Neben Pfarradministrator Pater Joshy und Pfarrvikar Pater Jipson waren von den früheren Eichendorfer Geistlichen bzw. von denen, die aus dem Pfarrverband Eichendorf stammen, Bernhard Kraus, Adolf Martin Ortmeier, Johann Pöppel und Andreas Rembeck mit vor Ort. Angeführt von einer großen Schar der Ministranten aus dem Pfarrverband (mit Vortragkreuz, Weihrauchfass und Schiffchen), den Lektoren und Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer zog die Geistlichkeit pünktlich zum Glockenschlag um 10:30 Uhr in die innen geschmückte und außen eingerüstete Pfarrkirche ein, wo Diakon Bernhard Hobelsberger — begleitet von seiner Ehefrau Uta — bereits einen Platz im Volk Gottes eingenommen hatte. Ruhestandspfarrer Josef Remberger musste seine Teilnahme leider kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen. Nach dem feierlichen Einzug, zu dem von der Empore stimmgewaltig und thematisch passend das „O happy day“ erklang, bat der Hauptzelebrant Pater Joshy die Gottesdienstgemeinde, noch einmal Platz zu nehmen und übergab das Wort an den Ersten Bürgermeister Josef Beham.
Gott danken und Segen erbitten
In seinem Grußwort hieß das Gemeindeoberhaupt die geladenen Ehrengäste und alle weiteren Festgäste herzlich willkommen und ließ das Jubiläumsjahr kurz Revue passieren. Besonders freute sich der Bürgermeister über die „Überraschungsgäste“: Damian Bednarski von der Landsmannschaft der Oberschlesier Landesgruppe Bayern e.V. war mit Fahnenträger extra aus München angereist, um an den Jubiläumsfeierlichkeiten teilzunehmen. Schließlich sind der aus Oberschlesien stammende Spätromantiker Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff und der Markt Eichendorf eng miteinander verbunden. Anschließend eröffnete Pater Joshy den Festgottesdienst mit dem Kreuzzeichen und begrüßte alle Anwesenden mit einem herzlichen „Grüß Gott!“. Es sei ein besonderer Tag, an dem „wir gemeinsam auf eine lange Geschichte zurückblicken und die Gemeinschaft, die uns verbindet, feiern dürfen!“, betonte der Hauptzelebrant. Seit fast einem Jahrtausend lebe und wachse die Marktgemeinde, geprägt von den Menschen, ihren Geschichten, ihrem Glauben und ihrer Verbundenheit. „Heute wollen wir Gott danken für all das, was unsere Markt-Gemeinschaft ausmacht und ihn um seinen Segen für die Zukunft bitten!“, legte der Geistliche der Gemeinde zu Beginn ans Herz.
„Der Name ist Programm!“
Nach den Kyrie-Rufen trug Gertraud Dickgießer die Lesung aus dem alttestamentlichen Buch Jesaja vor, in der Gott zu seinem Volk Israel spricht und es ermutigt, sich nicht zu fürchten, da er es ausgelöst und beim Namen gerufen hat und es damit ihm gehört. Prodekan Adolf Martin Ortmeier verkündete das Tagesevangelium nach Lukas, das von der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel erzählt und der Bereitschaft Marias, als Magd des Herrn die Botschaft und den damit verbundenen Auftrag Gottes anzunehmen.
„Der Name ist Programm!“, eröffnete Pater Joshy seine mitreißende Predigt. Seit 950 Jahren trage dieser Ort den Namen Eichendorf. Ein stolzer Name, der daran erinnere, wieviel Geschichte, Gemeinschaft und Leben in diesem Ort gewachsen seien. 950 Jahre erstmalige urkundliche Erwähnung Eichendorfs seien Anlass genug, dankbar zu sein für den Namen Eichendorf. Denn der Name könne mehr sein als nur ein Wort, er könne Programm sein, ein Programm, das „unser Zusammenleben prägt und gestaltet“. „Was es heißen kann, wenn der Name Programm ist, wird uns deutlicher, wenn wir an den Namen ‚Jesus‘ denken. Sein Name, der übersetzt ‚Gott heilt!‘ bzw. ‚Gott rettet!‘ bedeutet, ist wirklich Programm — ein Programm Gottes für uns Menschen!“, fuhr der Prediger fort. Das sei ein Programm, das „uns Heilung bringt und uns hilft, selbst zu heilen, das in uns Hoffnung schafft und Ängste vertreibt, das uns bedingungslose Liebe schenkt und und lieben lehrt, das uns unser Versagen vergibt und uns zur Vergebung führt, das uns tröstet und uns ermutigt, die anderen zu trösten, das uns Frieden bringt und uns zu Friedensboten verändert, das uns Leben schenkt und uns befähigt, selber Leben zu spenden. Der Name Jesu ist Programm!“
„Lasst uns den Namen Eichendorf neu verstehen: Als ein Programm, das uns alle einschließt und verbindet.”
Und auch der Name Eichendorf solle für alle ein Programm sein: Für die Kinder ein Programm der Geborgenheit, um in einer sicheren Umgebung aufzuwachsen; für die Jugendlichen ein Mut machendes Programm, um ihre Träume zu verfolgen und Verantwortung zu übernehmen; für die Erwachsenen ein Name für Arbeit, ein Ort des Zusammenhalts und der guten Zukunft; für die älteren Menschen eine Erinnerung an ein erfülltes Leben, das in Liebe und Gemeinschaft verwurzelt ist; für die kranken Menschen ein Programm der Fürsorge und der liebevollen Betreuung; für die Auswärtigen — dabei deutete Pater Joshy schmunzelnd auf sich — ein Programm für Offenheit und Annahme „Mehr noch! Der Name Eichendorf soll auch Programm für Gottes Name sein: Für eine lebendige Kirche, für ein friedliches Miteinander, für Gemeinschaft, für gegenseitigen Respekt und für Toleranz!“, wünschte sich der Geistliche. „Lasst uns also an diesem Jubiläum den Namen Eichendorf neu verstehen: Als ein Programm, das uns alle einschließt und verbindet. Als ein Auftrag, miteinander Brücken zu bauen und die Liebe Gottes sichtbar werden zu lassen. Damit Eichendorf auch in den kommenden Jahren ein Ort bleibt, an dem Menschen sich zuhause fühlen und eine Heimat haben — in Gemeinschaft mit Gott und miteinander! Möge der Name Jesu uns immer wieder neu inspirieren, unser Leben und unser Handeln so auszurichten, dass der Name Eichendorf Programm ist und bleibt für eine bessere Welt!“, schloss der Eichendorfer Pfarradministrator seine Predigt, die von den Mitfeiernden mit einem großen Applaus gewürdigt wurde.
Mit Symbolen wurde der Dankbarkeit Ausdruck verliehen
Anstelle der Fürbitten sprachen nach dem Glaubensbekenntnis Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gruppen des Pfarrverbandes Worte des Dankes für „950 Jahre Eichendorf“, für die Heimat und die Menschen, die sie geprägt haben und prägen. Dazu brachten sie als Symbol für ihren Dank Gegenstände und Bilder mit, die sie anschließend vor den Altar legten. Laura Reichl als Vertreterin der Kinder brachte einen Teddy, Terese Nachreiner für die Jugendlichen ein iPad, Hilde Progl für die Senioren ein Bild, das das gute Miteinander der Generationen symbolisierte, Gesamt-Pfarrgemeinderatsvorsitzender Franz Ratzisberger für die Ehrenamtlichen und Vereine die Romwallfahrts-Fahne der Ministranten, Franz Peterhans von der Caritas einen Notfallkoffer zum Dank an alle, die sich um Kranke, alte Menschen, Menschen mit Behinderung, um Geflüchtete, Einsame und Bedürftige kümmern, Sebastian Albert für die Pfarrgemeinden und den Glauben ein Exemplar der Passauer Sonntagsbibel, Erster Bürgermeister Josef Beham für Verwaltung, Politik und Wirtschaft des Marktes das Taferl des Gemeindeentwicklungsvereins, Ulrich Altmann zum Dank für Frieden und Wohlstand das Bild einer Friedenstaube. Schließlich entzündete Graf Max-Georg von Arco auf Valley am Altar eine Kerze zum Gedenken an die Verstorbenen.
Musikalischer Verein und „Belle Voci“ sorgen für „himmlische Klänge“
Die überaus ansprechende musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes übernahm der Musikalische Verein zusammen mit dem Kinder- und Jugendchor „Belle Voci“ unter der Leitung von Iris Wunderlich und Christiane Aigner. Als Instrumentalisten waren auf der Empore Lydia Schropp (Kirchenorgel), Dr. Antonia Schmidt-Ramsin (Querflöte), Christiane Aigner (E‑Piano) und Iris Wunderlich (Geige) aktiv. Pater Joshy bedankte sich, bevor er den Schlusssegen spendete, bei allen, die dem Festgottesdienst einen würdigen Rahmen verliehen hatten, besonders bei seinen Konzelebranten, Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer, den beiden Chören, der Mesnerin Stephanie Altmann, den Ministranten und Lektoren aus dem ganzen Pfarrverband, den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung, die bei der Vorbereitung des Gottesdienstes mitgeholfen haben, der Presse und allen anwesenden Ehren- und Festgästen. Ein Extra-Lob sprach der Pfarradministrator Josef Beham und dessen Marktratskollegium für die stets gute Zusammenarbeit aus. Nach dem „Großer Gott, wir loben Dich“ und dem feierlichen Auszug ging es zur weltlichen Feier auf das Postsaalgelände, wo besonders auch für die Familien ein schönes Programm angeboten wurde und bei angenehmer Witterung weitergefeiert werden konnte.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

