Am vergangenen Mittwoch (18.12.2024) waren alle Gläubigen zur Bußandacht in die Eichendorfer Pfarrkirche St. Martinus eingeladen, um sich gemeinsam mit Pater Joshy und Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer Zeit zu nehmen, mit Jesus im gewandelten Brot - im Leib Christi - ins Gespräch zu kommen, um sich zu besinnen und um sich von seiner Gegenwart berühren und heilen zu lassen.
Das Gotteshaus war vom warmen Licht vieler Kerzen einladend erhellt. „Buße heißt: umkehren, neu ausrichten, wieder in die richtige Spur kommen, auf den richtigen Weg kommen. Gerade in den Tagen vor Weihnachten, wenn die Zeit davonrinnt und die bedrohlichen Nachrichten kein Ende nehmen, haben viele das Gefühl: ‚Ich bin völlig neben der Spur!‘, ‚Die Welt ist aus den Fugen geraten!‘, ‚Alle Menschen sind verrückt geworden!‘, ‚Nichts ist so, wie es sein soll!‘“, eröffnete der Pfarradministrator die Andacht. Genau deshalb sei Jesus in die Welt gekommen: um den Menschen die Augen zu öffnen für die Liebe Gottes, um ihnen den Blick auf ihre Schuld zu ermöglichen, um ihnen zu vergeben, um sie wieder auf die richtige Spur zu bringen.
„In ein paar Tagen feiern wir, dass Jesus klein und unscheinbar in die Welt gekommen ist: als ein Baby wie Milliarden andere Babys auch. Am Ende seines Lebens hat Jesus ein Zeichen hinterlassen, wie er auf ewig bei uns bleiben wird: Wieder klein und unscheinbar — im Zeichen des Brotes. Brot, wie es unzählbar oft gemacht, gegessen oder auch einfach weggeworfen wird. Dieses alltägliche Nahrungsmittel wählt Jesus für seinen Leib: als Nahrung für unsere Seele, als Nahrung für unser Leben. Jesus ist immer da — und in besonderer Weise im gewandelten Brot!“, legte Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer dar. So eingestimmt setzte Pater Joshy das Allerheiligste in der Monstranz auf dem Zelebrationsaltar aus. In der warmen Atmosphäre war nun — angeregt durch Gebete und Impulse, die von Lydia Schropp einfühlsam und stimmig an der neuen Kirchenorgel begleitet bzw. ergänzt wurden, aber auch in einer Zeit der bewusst stillen Anbetung — Gelegenheit für alle, mit Jesus, der in Beziehung leben will, persönlich ins Gespräch zu kommen.
Beichte war möglich
Schließlich waren alle Mitfeiernden eingeladen, ihrem Herrn vor dem Altar die Ehre zu erweisen und dort für sich eine Bibelstelle zu ziehen, um sich von einem Wort Gottes ansprechen und berühren zu lassen. Nach dem gemeinsamen Vaterunser und dem Friedensgruß spendete Pater Joshy allen anwesenden Gläubigen den eucharistischen Segen. Vor, während und nach der Bußandacht war Gelegenheit, bei Pater Joshy bzw. Pfarrvikar Pater Jipson im Eichendorfer Beichtstuhl das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Viele der Gläubigen, die aus Nah und Fern zur Bußandacht gekommen waren, haben die Einladung dazu gerne angenommen. Besonders in dem von Papst Franziskus ausgerufenen „Heiligen Jahr 2025“ wird neben den anderen Formen, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen, wieder jeden zweiten Donnerstag im Monat der feste Termin zur Einzelbeichte im Eichendorfer Beichtstuhl angeboten.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

