Beim Klang der Glocken, die — wie jeden Samstag — um 15.00 Uhr den Sonntag „einläuten“, begrüßte Pfarradministrator Pater Joshy, der sich zusammen mit seinen Ministranten und Vorbetern von der Eichendorfer Sakristei aus auf den Weg zum Gottesacker gemacht hatte, alle Anwesenden zur gemeinsamen Andacht. „Das Fest Allerseelen gibt uns die Zeit, innezuhalten und nachzudenken über das Leben und Sterben derer, die uns in den Tod und in das ewige Leben vorausgegangen sind! Und es gibt uns Zeit, auch über unser eigenes Leben und Sterben nachzudenken!“, betonte der Geistliche. Nach den Kyrierufen und einem Gebet — aller Fragen, Zweifel, Ängste, der Trauer und Einsamkeit zum Trotz — um Stärkung „unserer Hoffnung und unseres Vertrauens“ auf Gott, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bei ihm, trug Stephanie Altmann die Schriftlesung aus dem Johannesevangelium vor. Der Evangelist berichtet davon, dass Jesus seinen Jüngern zusagt, dass er, wenn er gegangen ist und einen Platz für sie vorbereitet hat, wiederkommen wird und sie zu ihm zu holen und er der Weg dorthin, die Wahrheit und das Leben ist. Pater Joshy beleuchtete den Kernsatz der Frohen Botschaft mit Gedanken und Gebeten aus der Perspektive der Hoffnung.
Die Gräber wurden gesegnet
Dann folgten die Fürbitten und das Totengedenken. Nachdem Ulrich Altmann die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres vorgelesen hatte, segnete Pater Joshy zusammen mit Pfarrvikar Pater Jipson die Gräber. Währenddessen wurde gemeinsam der glorreiche Rosenkranz gebetet. Wieder am Leichenhaus angekommen, bedankte sich Pater Joshy bei allen, die sich das ganze Jahr über um den Friedhof kümmern, die Grabstätten pflegen und schmücken und den Verstorbenen damit und mit ihren Gebeten ein würdiges Andenken bereiten. Schließlich spendete der Geistliche den Anwesenden und all ihren Lieben den Segen, verbunden mit dem Wunsch für gute Gespräche in den Familien und eine gesunde Heimkehr. Am Abend des Hochfestes Allerheiligen war dann der Eichendorfer Friedhof samt dem in dessen Mittelpunkt stehenden imposanten Kreuz mit dem vergoldeten Korpus, dem von Schmiedemeister Rudolf Stögmüller mit Unterstützung von Erich Fraundorfer und Karl Bäldle geschaffenen Pilgerbrunnen und der Kriegergedächtniskapelle durch die vielen Grablichter, die bereits tagsüber entzündet worden waren, in ein besonderes Licht getaucht.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

