In der Hinführung wurde die Fastenzeit als eine Zeit des „Maß-haltens“ beschrieben. Was beim Essen und Trinken schon nicht immer ganz leicht sei, sei im ganzen Leben eine Herausforderung. Mit einem Zitat der Kirchenlehrerin Teresa von Avila – „Wen der Teufel nicht zur bösen Tat verführen kann, bei dem probiert er es mit der Übertreibung des Guten“ – wurde verdeutlicht, dass sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig den Menschen von sich selbst, von seinen Mitmenschen und von Gott entfremden kann.
„Nimm deine Liege und geh!“
Nachdem das Allerheiligste ausgesetzt wurde, waren die Gläubigen eingeladen, im wohlwollenden und liebenden Blick Jesu ehrlich auf das eigene Innere zu schauen, die eigenen Sehnsüchte, aber auch das eigene Versagen vor Gott zu bringen, um Heilung und neue Ausrichtung zu erfahren. Die biblische Lesung von der Heilung des Gelähmten (Mk 2, 1 – 12) diente als Sinnbild für die befreiende Kraft der Vergebung. Wie der Geheilte im Evangelium seine Tragbahre nimmt und aufsteht, so solle auch der Mensch heute durch die Vergebung seiner Schuld wieder handlungsfähig werden und sein Leben selbst in die Hand nehmen. In einer Besinnung ging der Blick auf das rechte Maß in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Anschließend baten die Gläubigen in einer Litanei um die Vergebung und Befreiung all dessen, was von Gott entfremdet und das Leben schwer macht. Musikalisch wurde die feierliche und meditative Andacht von Lukas Salzberger mit Orgel und Gesang ansprechend gestaltet. Der Abend schloss nach dem gemeinsamen Vaterunser und dem Friedensgruß mit dem eucharistischen Segen.
Bericht: Gertraud Dickgießer
Fotos: Ulrich Altmann

