Die ersten Vögel begannen am Ostersonntag (20.04.2025) ihr Morgenlob, als sich die im Inneren nur notdürftig beleuchteten Pfarrkirche St. Martin langsam aber sicher mit Gläubigen füllte. Draußen vor dem südlichen Kirchenportal loderte bereits das Osterfeuer. Natürlich waren auch die Oberministrantinnen schon hellwach, sie begrüßten die anderen Gottesdienstbesucher an den beiden Kirchentüren und boten ihnen kleine Osterkerzen zum Kauf an.
Punkt 5.30 Uhr kam Pater Jipson — die auch heuer wieder von Anita Stangl prächtig gezierte Osterkerze in der Hand und von der Ministrantenschar begleitet — aus der Sakristei zum Kirchenvorplatz gezogen, um dort das erstmals von Florian Brandl entfachte Osterfeuer zu segnen und die Osterkerze ihrer Bestimmung zu übergeben. Nachdem auch die Kohlen für das Weihrauchfass das richtige Maß an Glut bekommen hatten, zog der Pfarrvikar mit „seiner“ Ministrantenschar in die Pfarrkirche ein und stimmte das „Lumen Christi“ an, dem die österliche Gemeinde mit ihrem „Deo gratias“ antwortete. Der routinierte Kantor Lukas Salzberger stimmte die Gottesdienstbesucher mit dem festlich von ihm gesungenen Exsultet auf die Feier des Osternacht ein, währenddessen die Ministranten das Licht der Osterkerze, die nun auf der Neustifter’schen Martinsstele ihren Platz fand, an die Anwesenden weitergaben und Stefan Sicheneder senior aus Rohrbach mit seinem Sohn Martin die Apostelleuchter entzündeten.
Gott hat Jesus von den Toten auferweckt!
Anschließend trug Ulrich Altmann in der nur vom Kerzenschein erleuchteten Kirche zwei alttestamentliche Lesungen (den Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis und den Auszug der Israeliten aus Ägypten mit der Durchwanderung des Schilfmeers) vor. Dem schloss sich die von Klara Kirschner vorgetragene Lesung aus dem alttestamentlichen Buch Ezechiel (Gott holt sein Volk aus dem Dunkel der Gottvergessenheit, der Gewalt und des Egoismus heraus) an, ehe das Gotteshaus zum Gloria — begleitet vom festlichen Geläut der pünktlich aus Rom zurückgekehrten Glocken und dem Klang der Altarschellen — wieder hell erleuchtet wurde und die so genannte Epistel-Lesung aus dem paulinischen Römerbrief folgte. Dann verkündete Pater Jipson das Lukasevangelium. Dabei war zu hören, dass Maria von Magdala und die anderen Frauen, die Jesus nachgefolgt sind, das leere Grab entdecken und eine überraschende Botschaft hören: Gott hat Jesus von den Toten auferweckt!
Das Taufwasser wurde gesegnet
Nach der hoffnungsfrohen Predigt und der Allerheiligenlitanei schloß sich die Segnung des Taufwassers an, in das Pater Jipson die Osterkerze tauchte. Die Gläubigen waren dann dazu eingeladen, ihren Glauben zu bekennen und ihr Taufversprechen zu erneuern, was Pater Jipson — durch die Reihen gehend — mit dem Aussprengen des frisch-gesegneten Osterwassers bekräftigte. Nach den Fürbitten, die ebenfalls Klara Kirschner vortrug, feierten alle miteinander Eucharistie. Nach dem gemeinsamen Vaterunser und dem anschließenden Friedensgruß teilte der indische Geistliche die konsekrierten Hostien zum Kommunionempfang aus. Vor dem Ende der Feier segnete Pater Jipson die mitgebrachten Speisen für das Osterfrühstück mit Weihwasser und Weihrauch.
Am Ende erzählte Pater Jipson einen Osterwitz
Dann bat er die Anwesenden, noch einmal Platz zu nehmen, um allen, die zum Gelingen der Feier, aber auch die umfangreichen Vorbereitungen übernommen hatten, seinen Dank auszusprechen: Kantor und Organist Lukas Salzberger und seiner Schwester Katharina, die die stimmungsvolle musikalische Gestaltung übernommen hatten, den Lektoren und Ministranten der Familie Sicheneder aus Rohrbach, den Familien Brandl und Schmidt-Ramsin, der Mesnerin Stephanie Altmann mit ihrer ganzen Familie sowie Gitte Engelmann. Dann pflegte Pfarrvikar den Brauch des Osterlachens. Dazu erzählte Pater Jipson einen geschmackvollen Witz, der von Josef von Arimathäa, seiner knickrigen Ehefrau und dem frisch gehauenen Felsengrab handelte und die Gläubigen herzhaft auflachen ließ. Zum Schluss des gut besuchten Gottesdienstes spendete der Zelebrant den Mitfeiernden den Segen Gottes und wünschte allen ganz herzlich — verbunden mit einem zweifachen „Halleluja!“ — frohe Ostern!
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

