Vor über 14 Jahren haben Sieglinde Winkler aus Indersbach und ihre Mutter Lotto Führmann im Chiemgau zum ersten Mal einen Rosenkranz entdeckt, dessen große Perlen aus Monstranz-Bohnen bestanden, also aus Bohnen, die von Natur aus beim genauen Hinschauen das Bild einer Monstranz zeigen. Die Geschichte über das Wunder dazu finden Sie im Infokasten weiter unten.
Von dieser Entdeckung inspiriert haben die beiden Damen begonnen, selbst Monstranz-Bohnen zu pflanzen. Um die weißen Hülsenfrüchte mit dem Abbild des liturgischen Schaugefäßes im Herbst, nachdem sie hart geworden sind, ernten und für die Herstellung eines Rosenkranzes verwenden zu können, erfordert es schon einen grünen Daumen und Kenntnisse darüber, wie sich die Natur entwickelt: „Die Stangengewächse dürfen nicht vor den Eisheiligen aufgehen, damit sie zu etwas Brauchbarem werden!“, weiß Lotte Führmann aus jahrelanger Erfahrung zu berichten. Und als damals die erste Saat aufgegangen war, haben Mutter und Tochter begonnen, den ersten Rosenkranz-Prototyp zu basteln: ein Geschenk für die Verwandtschaft zur Erstkommunion. So ist es mittlerweile eine liebgewordene Tradition, dass die beiden Damen mit allem, was man zum dazu so braucht, auf Anfrage mit den Erstkommunionkindern des Pfarrverbandes Monstranz-Rosenkränze basteln.
Das Basteln bereitete allen Freude
Am vergangenen Freitag trafen sich Frau Winkler und Frau Führmann zusammen mit einem großen Teil der Erstkommunikanten der Pfarrei Eichendorf und den Tischmüttern Regina Brandl und Christina Riedhammer im Eichendorfer Pfarrzentrum, um gemeinsam für jedes der Erstkommunionkinder einen filigranen Rosenkranz herzustellen. Nachdem die Kreuzerl und Medaillen ausgesucht waren, konnte es losgehen. So wurde den Kindern auch spielerisch nahegebracht, warum es daneben für einen Rosenkranz genau 59 Perlen bzw. Bohnen braucht. Nach gut zwei Stunden Perlen bzw. Bohnen auffädeln und zählen, Angelschnur verknoten und vernähen, dem erforderlichen Informationsaustausch und ein paar Pausen bei erfrischenden Getränken war es dann schließlich so weit. Ganz stolz konnten alle Kinder ihren Eltern die kleinen Kunstwerke präsentieren, die sich nicht nur als Halsschmuck und als Begleiter am Rückspiegel im Auto gut machen, sondern ihrer eigentlichen Bestimmung gemäß eine praktische Hilfe beim meditativen Rosenkranzgebet sind und den Tastsinn beim Beten ansprechen, wenn die Perlen beim Beten durch die Finger gleiten. Zum Schluss bedankten sich Regina Brandl und Christina Riedhammer bei Sieglinde Winkler und Lotte Führmann für den informativen und zugleich unterhaltsamen Nachmittag, der von den Kindern etwas Geduld verlangte, aber sichtlich viel Freude bereitet hat. Die Kinder freuen sich schon auf die nächste Aktion, die handwerkliches Geschick erfordert und die Vorbereitung auf das große Fest begleitet: Zusammen mit Verena Bachmaier werden Tonkreuze gebastelt und gebrannt.
Zum nächsten Weggottesdienst treffen sich die Erstkommunionkinder aus dem ganzen Pfarrverband am Mittwoch, 04.03.2026, um 16.00 Uhr in der Eichendorfer Pfarrkirche Sankt Martinus zum Weggottesdienst. Jeder, der mitfeiern mag, ist dazu herzlich willkommen.
Um eine Monstranz im Dreißigjährigen Krieg vor Plünderern zu retten, vergrub ein Pfarrer aus Unterfranken das kostbare Gefäß auf einem abgelegenen Hof. Und damit er sich die Stelle merken konnte, gab er ein paar Bohnen mit ins Grabloch. Der Pfarrer hat die Stelle nie wieder aufgesucht. Er starb bei jenem Angriff — und mit ihm jeder, der etwas von der Monstranz und ihrem geheimen Versteck wusste. Die Bohnen jedoch wuchsen heran, trugen Früchte. Seltsame Früchte: Um den Nabel der weißen Bohne rankten sich dunkelrote Flecken, die bei genauerer Betrachtung das Bild einer Monstranz ergaben. Aus Neugierde begannen die überlebenden zu graben — und fanden schließlich das goldene Gerät wieder, in dem an Fronleichnam die Hostien für alle gut sichtbar durch die Straßen getragen wird. Die Bohne aber hat bis heute ihr Mal behalten. Und damit auch ihren Namen: Monstranzbohne.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

