Mit einem festlichen Gottesdienst wurde am vergangenen Samstag (13.06.2026), dem Gedenktag des Heiligen Antonius von Padua, die Firmung von 19 Jugendlichen in der Pfarrkirche Sankt Martinus gefeiert. Das Firmsakrament spendete Domdekan Msgr. Dr. Hans Bauernfeind aus Passau im Auftrag von Bischof Dr. Stefan Oster.
Die Firmlinge, die sich im Pfarrverband Eichendorf zur Firmvorbereitung angemeldet hatten und aus den Pfarreien Adldorf, Dornach, Eichendorf, Haid und Hartkirchen sowie aus dem Pfarrverband Aufhausen kamen, hatten sich in den zurückliegenden Monaten intensiv auf diesen Tag vorbereitet. In mehreren Vorbereitungstreffen machten sich Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer und ehrenamtliche Jugendliche aus dem Pfarrverband mit den Jugendlichen auf den Weg, wobei vor allem die Gemeinschaft der Firmlinge gestärkt wurde. Für diesen Jahrgang wurde speziell für die Firmvorbereitung erstmals vom Jugendbüro „leb gestärkt“ angeboten, für das sich jeder Firmling angemeldet hat. Am Schliersee, in Benediktbeuern und in Firmtagen in Landau a.d.Isar haben sich die Kandidaten mit viel erlebnispädagogischen Angeboten auseinandergesetzt. Von den Themen „ich — du — wir“, „mein / unser Glaube“ und „Heiliger Geist“ waren alle Beteiligten „be-geistert“, neben den Firmlingen auch die Betreuer und das Jugendbüro. Beim ersten Firmtag in Eichendorf konnten sich die Teilnehmer besser Kennenlernen und vieles über die konkrete Bedeutung des Heiligen Geistes für ihr Leben erfahren. So hatte z. B. Matthias Hanichl Tauben und Gertraud Dickgießer eine Feuerschale mit im Gepäck. Außerdem wurden die Vorstellungsgottesdienste vorbereitet. Beim zweiten Firmtag spielten die Themen „Besinnung und Beichte“, „Spendung der Firmung“ und „Bedeutung der Salbung“ — begleitet von der Arbeit mit der Heiligen Schrift – eine große Rolle. Das Sakrament der Versöhnung konnten sich die Firmbewerber von Pater Joshy und Pfarrer Emmanuel Hartmann spenden lassen.
19 Jugendliche empfingen die Firmung
Gespannt zogen die 19 Jugendlichen nun am vergangenen Samstag feierlich in die Eichendorfer Pfarrkirche Sankt Martinus ein. Nach einleitenden Begrüßungsworten von Pfarradministrator Pater Joshy sowie den beiden Firmlingen Bastian Hasreiter und Vinzenz Ruhland und dem Grußwort des 1. Bürgermeister Josef Beham eröffnete der Firmspender Dr. Hans Bauernfeind den Gottesdienst. Im Anschluss an die Kyrierufe, die von Olaf Dziemba, Lukas Wimmer und Sofie Enzinger vorgetragen worden waren, trug Eva Westenthanner die erste Lesung aus dem Buch Jesaja. Dann folgte eine Lesung aus der Apostelgeschichte über das Pfingstereignis, die von Emillia Schröck vorgetragen wurde. Danach verkündete Pater Joshy die sogenannten Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium. Zu Beginn seiner hoffnungsvollen, aber auch nachdenklich stimmenden Predigt, krempelte Monsignore Bauernfeind sein Messgewand linkerhand etwas zurück und blickte mit einem aufmerksamen Blick eine Zeitlang auf seine Armbanduhr. So zog er die Blicke der aufmerksamen Zuschauer und ‑hörer auf das Geschehen am Ambo. Mancher vermutete dabei, dass der Firmspender jetzt die Dauer seiner Predigt mitstoppt. Doch es ging anders weiter.
Was in 30 Sekunden in der Firmung geschieht
„Das waren jetzt 15 Sekunden!“, strahlte der Firmspender mit einem Lächeln ins Kirchenschiff. „Noch einmal 15 Sekunden und es wären 30 gewesen. Auch 30 Sekunden sind eine kurze Zeit und doch beinahe zu lang, sie auszuhalten.“, fuhr Hans Bauernfeind fort. „Warum erzähle ich davon?“, wandte er sich besonders an die Firmlinge. „Wenn ich Ihnen heute die Hände auflege, Sie mit Chrisamöl salbe und dazu spreche: ‚Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!‘ und sie antworten: ‚Amen!‘. Und wenn ich Ihnen dann die Hand zum Friedensgruß reiche mit den Worten: ‚Der Friede sei mit Dir!‘ und Sie erwidern: ‚Und mit deinem Geiste!‘, dann dauert dieser Ritus der Firmung 30 Sekunden — eine Zeit, in der eine Begegnung geschieht, bei der sich der Himmel öffnet und Gott und Sie ganz persönlich in ein Miteinander kommen, das eine Ewigkeit auftut.“ Schon bei der Taufe sei für die jungen Menschen, die sich nun firmen lassen wollen, der Himmel aufgegangen. „Sie tragen das Licht der Ewigkeit — mitten im Leben — schon in sich. Gott ist Ihnen in der Person Jesu, dem Sohn Gottes, entgegengekommen. Sie sind seine Geschwister geworden.“ Mit Jesus verbunden zu sein, zeichne die Firmbewerber aus. Auf das zu hören, was Jesus sagt, es in Freiheit und Vernunft zu bedenken, gebe ihnen Orientierung. Mit Jesus zu leben, zu denken und zu handeln, mache vor aller Welt sichtbar, dass sie Christ bzw. Christin sind und zu seiner Kirche gehören. Wie es Jesus erfahren hat, so stärkt auch sie der Heilige Geist. „Sie werden mit Jesus zum ewigen Leben auferstehen, so wie der Vater im Himmel und der Heilige Geist Jesus aus dem Tod zur Ewigkeit auferweckt haben!“
„Selig, wer sich firmen lässt!“
„Bitte bedenken Sie, wie Gott auf Sie zukommt. Er kommt in der Person Jesu, mit dessen klaren Worten und dem Heiligen Geist, der auf Jesus ruht, Ihnen entgegen!“, wandte er sich wieder direkt an die Firmlinge. Wer beim Evangelium nach Matthäus gut aufgepasst hat, habe gehört, was das konkret bedeute. „Jesus sagt zu Ihnen: ‚Selig seid Ihr!‘ — Dieser Zuspruch belegt, wie hoch Ihr Ansehen in den Augen Gottes ist!“, so Bauernfeind. Wer Jesus begegne und auf ihn höre, erfahre zugleich den Heiligen Geist. Er rufe jeden dazu auf, innezuhalten und das zu bedenken, was Jesus jedem geben möchte. Dies geschehe auch in den Seligpreisungen Jesu. Der Heilige Geist übersetze sie für alle, besonders für die Firmbewerber, in die heutige Zeit. Dann erzählte der Domdekan von einem Diakon aus dem Bistum Passau, der auf die griechische Insel Lesbos gegangen sei, um den Flüchtenden zu helfen, aus der verordneten Armut des Tages herauszufinden. Die Geflüchteten kultivierten jetzt Oliven. Das Öl Chrisam habe auch bei der heutigen Firmung das Olivenöl aus Lesbos zur Grundlage. Leitwort für den Diakon sei das Wort Jesu gewesen, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. „Als Getaufte und Gefirmte traut Ihnen die Kirche zu, das alltägliche Leben mit dem Heiligen Geist mitzugestalten und auf seine Fragen Antworten zu geben. Sie haben die Macht, Gottes Heiligen Geist in Ihrer Lebenswelt zur Geltung zu bringen! Von Herzen danke ich Ihnen, dass Sie bereit sind, sich firmen zu lassen und Ihre Gemeinschaft mit Gott so neu zu ordnen und zu gestalten!“, sprach der Prediger die Firmlinge nochmals direkt an. Aber auch alle anderen Glaubensgeschwister schloss der Domdekan nochmals ausdrücklich in seinen Dank mit ein: Dafür, dass sie mit beigetragen hätten, dass diese Kandidatinnen und Kandidaten für die Firmung entscheiden konnten. Besonders dankte er den Firmpatinnen und ‑paten, dass sie ihren Firmlingen Wegbegleiterinnen und ‑begleiter für ein christliches Leben sein wollen. Außerdem ging sein Dank auch an alle, die diese Feier so wunderbar mitgestalten hätten und durch ihre Anwesenheit Bedeutung verliehen hätten. „Selig, wer sich firmen lässt! — Selig sind sie!“, strahlte Monsignore Bauernfeind zum Schluss seiner ansprechenden Predigt — bei der keiner der Mitfeiernden einen Grund hatte, auf die eigene Armbanduhr zu schauen — in die Gesichter der Firmbewerber.
Mit Chrisamöl gesalbt
Nach dem Taufbekenntnis der Firmlinge und nachdem die gesamte Gemeinde zur Bekräftigung mit Weihwasser besprengt worden war, legte Domdekan Bauernfeind jedem einzelnen Firmling mit den Worten „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!“ die Hand auf und salbte jeden von ihnen mit geweihtem Chrisamöl. Der Firmspender brachte sein großes Interesse und seine aufrichtige Anerkennung für die jungen Christen zum Ausdruck, indem er mit allen Jugendlichen und ihren Patinnen und Paten herzliche und ermutigende Gespräche führte und Fragen stellte. Besonders auch die Berufe und Zukunftspläne der Firmlinge interessierten ihn sehr. Die anschließenden Fürbitten übernahmen Hanna Kutschka, Simon Kutschka, Jakob Kirschner, Elias Kerscher und Dominik Einhellig. Dann feierte die Gottesdienstgemeinde gemeinsam Eucharistie. Zur Gabenbereitung brachten die Firmlinge als Zeichen der Dankbarkeit für das Geschenk der Firmung und das, was sie in der Zeit der Vorbereitung erlebt hatten, Symbole zum Zelebrationsaltar: Isabella Albert verwies auf die Plakate, die von den Firmlingen gestaltet und unter der Kanzel aufgebaut worden waren; Elias Beham brachte eine Bibel, Karolina Fischhold eine brennende Kerze und Matthias Hanichl eine Schatzkiste; schließlich übergab Jakob Hötzinger an den Hauptzelebranten Hans Bauernfeind den Kelch und die Patene mit der Hostie.
Pfarrgemeinderat organisierte Sektempfang
Der Chor „belle voci“ und der Dornacher Kirchenchor gestalteten den Festgottesdienst auf moderne und eindrucksvolle Weise. Mit stimmungsvollem Gesang und berührender Klaviermusik wurde der Firmfeier so ein würdiger musikalischer Rahmen verliehen. Dabei sorgte Chorleiter Lukas Salzberger auch für festliche Orgelmusik. Am Ende des Gottesdienstes betonten Domdekan Bauernfeind und Pater Joshy, dass sie stolz darauf seien und sich sehr darüber freuten, dass sich die jungen Erwachsenen durch den Empfang des Sakramentes der Firmung zu ihrem Christsein und der Gemeinschaft der Gläubigen bekannt haben. Bevor Monsignore Bauernfeind den Gläubigen zusammen mit seinen beiden Konzelebranten den Segen Gottes zusprach, bedankten sich Theresa Nachreiner und Lea Dillinger im Namen aller frisch Gefirmten, ihrer Eltern, Patinnen und Paten ganz besonders bei ihm für die Spendung des Firmsakraments und drückten dies mit einem Geschenk an ihn aus. Weiter sprachen sie Pater Joshy, Pater Jipson und Gertraud Dickgießer, dem Jugendausschuss, besonders den ehrenamtlichen Helfern bei der Firmvorbereitung, also Sophia Birkmann, Antonia, Jana und Magdalena Brunner, Gerhard und Thomas Ebner, Lukas Salzberger und Maria Schraufnagl, den Chören, der Mesnerin Stephanie Altmann und ihrer Familie, den Ministranten aus dem ganzen Pfarrverband sowie den engagierten Pfarrgemeinderatsmitgliedern ihren Dank aus. Gesamtpfarrgemeinderatsvorsitzender Franz Ratzisberger schloß sich den Dankesworten an, und bedankte sich im Voraus recht herzlich bei 1. Bürgermeister Josef Beham, der mit seiner Ehefrau Regina am Gottesdienst teilnahm; schließlich ließ es sich der Markt Eichendorf auch heuer nicht nehmen, den Firmspender, die Hauptamtlichen und einen Teil der ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeiter zum Mittagessen ins Gasthaus „Zum Kapfinger“ einzuladen. Nach dem gemeinsam intonierten „Großer Gott, wir loben Dich!“ waren die frisch Gefirmten mit ihren Familien noch zu einem vom Gesamtpfarrgemeinderat organisierten Sektempfang ins Pfarrzentrum eingeladen. Übrigens: Zur Erinnerung an die Firmung und um sich auch in trockenen Phasen des Lebens maßvoll erfrischen und stärken zu können, bekam jeder Firmling als Geschenk einen gläsernen Trinkkrug überreicht, in den sein Name eingraviert worden war.
Hier gelangen Sie zum ausführlichen Bericht über den Firmgottesdienst:
Unsere Firmlinge:
Weitere Impressionen:
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

