Ehe Familie Kinder

Gemeinsam unter Gottes Schutz und Schirm

Pfarrverband Eichendorf am 17.02.2026

16 Jubelpaare aus dem Pfarrverband Eichendorf sind der Einladung gefolgt und haben sich am vergangenen Sonntag (15.02.2026) - genau einem Tag nach dem Valentinstag - gemeinsam mit der Pfarrgemeinde in der Eichendorfer Pfarrkirche Sankt Martinus versammelt, um miteinander Gottesdienst zu feiern. 

Eine freu­di­ge, fest­li­che und gerühr­te Atmo­sphä­re erfüll­te das Got­tes­haus — nicht zuletzt durch die wun­der­ba­re musi­ka­li­sche Gestal­tung des Got­tes­diens­tes, die der Musi­ka­li­sche Ver­ein Eichen­dorf mit der Vor­sit­zen­den Hil­de­gard Hagen­bur­ger unter der Lei­tung von Iris Wun­der­lich (an der Gei­ge), mit Anto­nia Schmidt-Ramsin an der Quer­flö­te und Lydia Schropp an der Kir­chen­or­gel über­nom­men hat­te. Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor Pater Jos­hy begrüß­te zu Beginn alle Mit­fei­ern­den — auch im Namen von Pfarr­vi­kar Pater Jip­son, der andern­orts im Pfarr­ver­band Got­tes­dienst fei­er­te, und Gemein­de­re­fe­ren­tin Ger­traud Dick­gie­ßer, die lei­der krank­heits­be­dingt nicht mit dabei sein konn­te — ganz herz­lich. ​„Jede Lie­be, vor allem wenn sie schon vie­le Jah­re dau­ert, hat auch ihre schmerz­haf­ten und anstren­gen­den Sei­ten!“, wand­te sich Pater Jos­hy nach dem gemein­sa­men Kreuz­zei­chen an die anwe­sen­den Jubel­paa­re. In einem Gedicht brach­te er auch die­se Sei­te der Lie­be zum Aus­druck. Die alt­tes­ta­ment­li­che Lesung aus dem Korin­ther­brief hat­te The­re­se Wag­ner vor­ge­tra­gen, ehe der Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor das Sonn­tags­evan­ge­li­um verkündete.

Ein Schirm als Symbol für die Ehe

Anschlie­ßend hat­ten alle die Mög­lich­keit, sich auf die Gedan­ken ein­zu­las­sen, die sich Pater Jos­hy über einen bun­ten Para­plü mach­te, mit dem Ober­mi­nis­tran­tin Anto­nia Brun­ner den Pre­di­ger wäh­rend sei­ner Anspra­che beschirm­te. Gewis­ser­ma­ßen ein Sym­bol dafür, dass die Jubel­paa­re sich trau­en lie­ßen, vie­le Jah­re gemein­sam unter­wegs sei­en und ihre Ehe unter dem Segen Got­tes ste­hen sol­le. Neben dem Stock brau­che jeder Regen­schirm auch Schie­nen, die dem Regen­schirm sei­ne typi­sche ​„beschir­men­de“ Form gäben. Sym­bo­lisch stün­den die Schie­nen des Schirms für alle posi­ti­ven Din­ge, die Mann und Frau anein­an­der schätz­ten. Eine sol­che Wert­schät­zung für­ein­an­der mache die Lie­be zuein­an­der sta­bi­ler, sie gebe den nöti­gen Rah­men. Über die Schie­nen kom­me dann der Bezug. ​„Der Bezug eue­res Regen­schir­mes soll die Lie­be sein, die alles umhüllt, die alles schützt, die allem stand­hält, egal wie das Wet­ter ist!“, fuhr Pater Jos­hy fort. Ein Regen­schirm habe meh­re­re Funk­tio­nen. ​„Er schützt uns vor dem Regen. Als Ehe­leu­te steht kei­ner von euch ​‚allein im Regen‘. Ihr steht zusam­men. Ihr sollt euch gegen­sei­tig schüt­zen vor dem Regen und den Stür­men des Lebens!“, wand­te sich der Geist­li­che an alle Paa­re. Da gehe es nicht nur um die ​„gro­ßen Gewit­ter“ oder ​„Stark­re­gen“. Es sei­en oft gera­de die klei­nen Regen­trop­fen des All­tags — Sor­gen, Ängs­te, zu vie­le Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen, auf die es letzt­lich ankom­me. Vie­le gemein­sa­me Ehe­jah­re sei­en auch ein Zei­chen dafür, ​„dass Ihr Euch im über­tra­ge­nen Sinn immer wie­der ​‚gegen­sei­tig den Regen­schirm‘ gehal­ten habt, auch bei den all­täg­li­chen Kleinigkeiten!“

„Gott ist dabei!“

Ein Regen­schirm bie­te auch Schutz vor Hit­ze. Durch Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten, Miss­ver­ständ­nis­se oder Miss­ach­tung kön­ne es in einer Bezie­hung auch ein­mal hit­zig zuge­hen. ​„Ihr habt es gelernt und aus­ge­hal­ten, den Regen­schirm auch dann nie zusam­men­zu­klap­pen, wenn es hit­zig wird. Ihr wart schon oft bereit, und wer­det es immer wie­der sein müs­sen, ein­an­der zu ver­zei­hen. Durch die gegen­sei­ti­ge Ver­ge­bung hal­tet Ihr eue­ren Regen­schirm auf­ge­spannt!“ Der Regen­schirm sei auch ein Sym­bol für Gemein­schaft, für Zwei­sam­keit. Bei Regen und nur einem Regen­schirm rücke man ger­ne zusam­men. Auch in der Ehe gebe es Zei­ten, in denen man eng zusam­men­rü­cken müs­se. Das kön­ne schön, manch­mal aber auch anstren­gend sein. Nicht nur in schwie­ri­gen Zei­ten sei es schön zu wis­sen: ​„Ich bin nicht allein, einer steht neben mir und zu mir und hält den schüt­zen­den Schirm über mich!“ In jeder Ehe kön­ne es auch Momen­te geben, in denen man sich als Ehe­mann und als Ehe­frau nicht mehr leicht­tut, innig bei­ein­an­der zu ste­hen, und aus eige­ner Kraft dem ande­ren nicht mehr sel­ber Stüt­ze und Halt sein kön­ne. ​„Dann könnt und sollt ihr wis­sen und spü­ren: Es gibt einen Drit­ten in unse­rer Gemein­schaft, einen, der mit­geht, der zum Ver­ste­hen hilft, der dabei­bleibt, der euch zusam­men­hält in allen Wet­ter­la­gen Eue­rer Ehe. Das ist Jesus Chris­tus!“, wand­te sich Pater Jos­hy an die Paa­re. Sym­bo­lisch kön­ne der Griff des Regen­schirms an ihn erin­nern. ​„An ihm könnt Ihr euch fest­hal­ten und er hält euch fest in sei­ner Hand. Unter sei­ner Hand bleibt ihr immer geschützt und gebor­gen — in jeder Wet­ter­la­ge!“ Pater Jos­hy wünsch­te den Jubel­paa­ren, dass der Segen Got­tes wei­ter­hin wie ein sta­bi­ler, schüt­zen­der Regen­schirm sei, der sie in guten wie in schlech­ten Wet­ter­la­gen beglei­te und der auch bei star­kem Regen nicht zer­bre­che. Der Regen­schirm sol­le sie erin­nern: ​„Gemein­sam könnt Ihr alle Regen­wol­ken ver­trei­ben und den Him­mel wie­der klar­se­hen!“ Und er möge immer wie­der bewusst machen: ​„Auch zu zweit bleibt Ihr nicht allein, ein Drit­ter, Gott ist dabei!“ Nach dem Got­tes­dienst nah­men alle Paa­re dank­bar die Mög­lich­keit wahr, sich von Pater Jos­hy als Paar seg­nen zu lassen.

Ehejubilare wurden mit einem stimmungsvollen Empfang geehrt

Bei der anschlie­ßen­den Fei­er im unweit gele­ge­nen und ange­nehm beheiz­ten Pfarr­zen­trum emp­fing die Paa­re ein unter der Feder­füh­rung von Sil­ke Kölbl herr­lich geschmück­ter Pfarr­saal. Nach dem Sekt­emp­fang und dem gemein­sa­men Mit­tag­essen gab Uli Alt­mann den Jubi­la­ren mit einer aus den Hoch­zeits­fo­tos der Jubel­paa­re zusam­men­ge­stell­ten und ver­ton­ten Dia­show einen schö­nen Rück­blick auf ihren jewei­li­gen Hoch­zeits­tag und berei­te­te ihnen und den ande­ren Anwe­sen­den damit eine gro­ße Freu­de. Lukas Salz­ber­ger sorg­te mit sei­nem Kön­nen am Pia­no für eine stim­mungs­vol­le musi­ka­li­sche Unter­hal­tung. Zwi­schen dem Mit­tag­essen und Kaf­fee und Kuchen genos­sen die Jubel­paa­re besinn­li­che und humor­vol­le Momen­te als Johan­na Gold­brun­ner eini­ge Gedich­te aus ihrem Reper­toire vor­trug. Bei meh­re­ren Sketch-Ein­la­gen von Fran­zis­ka Braun und Bea­te Schr­auf­nagl blieb kein Auge tro­cken. Zwi­schen­durch konn­ten sich die Jubi­la­re paar­wei­se im ver­gol­de­ten Rah­men foto­gra­fie­ren las­sen. Pater Jos­hy freu­te sich über die Jubel­paa­re, die auf 25 bis 55 gemein­sa­me Ehe­jah­re zurück­bli­cken konn­ten und dank­te am Ende der wun­der­schö­nen Fei­er den vie­len ehren­amt­li­chen Hel­fern aus dem gan­zen Pfarr­ver­band, die mit der Gemein­de­re­fe­ren­tin das Ehe­ju­bi­lä­um vor­be­rei­tet hat­ten. Er beton­te sei­ne Dank­bar­keit für die gro­ße Bereit­schaft der Ehren­amt­li­chen, sich für das Pfarr­le­ben im Pfarr­ver­band Eichen­dorf ein­zu­brin­gen, und durch ihre viel viel­fäl­ti­ges Enga­ge­ment, das oft nicht gese­hen wird, sol­che Fei­ern über­haupt erst mög­lich zu machen.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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