Beim Klang der Glocken begrüßte Pfarradministrator Pater Joshy Kanjirathamkunnel MI, der sich zusammen mit seinen Ministranten und Vorbetern von der Eichendorfer Sakristei aus auf den Weg zum Gottesacker gemacht hatte, punkt 15.00 Uhr alle Anwesenden zur gemeinsamen Andacht. „Am Allerseelentag kommen wir zu den Gräbern unserer Verstorbenen. Wir erinnern uns an Menschen, die uns nahe waren und deren Leben Spuren in unseren Herzen hinterlassen hat. Der Friedhof erinnert uns aber auch daran, dass unser eigenes Leben vergänglich ist. Das Evangelium lädt uns deshalb ein, darüber nachzudenken: Was bleibt von unserem Leben? Welche Spuren hinterlassen wir bei anderen? Und was ist wirklich wertvoll?“, begann der Geistliche.
Nach den Kyrierufen verkündete Pater Joshy die Frohe Botschaft nach Matthäus (Kapitel 6, Verse 19 – 21), in der es lautet: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und wo keine Diebe einbrechen und stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“
Anschließend trugen Stephanie Altmann und Pater Joshy dazu abwechselnd passende Gedanken vor. Dann folgten die Fürbitten und das Totengedenken. Nachdem Ulrich Altmann die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres vorgelesen hatte, segnete Pater Joshy zusammen mit Pfarrvikar Pater Jipson Perumpuzhakadavil HGN, begleitet von den Ministranten, die Gräber mit Weihwasser. Währenddessen wurden gemeinsam zwei Gesätze des schmerzhaften Rosenkranzes gebetet.
Wieder am Leichenhaus angekommen, bedankte sich Pater Joshy im Namen der Pfarrei bei allen, die sich das ganze Jahr über um den Friedhof kümmern, die Grabstätten pflegen und schmücken und den Verstorbenen damit und mit ihren Gebeten ein würdiges Andenken bereiten. Schließlich spendete der Geistliche den Anwesenden und all ihren Lieben den Segen, verbunden mit dem Wunsch für gute Gespräche in den Familien und eine gesunde Heimkehr.
Am Abend des Hochfestes Allerheiligen war dann der Eichendorfer Friedhof samt dem in dessen Mittelpunkt stehenden imposanten Kreuz mit dem vergoldeten Korpus, dem von Schmiedemeister Rudolf Stögmüller mit Unterstützung von Erich Fraundorfer und Karl Bäldle geschaffenen Pilgerbrunnen und der Kriegergedächtniskapelle durch die vielen Grablichter, die bereits tagsüber entzündet worden waren, in ein besonderes Licht getaucht.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann


