslieder, die die Gemeindereferentin ausgesucht und angestimmt hatte, regten dazu an, dem Leben Jesu und seiner Botschaft nachzuspüren.
Kreuzweg endete an der Holzkapelle
An der Endstation „Holzkapelle“ hatte Mesnerin Rosemarie Flexeder, die den Kreuzweg auch selbst mitgegangen war, das kleine Gotteshaus in Kellerhäuser bereits aufgesperrt und mit Kerzen beleuchtet. Pater Joshy spendete dort den Teilnehmern den Schlusssegen, bedankte sich bei den Mitwirkenden und lud alle Beteiligten zur weiteren Feier der Heiligen Woche ein, die mit der Feier der „längsten Messe der Welt“ (die in drei Teilen am Gründonnerstag, Karfreitag und der Osternacht/Auferstehung begangen wird) ihren Höhepunkt findet. Mit einem dankbaren Schmunzeln und einem spitzbübischen Augenzwinkern in Richtung seines treuen Pfarrvikars stellte der Pfarradministrator, der das Pfarrverbandskreuz noch in seinen Händen hielt, abschließend noch anerkennend fest, dass es immer gut sei, wenn einer das Kreuz für alle auf sich nehme. Auf dem Heimweg genossen dann viele der Pilger die stimmungsvollen Bilder am tiefroten Himmel über Kellerhäuser und Adldorf, die die vereinzelt aufgezogenen Wolken — wohl abgestimmt mit den letzten Strahlen der bereits untergegangenen Abendsonne — gezeichnet hatten.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

