Bei strahlendem Sonnenschein fanden die Eröffnung des Gottesdienstes und die Segnung der Palmzweige auf dem Vorplatz des Pfarrzentrums statt. Der Eichendorfer Pfarradministrator, den es sichtlich freute, dass sich eine Woche vor Ostern viele Menschen, vor allem viele Kinder, in der Pfarrgasse versammelten, trug nach einem Einleitungstext dazu, den Antonia Schmidt-Ramsin vorgelesen hatte, das Lukasevangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem vor und sprach danach den Segen über die Gläubigen und die Palmbuschen, die sie mitgebracht bzw. vor dem Gottesdienst gegen eine Spende erworben hatten, aus und bekräftigte diesen mit Weihwasser. Dann lud Pater Joshy alle ein, nach den Ministrantinnen gemeinsam mit ihm zur Pfarrkirche zu ziehen, um dort die Heilige Messe zu feiern.
Den Weg zum Kreuz als Bodenbild gelegt
Nachdem sich die Pfarrkirche Sankt Martinus gut gefüllt hatte, folgten dort die Kyrierufe. Die neutestamentliche Lesung aus dem Philipperbrief, die von Andrea Kronschnabl vorgetragen wurde, enthielt einen kurzen Hymnus, in dem die frühen Christinnen und Christen Menschwerdung, Leben, Sterben und Auferweckung Jesu Christi zusammengefasst und gedeutet haben. Danach wurde ein Teil der Passion Christi von Pater Joshy, Gottesdienstbeauftragter Stephanie Altmann sowie Heike, Verena und Maria Brandl, Laura Reichl und Rebecca Altmann vorgelesen. Währenddessen erstellten sie — zusammen mit den vielen weiteren Kindern, die den Gottesdienst mitfeierten, Schritt für Schritt den Weg Jesu vom Einzug in Jerusalem bis hin zum Kreuz auf Golgota entstehen ließen. Als Symbole für verschiedene Etappen der Leidensgeschichte legten sie die mitgebrachten Palmbuschen, Brot und tönerne Weinbecher, einen großen hölzernen Engel, Herzen aus Papier, schwarze Tücher, einen Hahn und Tränen, Holzstöcke, einen Königsumhang und zum Schluss ein großes Holzkreuz auf einen roten Teppich, der vor dem Zelebrationsaltar bis weit in den Mittelgang ausgerollt worden war. So konnten sich besonders die Kinder gut in das Geschehen von Jesus‘ umjubelten Einzug in das geographische Zentrum des jüdischen Glaubens bis hin zum baldigen Stimmungsumschwung und Pilatus‘ Urteil, das unmittelbar darauf folgte, hineinversetzen und den Sinn dahinter erspüren.
Worte des Dankes
Zum Vaterunser durften dann alle Kinder, die wollten, mit in den Altarraum kommen. Nach dem Agnus Dei segnete Pater Joshy alle Kinder und spendete die Kommunion. Kinder, die die Erstkommunion noch nicht feiern konnten, bekamen anstelle der gewandelten Hostie ein Stück aufgeschnittenes Fladenbrot von Antonia Schmidt-Ramsin. Vor dem Schlusssegen dankte Pater Joshy allen, die mitgeholfen hatten, den Gottesdienst zu gestalten. Besonders dankte er den vielen Kindern und Jugendlichen, die zusammen mit ihren Familien gekommen waren. Ein besonderes Wort des Dankes richtete der Pfarradministrator an seine fleißige Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer, die den Ablauf und die Texte des Familiengottesdienstes wieder mit größter Sorgfalt und familiengerecht vorbereitet hatte, aber aus gesundheitlichen Gründen dieses Mal leider nicht mit dabei sein konnte. Die stimmige musikalische Gestaltung übernahm in gewohnter Weise Organistin und Kantorin Lydia Schropp an der Kirchenorgel, die auch zuvor schon den Kirchenzug bei der Prozession vom Pfarrzentrum zur Kirche mit ihrer Stimme begleitet hatte. Ein besonderer Dank gilt den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung, die heuer — tatkräftig unterstützt von der Familie Stangl aus Hörmannsdorf — die Palmbuschen gebunden hatten; die dafür gesammelten Spenden sind für den Blumenschmuck in der Eichendorfer Pfarrkirche vorgesehen.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

