Ursprünglich war geplant, die diesjährige Bergmesse an der Holzkapelle in Kellerhäuser stattfinden zu lassen. Zuletzt wurde die Pfarrverbandsradwallfahrt nach Altenmarkt kurzfristig aufgrund der eindeutigen Schlechtwetterlage zu ersten Autowallfahrt des Pfarrverbandes umgewandelt. Auch die Abschlussmaiandacht, zu der Bischof Dr. Stefan Oster den Eichendorfern die Ehre gab, konnte wetterbedingt nicht im Freien vor der Mariensäule am Marktplatz gefeiert werden. Die unsichere Witterung nötigte die Verantwortlichen auch am vergangenen Freitagabend, 12.09.2025, zu dem Entschluss, die „Bergmesse“ knapp 70 Höhenmeter tiefer - in der Pfarrkirche Sankt Martinus - zu feiern.
„Das Fest ‚Mariä Namen‘ erinnert an den Sieg über die Türken bei Wien im Jahr 1683. In ihrer Angst haben die Wiener zu Maria gebetet. Das Gebet wurde erhört und der Sieg wurde der Fürsprache Mariens zugeschrieben. Dieses Ereignis sagt uns, dass das Gebet nicht an Macht verliert!“, eröffnete Pfarradministrator Pater Joshy nach dem Kreuzzeichen seine Statio. „Lasst uns darum an Maria wenden. Denn auch wir sind vielfach bedroht: Unsere Familien von schnellen Auseinandersetzungen, unsere Gesellschaft von Egoismus, Unzufriedenheit und Gottlosigkeit, die Welt von Krieg und Unruhe, unsere Kirchen von Glaubens‑, Gleichgültigkeits- und Interesselosigkeit!“, fuhr der Geistliche fort. Maria habe viel Leid erlebt und sei den Menschen darin besonders nahe. Maria sei ihr ganzes Leben mit Gott gegangen — sie habe immer auf ihn vertraut und geglaubt, dass ER an ihrer Seite ist. „Darin ist sie uns ein Vorbild. Lasst uns in Maria Zuflucht finden, denn bei ihr wissen wir uns geborgen. Möge Maria uns helfen, Gottes Gegenwart in unserem Alltag zu finden. Möge Maria uns begleiten, um die Gegenwart Gottes auch in der Glaubensgemeinschaft erfahrbar zu machen!“, schloss Pater Joshy seine Statio.
Familie Wimmer gestaltete die Messe musikalisch
Nach den Kyrierufen und dem Tagesgebet trug Gemeindereferentin Gertraud Dickgießer die neutestamentliche Lesung vor. Pfarrvikar Pater Jipson verkündete das Evangelium nach Lukas, bevor anstelle der Fürbitten eine Marienlitanei gesungen wurde. Anschließend feierten Pater Joshy und sein Konzelebrant Pater Jipson mit den Gläubigen Eucharistie, ehe der Pfarradministrator den Schlusssegen spendete und alle Miteinander das „Segne Du, Maria!“ anstimmten. Die stimmungsvolle musikalische Gestaltung der „Bergmesse“ übernahmen die „Wimmer-Mädels“ (Christa Wimmer mit ihren Töchtern Lydia Schropp und Juliane Haider), wofür sich Pater Joshy herzlich bedankte. Die drei Sängerinnen nahmen dazu unter der Kanzel ihren Platz ein, wo auch das Pfarrverbandskreuz, das die Gläubigen bei den Bergmessen begleitet, aufgestellt worden war. Ein besonderes „Vergelt’s Gott!“ sprach der Hauptzelebrant auch Rosemarie Flexeder aus, die für die Bergmesse „Gewehr bei Fuß“ stand und sich — unterstützt von ihrer Familie — seit Jahrzehnten tatkräftig um die Holzkapelle in Kellerhäuser kümmert und dabei neben dem Sperrdienst erstklassig auch dafür Sorge trägt, dass das kleine Gotteshaus samt seinem Umgriff stets tadellos gesäubert ist.
Danach gab es Brezen und Käse
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Mitfeiernden samt dem liturgischen Dienst zum gemütlichen Beisammensein in das Pfarrzentrum eingeladen. Dort hatten Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates alles für einen Imbiss und Umtrunk vorbereitet, wofür Pater Joshy ebenfalls seinen Dank aussprach. Bei reschen Brezen, großen Emmentaler Käsewürfeln und passenden Getränken tauschten sich die Gläubigen, die aus dem ganzen Pfarrverband und darüber hinaus kamen und unter denen sich auch einige Namenstagskinder befanden, gut über Gott und die Welt aus. Nicht allzu knapp vor Mitternacht halfen alle dann noch Anwesenden zusammen, den Pfarrsaal für die nächste Veranstaltung fit zu machen. Eindeutig kam der Wunsch zum Ausdruck, auch nächstes Jahr wieder eine Bergmesse im Pfarrverband zu feiern, ganz unabhängig davon, ob der heilige Petrus wettertechnisch mitspielt oder nicht.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

