Nachdem Pfarradministrator Pater Joshy zusammen mit Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer und der großen Schar der Eichendorfer Ministranten am Erntedanksonntag (05.10.2025) festlich in die Eichendorfer Pfarrkirche Sankt Martinus eingezogen waren, fragte die Gemeindereferentin die Mitfeiernden, wer denn das Spiel „Ich sehe was, was Du nicht siehst!“ kenne.
Es gab wohl keinen, der es nicht kannte. Es sei erstaunlich, was es alles zu sehen gebe, welche Farben überall zu entdecken seien, oft erst auf den zweiten oder dritten Blick. So ähnlich sei es auch an Erntedank: „Die farbenfroh geschmückten Erntedankaltäre zeigen uns die vielfältigen Erntegaben, vieles, was wir oft gar nicht mehr sehen, weil sie selbstverständlich sind. Heute, an Erntedank wollen wir sie sehen. Nur was wir Menschen wirklich sehen, was wir wirklich wahrnehmen, dafür können wir auch dankbar sein. Und wofür wir dankbar sind, das wollen wir auch schützen!“, betonte Gertraud Dickgießer. Pater Joshy segnete anschließend den Erntedankaltar, der vor dem Volksaltar und unter der Kanzel aufgebaut war, mit Weihwasser und Weihrauch. Nina Reichl führte mit einigen Gedanken über die bekannte alttestamentliche Arche-Noah-Geschichte zur Lesung hin, die Rebecca Altmann vortrug. Darin wird erzählt, wie Gott den Menschen mit den Farben des Regenbogens ein Hoffnungszeichen schenkt und mit ihnen einen Friedensbund schließt und verspricht „Ich bin da!“.
Die Welt ist bunt
Dann verkündete der Zelebrant das Evangelium. Darin wird davon erzählt, dass Jesus seine Jünger lehrt, dass der Glaube Berge versetzen kann. Diese sprichwörtliche Glaubenskraft hat Jesus selbst prägnant in einem Bild vom Maulbeerbaum ins Wort gebracht, verbunden mit dem Appell, den Glauben nicht zu unterschätzen. „Kein Erntedankaltar besteht aus nur einer Frucht oder ist einfarbig. Keine Familie, keine Gemeinschaft besteht aus Menschen, die alle gleich sind. Wir leben alle von der Vielfalt der Schöpfung, von der Vielfalt der Boden, der Pflanzen, der Tiere und der Menschen!“, betonte Antonia Schmidt-Ramsin, die zusammen mit Andrea Kronschnabl vom Vorbereitungsteam und den Kindern aufzeigte, wie bunt der Regenbogen — das Zeichen, das Gott für die Verbindung zwischen ihm und den Menschen gewählt hat — ist. Alle Kinder die wollten, durften nun als Zeichen des Dankes an Gott die Früchte, mit denen sie von Regina Brandl und Bianca Reichl versorgt wurden, in den dazu passenden Farben auf den von Gertraud Dickgießer aus bunten Tüchern vor dem Volksaltar und der Erntekrone gestalteten Regenbogen legen.
So vielfältig wie die Erntegaben sind auch die Menschen
Dazu brachten andere Kinder zusammen mit Andrea Kronschnabl die Gottesdienstbesucher zum Nachdenken. „So vielfältig wie die Erntegaben, so vielfältig wie unsere Natur, so vielfältig wie die Menschen und unsere Fähigkeiten sind, so verbunden wir doch alle mit dem einen Gott! Wenn wir nun Eucharistie, das heißt Danksagung, feiern, dann bringen wir diese Vielfalt zu Gott und bitten ihn, dass er alles und uns verwandelt – zum Heil für uns und für die ganze Welt!“, leitete Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer zur Gabenbereitung über. Pater Joshy holte zum Sanctus dann die Kinder, die den Gottesdienst von den Kirchenbänken aus mitfeierten, zu sich an den Volksaltar, damit sie die Wandlung von Hostie und Wein zum Leib und zum Blut Christi aus der Nähe miterleben konnten. Zum Vaterunser versammelte der Geistliche dann auch die Ministranten im Presbyterium.
Vier neue Ministranten wurden aufgenommen
Eine besondere Freude war es Pater Joshy und Oberministrantin Magdalena Brunner, zu Erntedank vier neue Ministranten aufnehmen zu dürfen: Emilia Bock, Verena Brandl, Elisa Weinmaier und Jakob Ruhland. Mit einem anfangs etwas zaghaft, aber dann immer fester werdenden „Wir sind bereit!“ brachten die vier „Neuen“ ihren Willen zum Ausdruck, künftig den Dienst am Altar tun zu wollen. Magdalena Brunner legte den jungen Christen als Zeichen für die ihre Aufnahme in die Schar der Lausbuben und ‑dirndl Gottes jeweils eine bronzene Ministrantenplakette um und Pater Joshy überreichte ihnen ihre Ministrantenausweise. Als kleines Dankeschön für ihren jahrelangen tatkräftigen Einsatz im Familiengottesdienst-Vorbereitungsteam überreichten Pater Joshy anschließend drei besonders engagierten jungen Frauen jeweils eine Orchidee: Christiane Sicheneder, Katarzyna Steinhuber-Wessels und Inna Remberger. Pater Joshy betonte, wie wichtig dieses ehrenamtliche Engagement für die Kirche Jesu ist.
Pater Joshy sprach Ernte-Dankesworte
Der Geistliche brachte anschließend seine Freude und seinen darüber zum Ausdruck, dass auch viele weitere Gläubige sich für die Sache Jesu begeistern und engagieren. So dankte er allen, die es mit den gespendeten Gaben möglich gemacht haben, dass Stephanie und Carolin Altmann den Erntealtar so schön und vielfältig gestalten konnten, namentlich der Familie Kirschner aus Perlöd, der Familie Sicheneder aus Rohrbach, der Familie Altschäffl aus Wochenweis, Johann Flexeder aus Exing und den Familien Eder, Friedl und Altmann aus Eichendorf). Sein besonderer Dank galt auch der Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer und ihrem Team für die Vorbereitung des Familiengottesdienstes, den Ministranten, die in so großer Zahl mit dabei waren, Lydia Schropp, die mit ihrem Orgelspiel die musikalische des Gottesdienstes übernahm und nicht zuletzt allen anderen anwesenden Gläubigen, vor allem den Kindern und Jugendlichen, die den Familiengottesdienst voll Freude mitgefeiert haben. Nachdem Regina Brandl das Segensgebet vorgetragen hatte, spendete Pater Joshy allen Mitfeiernden den Schlusssegen „damit wir Dich in den Farben des Regenbogens und in der Vielfalt der Schöpfung als Dreifaltigen Gott erkennen, der uns in Vielfalt geschaffen hat!“
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

