Festgottesdienst

Eichendorf feiert 950 Jahre

Pfarrverband Eichendorf am 08.07.2025

Mit einem Festgottesdienst fanden die Feierlichkeiten des Marktes Eichendorf zum 950-jährigen Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung am vergangenen Sonntag (06.07.2025) ihren Höhepunkt.

Neben Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor Pater Jos­hy und Pfarr­vi­kar Pater Jip­son waren von den frü­he­ren Eichen­dor­fer Geist­li­chen bzw. von denen, die aus dem Pfarr­ver­band Eichen­dorf stam­men, Bern­hard Kraus, Adolf Mar­tin Ort­mei­er, Johann Pöp­pel und Andre­as Rem­beck mit vor Ort. Ange­führt von einer gro­ßen Schar der Minis­tran­ten aus dem Pfarr­ver­band (mit Vor­trag­kreuz, Weih­rauch­fass und Schiff­chen), den Lek­to­ren und Gemein­de­re­fe­ren­tin Ger­traud Dick­gie­ßer zog die Geist­lich­keit pünkt­lich zum Glo­cken­schlag um 10:30 Uhr in die innen geschmück­te und außen ein­ge­rüs­te­te Pfarr­kir­che ein, wo Dia­kon Bern­hard Hobels­ber­ger — beglei­tet von sei­ner Ehe­frau Uta — bereits einen Platz im Volk Got­tes ein­ge­nom­men hat­te. Ruhe­stands­pfar­rer Josef Rem­ber­ger muss­te sei­ne Teil­nah­me lei­der kurz­fris­tig aus gesund­heit­li­chen Grün­den absa­gen. Nach dem fei­er­li­chen Ein­zug, zu dem von der Empo­re stimm­ge­wal­tig und the­ma­tisch pas­send das ​„O hap­py day“ erklang, bat der Haupt­ze­le­brant Pater Jos­hy die Got­tes­dienst­ge­mein­de, noch ein­mal Platz zu neh­men und über­gab das Wort an den Ers­ten Bür­ger­meis­ter Josef Beham. 

Gott danken und Segen erbitten

In sei­nem Gruß­wort hieß das Gemein­de­ober­haupt die gela­de­nen Ehren­gäs­te und alle wei­te­ren Fest­gäs­te herz­lich will­kom­men und ließ das Jubi­lä­ums­jahr kurz Revue pas­sie­ren. Beson­ders freu­te sich der Bür­ger­meis­ter über die ​„Über­ra­schungs­gäs­te“: Dami­an Bednar­ski von der Lands­mann­schaft der Ober­schle­si­er Lan­des­grup­pe Bay­ern e.V. war mit Fah­nen­trä­ger extra aus Mün­chen ange­reist, um an den Jubi­lä­ums­fei­er­lich­kei­ten teil­zu­neh­men. Schließ­lich sind der aus Ober­schle­si­en stam­men­de Spät­ro­man­ti­ker Joseph Karl Bene­dikt Frei­herr von Eichen­dorff und der Markt Eichen­dorf eng mit­ein­an­der ver­bun­den. Anschlie­ßend eröff­ne­te Pater Jos­hy den Fest­got­tes­dienst mit dem Kreuz­zei­chen und begrüß­te alle Anwe­sen­den mit einem herz­li­chen ​„Grüß Gott!“. Es sei ein beson­de­rer Tag, an dem ​„wir gemein­sam auf eine lan­ge Geschich­te zurück­bli­cken und die Gemein­schaft, die uns ver­bin­det, fei­ern dür­fen!“, beton­te der Haupt­ze­le­brant. Seit fast einem Jahr­tau­send lebe und wach­se die Markt­ge­mein­de, geprägt von den Men­schen, ihren Geschich­ten, ihrem Glau­ben und ihrer Ver­bun­den­heit. ​„Heu­te wol­len wir Gott dan­ken für all das, was unse­re Markt-Gemein­schaft aus­macht und ihn um sei­nen Segen für die Zukunft bit­ten!“, leg­te der Geist­li­che der Gemein­de zu Beginn ans Herz.

„Der Name ist Programm!“

Nach den Kyrie-Rufen trug Ger­traud Dick­gie­ßer die Lesung aus dem alt­tes­ta­ment­li­chen Buch Jesa­ja vor, in der Gott zu sei­nem Volk Isra­el spricht und es ermu­tigt, sich nicht zu fürch­ten, da er es aus­ge­löst und beim Namen geru­fen hat und es damit ihm gehört. Pro­de­kan Adolf Mar­tin Ort­mei­er ver­kün­de­te das Tages­evan­ge­li­um nach Lukas, das von der Ankün­di­gung der Geburt Jesu durch den Erz­engel Gabri­el erzählt und der Bereit­schaft Mari­as, als Magd des Herrn die Bot­schaft und den damit ver­bun­de­nen Auf­trag Got­tes anzunehmen.

„Der Name ist Pro­gramm!“, eröff­ne­te Pater Jos­hy sei­ne mit­rei­ßen­de Pre­digt. Seit 950 Jah­ren tra­ge die­ser Ort den Namen Eichen­dorf. Ein stol­zer Name, der dar­an erin­ne­re, wie­viel Geschich­te, Gemein­schaft und Leben in die­sem Ort gewach­sen sei­en. 950 Jah­re erst­ma­li­ge urkund­li­che Erwäh­nung Eichen­dorfs sei­en Anlass genug, dank­bar zu sein für den Namen Eichen­dorf. Denn der Name kön­ne mehr sein als nur ein Wort, er kön­ne Pro­gramm sein, ein Pro­gramm, das ​„unser Zusam­men­le­ben prägt und gestal­tet“. ​„Was es hei­ßen kann, wenn der Name Pro­gramm ist, wird uns deut­li­cher, wenn wir an den Namen ​‚Jesus‘ den­ken. Sein Name, der über­setzt ​‚Gott heilt!‘ bzw. ​‚Gott ret­tet!‘ bedeu­tet, ist wirk­lich Pro­gramm — ein Pro­gramm Got­tes für uns Men­schen!“, fuhr der Pre­di­ger fort. Das sei ein Pro­gramm, das ​„uns Hei­lung bringt und uns hilft, selbst zu hei­len, das in uns Hoff­nung schafft und Ängs­te ver­treibt, das uns bedin­gungs­lo­se Lie­be schenkt und und lie­ben lehrt, das uns unser Ver­sa­gen ver­gibt und uns zur Ver­ge­bung führt, das uns trös­tet und uns ermu­tigt, die ande­ren zu trös­ten, das uns Frie­den bringt und uns zu Frie­dens­bo­ten ver­än­dert, das uns Leben schenkt und uns befä­higt, sel­ber Leben zu spen­den. Der Name Jesu ist Programm!“

„Lasst uns den Namen Eichen­dorf neu ver­ste­hen: Als ein Pro­gramm, das uns alle ein­schließt und verbindet.”

Pater Joshy

Und auch der Name Eichen­dorf sol­le für alle ein Pro­gramm sein: Für die Kin­der ein Pro­gramm der Gebor­gen­heit, um in einer siche­ren Umge­bung auf­zu­wach­sen; für die Jugend­li­chen ein Mut machen­des Pro­gramm, um ihre Träu­me zu ver­fol­gen und Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men; für die Erwach­se­nen ein Name für Arbeit, ein Ort des Zusam­men­halts und der guten Zukunft; für die älte­ren Men­schen eine Erin­ne­rung an ein erfüll­tes Leben, das in Lie­be und Gemein­schaft ver­wur­zelt ist; für die kran­ken Men­schen ein Pro­gramm der Für­sor­ge und der lie­be­vol­len Betreu­ung; für die Aus­wär­ti­gen — dabei deu­te­te Pater Jos­hy schmun­zelnd auf sich — ein Pro­gramm für Offen­heit und Annah­me ​„Mehr noch! Der Name Eichen­dorf soll auch Pro­gramm für Got­tes Name sein: Für eine leben­di­ge Kir­che, für ein fried­li­ches Mit­ein­an­der, für Gemein­schaft, für gegen­sei­ti­gen Respekt und für Tole­ranz!“, wünsch­te sich der Geist­li­che. ​„Lasst uns also an die­sem Jubi­lä­um den Namen Eichen­dorf neu ver­ste­hen: Als ein Pro­gramm, das uns alle ein­schließt und ver­bin­det. Als ein Auf­trag, mit­ein­an­der Brü­cken zu bau­en und die Lie­be Got­tes sicht­bar wer­den zu las­sen. Damit Eichen­dorf auch in den kom­men­den Jah­ren ein Ort bleibt, an dem Men­schen sich zuhau­se füh­len und eine Hei­mat haben — in Gemein­schaft mit Gott und mit­ein­an­der! Möge der Name Jesu uns immer wie­der neu inspi­rie­ren, unser Leben und unser Han­deln so aus­zu­rich­ten, dass der Name Eichen­dorf Pro­gramm ist und bleibt für eine bes­se­re Welt!“, schloss der Eichen­dor­fer Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor sei­ne Pre­digt, die von den Mit­fei­ern­den mit einem gro­ßen Applaus gewür­digt wurde.

Mit Symbolen wurde der Dankbarkeit Ausdruck verliehen

Anstel­le der Für­bit­ten spra­chen nach dem Glau­bens­be­kennt­nis Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter ver­schie­de­ner Grup­pen des Pfarr­ver­ban­des Wor­te des Dan­kes für ​„950 Jah­re Eichen­dorf“, für die Hei­mat und die Men­schen, die sie geprägt haben und prä­gen. Dazu brach­ten sie als Sym­bol für ihren Dank Gegen­stän­de und Bil­der mit, die sie anschlie­ßend vor den Altar leg­ten. Lau­ra Reichl als Ver­tre­te­rin der Kin­der brach­te einen Ted­dy, Tere­se Nach­rei­ner für die Jugend­li­chen ein iPad, Hil­de Progl für die Senio­ren ein Bild, das das gute Mit­ein­an­der der Gene­ra­tio­nen sym­bo­li­sier­te, Gesamt-Pfarr­ge­mein­de­rats­vor­sit­zen­der Franz Rat­zis­ber­ger für die Ehren­amt­li­chen und Ver­ei­ne die Rom­wall­fahrts-Fah­ne der Minis­tran­ten, Franz Peter­hans von der Cari­tas einen Not­fall­kof­fer zum Dank an alle, die sich um Kran­ke, alte Men­schen, Men­schen mit Behin­de­rung, um Geflüch­te­te, Ein­sa­me und Bedürf­ti­ge küm­mern, Sebas­ti­an Albert für die Pfarr­ge­mein­den und den Glau­ben ein Exem­plar der Pas­sau­er Sonn­tags­bi­bel, Ers­ter Bür­ger­meis­ter Josef Beham für Ver­wal­tung, Poli­tik und Wirt­schaft des Mark­tes das Taferl des Gemein­de­ent­wick­lungs­ver­eins, Ulrich Alt­mann zum Dank für Frie­den und Wohl­stand das Bild einer Frie­dens­tau­be. Schließ­lich ent­zün­de­te Graf Max-Georg von Arco auf Val­ley am Altar eine Ker­ze zum Geden­ken an die Verstorbenen.

Musikalischer Verein und „Belle Voci“ sorgen für „himmlische Klänge“

Die über­aus anspre­chen­de musi­ka­li­sche Gestal­tung des Fest­got­tes­diens­tes über­nahm der Musi­ka­li­sche Ver­ein zusam­men mit dem Kin­der- und Jugend­chor ​„Bel­le Voci“ unter der Lei­tung von Iris Wun­der­lich und Chris­tia­ne Aigner. Als Instru­men­ta­lis­ten waren auf der Empo­re Lydia Schropp (Kir­chen­or­gel), Dr. Anto­nia Schmidt-Ramsin (Quer­flö­te), Chris­tia­ne Aigner (E‑Piano) und Iris Wun­der­lich (Gei­ge) aktiv. Pater Jos­hy bedank­te sich, bevor er den Schluss­se­gen spen­de­te, bei allen, die dem Fest­got­tes­dienst einen wür­di­gen Rah­men ver­lie­hen hat­ten, beson­ders bei sei­nen Kon­ze­le­bran­ten, Gemein­de­re­fe­ren­tin Ger­traud Dick­gie­ßer, den bei­den Chö­ren, der Mes­ne­rin Ste­pha­nie Alt­mann, den Minis­tran­ten und Lek­to­ren aus dem gan­zen Pfarr­ver­band, den Mit­glie­dern des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes und der Kir­chen­ver­wal­tung, die bei der Vor­be­rei­tung des Got­tes­diens­tes mit­ge­hol­fen haben, der Pres­se und allen anwe­sen­den Ehren- und Fest­gäs­ten. Ein Extra-Lob sprach der Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor Josef Beham und des­sen Markt­rats­kol­le­gi­um für die stets gute Zusam­men­ar­beit aus. Nach dem ​„Gro­ßer Gott, wir loben Dich“ und dem fei­er­li­chen Aus­zug ging es zur welt­li­chen Fei­er auf das Post­saal­ge­län­de, wo beson­ders auch für die Fami­li­en ein schö­nes Pro­gramm ange­bo­ten wur­de und bei ange­neh­mer Wit­te­rung wei­ter­ge­fei­ert wer­den konnte.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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