So eröffnete Pater Jipson Punkt 9.00 Uhr früh in der Pfarrkirche Sankt Martinus den feierlichen Gottesdienst, den der Musikalische Verein Eichendorf unter der Leitung von Iris Wunderlich — mit Lydia Schropp an der Kirchenorgel — kraftvoll musikalisch gestaltete. Besonders freute sich der Eichendorfer Pfarrvikar, dass auch Kinder und Jugendliche den Gottesdienst mitfeierten. Nach den Kyrie-Rufen, dem Gloria, der Lesung und dem Evangelium brachte Pater Jipson die Gottesdienstbesucher — wie gewohnt kurz und prägnant — zum Nachdenken. „Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, am heutigen Hochfest des Leibes und Blutes Christi hören wir die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium. Jesus sagt: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben! Das sind keine bloßen Bilder, sondern eine Einladung zu echter Gemeinschaft mit ihm!“, begann der Pfarrvikar. In der Eucharistie schenkt Christus uns nicht etwas, sondern sich selbst. Sein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, sein Blut wahrhaft ein Trank. Das fordert uns heraus, so wie es schon die Menschen damals herausgefordert hat. Können wir glauben, dass Gott uns so nahe kommt?“, wandte sich Pater Jipson fragend an seine Zuhörer. Fronleichnam erinnere jeden daran, dass Gott nicht fern sei. „Er geht mit uns, durch unsere Straßen, hinein in unseren Alltag und unsere Herzen. Wenn wir die Eucharistie empfangen, werden wir mit Christus und untereinander vereint. Wir werden, was wir empfangen — der Leib Christi. Doch dieses Geschenk verlangt eine Antwort. Leben wir aus dieser Gemeinschaft? Tragen wir Christus in unser tägliches Leben?“, so der Prediger weiter. Abschließend forderte Pater Jipson seine Gemeinde auf: „Gehen wir zum Altar mit Glauben, empfangen wir mit Ehrfurcht und tragen wir seine Liebe hinaus in die Welt!“
Feierliche Prozession durch den Marktplatz
Im Anschluss an das gemeinsame Glaubensbekenntnis folgten die Fürbitten, die — wie die Lesung — KLJB-Vorstandsmitglied Maria Schraufnagl vorgetragen hatte, ehe gemeinsam Eucharistie, die Quelle und der Höhepunkt allen christlichen Lebens, gefeiert wurde. Anschließend übertrug Pater Jipson die gewandelte Hostie in die Monstranz. Vier kräftige Burschen der KLJB Eichendorf-Pitzling — einheitlich in festlicher Tracht gekleidet — übernahmen nach der Anbetung des Allerheiligsten die ehrenvolle Aufgabe, den „Himmel“ zu tragen, einen kunstvoll gewobenen bzw. bestickten Baldachin, der in Eichendorf den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube und an den Seitenbehängen die vier Evangelisten in Medaillons mit reichem Rankwerk zeigt. Die Gottesdiensteilnehmerinnen und ‑teilnehmer formierten sich am Kirchenvorplatz entlang des Marktplatzes zum Kirchenzug. Viele fleißige Helferinnen und Helfer hatten schon früh am Morgen die vier Altäre aufgebaut und geschmückt bzw. die Tage zuvor die Plätze und Straßen dafür auf Vordermann gebracht und die Häuser beflaggt. Während Stephanie Altmann vom Mesnerteam die Kirchenglocken läutete, setzte sich der Zug zum ersten Altar, der am Marktplatz vor dem Anwesen der Familie Sträußl aufgebaut worden war, in Bewegung. Der zweite Altar befand sich beim Seniorenheim St. Martin in der Landauer Straße, der dritte vor dem Parkplatz der VR-Bank am Oberanger und der vierte an der Mariensäule. Die Spitze des Zuges bildete Ministrant Andreas Fleischmann mit dem bronzenen Vortragkreuz. Ihm schlossen sich die Thuriferare, die Leuchterträger, die Kinder, die für den „Prangertag“ Blüten gesammelt hatten, um sie zur Ehre Jesu an den Altären zu streuen, die Abordnung der KLJB Eichendorf-Pitzling und die Abordnung des Musikalischen Vereins an. Dann folgte — von Pater Jipson in der Monstranz getragen — der Leib Christi unter dem prunkvollen Prozessionsbaldachin, dem sich die drei teilnehmenden Erstkommunionkindern anschlossen. Als Vorbeter während der Prozession fungierte Franz Ratzisberger. Florian Brandl sorgte als Lautsprecherträger für eine hervorragende Beschallung. Den übrigen anwesenden Pfarrgemeinderats- und Kirchenverwaltungsmitgliedern schloss sich das weitere Volk Gottes an.
Pater Jipson spendete Segen
Phillipp Enzensberger und Hans Baierl begleiteten die Prozession mit der Fahne der KLJB Eichendorf-Pitzling bzw. des Musikalischen Vereins; während des Gottesdienstes hatten sich neben der Landjugend auch die Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehr (mit Fahnenträger) und des KDFB Eichendorf im Presbyterium aufgestellt. An jedem der vier festlich geschmückten Altäre wurde die Frohe Botschaft verkündet, gemeinsam Fürbitte gehalten, vom Musikalischen Verein — von dessen Vorsitzender Hildegard Hagenburger an der Gitarre begleitet — gesungen und abschließend mit dem Allerheiligsten — begleitet vom Klang der Altarschellen — der Segen gespendet. Wieder in der Pfarrkirche angekommen, spendete Pater Jipson noch den feierlichen Schlusssegen. Gesamtpfarrgemeinderatsvorsitzender Franz Ratzisberger bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Hochfestes beigetragen hatten, so dankte er besonders auch den Kameradinnen und Kameraden der Eichendorfer Feuerwehr, die für die Straßensperrung und die Umleitung des Straßenverkehrs Sorge trugen, und dem Gräflichen Haus Arco, das auch heuer wieder die Birken für das Gotteshaus und die Prozessionsaltäre gespendet hatte. Ein besonderer Dank galt neben den Fahnenabordnungen und Ministranten, der Lektorin, der Mesnerin und Gitte Engelmann, die die Wege um das Gotteshaus feinsäuberlich vom Unkraut befreite, namentlich auch den Betreuerinnen und Betreuern der vier Altäre: Brigitte und Rudi Sträußl sowie Franz Ratzisberger (Altar am Sträußl-Anwesen), der Pater Jipson schon während des Gottesdienstes als Kommunionhelfer unterstützte, dem Personal des AWO Seniorenheimes St. Martin (dortiger Altar) unter der Federführung von Anita Loibl, den Mitgliedern der KLJB Eichendorf-Pitzling und der Eichendorfer Ministranten, die zusammen mit Hildegard Hartl den seinerzeit von Michael Hartl konstruierten und angefertigten Altar vor dem VR-Bank-Parkplatz am Oberanger aufgebaut hatten, sowie Carolin Altmann und Karin Zoschke (Finzel’scher Altar bei der Mariensäule). Zum Schluss des Gottesdienstes wurde gemeinsam das „Großer Gott, wir loben Dich!“ angestimmt.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

