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Erstkommunionkinder bastelten Rosenkränze

Pfarrverband Eichendorf am 23.02.2026

Vor über 14 Jahren haben Sieglinde Winkler aus Indersbach und ihre Mutter Lotto Führmann im Chiemgau zum ersten Mal einen Rosenkranz entdeckt, dessen große Perlen aus Monstranz-Bohnen bestanden, also aus Bohnen, die von Natur aus beim genauen Hinschauen das Bild einer Monstranz zeigen. Die Geschichte über das Wunder dazu finden Sie im Infokasten weiter unten.

Von die­ser Ent­de­ckung inspi­riert haben die bei­den Damen begon­nen, selbst Mons­tranz-Boh­nen zu pflan­zen. Um die wei­ßen Hül­sen­früch­te mit dem Abbild des lit­ur­gi­schen Schau­ge­fä­ßes im Herbst, nach­dem sie hart gewor­den sind, ern­ten und für die Her­stel­lung eines Rosen­kran­zes ver­wen­den zu kön­nen, erfor­dert es schon einen grü­nen Dau­men und Kennt­nis­se dar­über, wie sich die Natur ent­wi­ckelt: ​„Die Stan­gen­ge­wäch­se dür­fen nicht vor den Eis­hei­li­gen auf­ge­hen, damit sie zu etwas Brauch­ba­rem wer­den!“, weiß Lot­te Führ­mann aus jah­re­lan­ger Erfah­rung zu berich­ten. Und als damals die ers­te Saat auf­ge­gan­gen war, haben Mut­ter und Toch­ter begon­nen, den ers­ten Rosen­kranz-Pro­to­typ zu bas­teln: ein Geschenk für die Ver­wandt­schaft zur Erst­kom­mu­ni­on. So ist es mitt­ler­wei­le eine lieb­ge­wor­de­ne Tra­di­ti­on, dass die bei­den Damen mit allem, was man zum dazu so braucht, auf Anfra­ge mit den Erst­kom­mu­ni­on­kin­dern des Pfarr­ver­ban­des Mons­tranz-Rosen­krän­ze basteln. 

Das Basteln bereitete allen Freude

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag tra­fen sich Frau Wink­ler und Frau Führ­mann zusam­men mit einem gro­ßen Teil der Erst­kom­mu­ni­kan­ten der Pfar­rei Eichen­dorf und den Tisch­müt­tern Regi­na Brandl und Chris­ti­na Ried­ham­mer im Eichen­dor­fer Pfarr­zen­trum, um gemein­sam für jedes der Erst­kom­mu­ni­on­kin­der einen fili­gra­nen Rosen­kranz her­zu­stel­len. Nach­dem die Kreu­zerl und Medail­len aus­ge­sucht waren, konn­te es los­ge­hen. So wur­de den Kin­dern auch spie­le­risch nahe­ge­bracht, war­um es dane­ben für einen Rosen­kranz genau 59 Per­len bzw. Boh­nen braucht. Nach gut zwei Stun­den Per­len bzw. Boh­nen auf­fä­deln und zäh­len, Angel­schnur ver­kno­ten und ver­nä­hen, dem erfor­der­li­chen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch und ein paar Pau­sen bei erfri­schen­den Geträn­ken war es dann schließ­lich so weit. Ganz stolz konn­ten alle Kin­der ihren Eltern die klei­nen Kunst­wer­ke prä­sen­tie­ren, die sich nicht nur als Hals­schmuck und als Beglei­ter am Rück­spie­gel im Auto gut machen, son­dern ihrer eigent­li­chen Bestim­mung gemäß eine prak­ti­sche Hil­fe beim medi­ta­ti­ven Rosen­kranz­ge­bet sind und den Tast­sinn beim Beten anspre­chen, wenn die Per­len beim Beten durch die Fin­ger glei­ten. Zum Schluss bedank­ten sich Regi­na Brandl und Chris­ti­na Ried­ham­mer bei Sieg­lin­de Wink­ler und Lot­te Führ­mann für den infor­ma­ti­ven und zugleich unter­halt­sa­men Nach­mit­tag, der von den Kin­dern etwas Geduld ver­lang­te, aber sicht­lich viel Freu­de berei­tet hat. Die Kin­der freu­en sich schon auf die nächs­te Akti­on, die hand­werk­li­ches Geschick erfor­dert und die Vor­be­rei­tung auf das gro­ße Fest beglei­tet: Zusam­men mit Vere­na Bach­mai­er wer­den Ton­kreu­ze gebas­telt und gebrannt.

Zum nächs­ten Weg­got­tes­dienst tref­fen sich die Erst­kom­mu­ni­on­kin­der aus dem gan­zen Pfarr­ver­band am Mitt­woch, 04.03.2026, um 16.00 Uhr in der Eichen­dor­fer Pfarr­kir­che Sankt Mar­ti­nus zum Weg­got­tes­dienst. Jeder, der mit­fei­ern mag, ist dazu herz­lich willkommen.

Das Wunder der Monstranz-Bohne

Um eine Mons­tranz im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg vor Plün­de­rern zu ret­ten, ver­grub ein Pfar­rer aus Unter­fran­ken das kost­ba­re Gefäß auf einem abge­le­ge­nen Hof. Und damit er sich die Stel­le mer­ken konn­te, gab er ein paar Boh­nen mit ins Grab­loch. Der Pfar­rer hat die Stel­le nie wie­der auf­ge­sucht. Er starb bei jenem Angriff — und mit ihm jeder, der etwas von der Mons­tranz und ihrem gehei­men Ver­steck wuss­te. Die Boh­nen jedoch wuch­sen her­an, tru­gen Früch­te. Selt­sa­me Früch­te: Um den Nabel der wei­ßen Boh­ne rank­ten sich dun­kel­ro­te Fle­cken, die bei genaue­rer Betrach­tung das Bild einer Mons­tranz erga­ben. Aus Neu­gier­de began­nen die über­le­ben­den zu gra­ben — und fan­den schließ­lich das gol­de­ne Gerät wie­der, in dem an Fron­leich­nam die Hos­ti­en für alle gut sicht­bar durch die Stra­ßen getra­gen wird. Die Boh­ne aber hat bis heu­te ihr Mal behal­ten. Und damit auch ihren Namen: Monstranzbohne.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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