Gottesdienst

Spiritueller Gesundheits-Check am Aschermittwoch

Pfarrverband Eichendorf am 20.02.2026

Die Gottesdienstbesucher waren schon gespannt, was sie am Aschermittwochabend (18.02.2026) in der Pfarrkirche Sankt Martinus erwartet. Das Presbyterium war - der liturgischen Farbe der Fastenzeit entsprechend - mit violetten Licht beleuchtet. 

Wo sonst der Hei­li­ge Mar­tin, der Patron der Pfarr­kir­che — hoch zu Ross, mit sei­nem Schwert den Man­tel tei­lend für den bein­am­pu­tier­ten Bett­ler, der hoff­nungs­voll zu sei­nem Wohl­tä­ter auf­blickt ‑, im Blatt des Hoch­al­tars zu sehen ist, war ein ande­res Kunst­werk zu sehen: Das Fas­ten­tuch, das die Künst­le­rin Romy Hanau­er aus Galg­weis gestal­tet und den Eichen­dor­fern im ver­gan­ge­nen Jahr geschenkt hat. Nach dem Kreuz­zei­chen begrüß­te Pater Jos­hy sei­ne Gemein­de zum Got­tes­dienst ganz herz­lich. Es war ihm sicht­lich eine gro­ße Freu­de, den durch­aus zahl­rei­chen­den Mit­fei­ern­den zusam­men mit Pater Jip­son das Kunst­werk neu­er­lich zu prä­sen­tie­ren. Das mehr­tei­li­ge Kunst­werk aus bunt bemal­ter Lein­wand und vio­let­tem Stoff ver­deckt auch heu­er wäh­rend der Fas­ten­zeit — in der das Aller­hei­ligs­te sei­nen Platz im quad­er­för­mi­gen Taber­na­kel in der Sebas­tia­nika­pel­le ein­nimmt — einen Teil des Sockels des Hoch­al­ta­res, das Altar­blatt und den dor­ti­gen Taber­na­kel. Es wächst gewis­ser­ma­ßen aus dem Teil des Fas­ten­tu­ches her­vor, das den Volks­al­tar säumt. Pas­send dazu hat die aus Enz­er­weis stam­men­de Künst­le­rin, die eine gebo­re­ne Dul­lin­ger ist, für die­ses Jahr eine neue Umhül­lung für den Ambo ent­wor­fen und umge­setzt, in der sie das The­ma ​„Frie­den“ in den Mit­tel­punkt gestellt hat.

In der Fastenzeit drei Organe untersuchen

Nach den bei­den von Ulrich Alt­mann vor­ge­tra­ge­nen Lesun­gen ver­kün­de­te Pater Jip­son das Mat­thä­us­evan­ge­li­um, in dem die drei zen­tra­len Wer­ke der Fröm­mig­keit (Almo­sen­ge­ben, Beten, Fas­ten) aus­for­mu­liert wer­den. Die­se drei ​„Fröm­mig­keits­übun­gen“ stan­den im Zen­trum der pha­ri­säi­schen Leh­re. Jesus griff sie auf, zeig­te jedoch auf, wie er sich deren Aus­übung vor­stellt: Es gehe um die inne­re, die ver­bor­ge­ne Ein­stel­lung, die bei Gott zäh­le und von ihm auch belohnt wer­de.
​„Als ich vor Kur­zem zu Hau­se war, sag­te ein befreun­de­ter Arzt zu mir: ​‚Jos­hy, beden­ke, dass du jetzt 56 Jah­re alt bist. Bit­te lass Dich doch mal all­ge­mein gesund­heit­lich unter­su­chen!‘ Sei­ne Wor­te brach­ten mich zum Nach­den­ken, und so ließ ich mich unter­su­chen!“, star­te­te Pater Jos­hy sei­ne Pre­digt. ​„Dabei wur­de mir klar, was ich alles ändern, wo ich abneh­men oder was ich ver­mei­den muss, um wei­ter­hin gesund zu leben. Beden­ke, Mensch: Die Fas­ten­zeit ist eine Zeit für einen ​‚spi­ri­tu­el­len Gesund­heits­check‘, fuhr der Pre­di­ger mit einem Augen­zwin­kern fort. ​„In die­ser Fas­ten­zeit lade ich euch ein, drei Orga­ne ganz spe­zi­ell zu unter­su­chen: Kopf, Herz und Darm.“

„Wie christlich sind deine Gedanken wirklich?“

Mit ​„Kopf“ mei­ne er, jeder soll­te sei­ne Gedan­ken prü­fen. Was sind die trei­ben­den Gedan­ken in mir? Wor­um krei­sen sie meis­tens? Ob Gutes oder Schlech­tes — alles ent­ste­he aus dem Den­ken. ​„Wir wer­den zu dem, was wir den­ken. Was wir sagen oder tun, hat sei­nen Ursprung in unse­ren Gedan­ken. Die Fas­ten­zeit sagt uns: Beden­ke, Mensch! Beden­ke dein Leben, dei­nen Glau­ben, dein Ver­hal­ten, dei­ne Anschau­ung. Beden­ke: Wie christ­lich sind dei­ne Gedan­ken wirk­lich? Um nach­den­ken zu kön­nen, musst du dich jedoch hin und wie­der aus dem lär­men­den All­tag zurückziehen!“

Nach dem Kopf sol­le jeder das Herz unter­su­chen. ​„Wofür schlägt mein Herz? Ist es gesund und vol­ler Lie­be oder ist es krank vor Hass und Neid? Ist mein Herz ruhig und vol­ler Hoff­nung oder unru­hig vor lau­ter Angst? Wie viel Platz haben Mit­leid und Nächs­ten­lie­be in mei­nem Her­zen? Wel­che Far­be hat mein Herz?“

Stirn wurde mit Aschenkreuz bezeichnet

Der Darm schließ­lich habe die Haupt­funk­tio­nen der Ver­dau­ung und Nähr­stoff­auf­nah­me. ​„Was ist in mir noch unver­daut? Wel­cher Streit, wel­che Aus­ein­an­der­set­zung, wel­cher Schmerz oder wel­che bit­te­re Erfah­rung liegt mir noch schwer im Magen? Wel­chen Men­schen ertra­ge ich nicht und war­um? Was ​‚stinkt‘ in mir, weil die­se oder jene Erfah­rung noch nicht auf­ge­ar­bei­tet ist?“ ​„Beden­ke, Mensch, dass du letzt­end­lich Staub bist. Wenn wir alle aus dem­sel­ben Staub erschaf­fen sind — wor­auf bil­den wir uns dann etwas ein?“, wand­te sich Pater Jos­hy fra­gend an sei­ne Zuhö­rer. Die Fas­ten­zeit sei auch eine Zeit, um Staub zu wischen — über­all dort, wo es stau­big gewor­den sei: ​„In dei­nen Gedan­ken, in dei­nen zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen, in dei­nem Glau­bens­le­ben, in dei­nem Her­zen und in dei­ner Welt­an­schau­ung. Beden­ke Mensch: Ab heu­te beginnt die Fas­ten­zeit — eine Zeit für einen ​‚spi­ri­tu­el­len Gesund­heits­check‘!“, schloss der Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor sei­ne Pre­digt. Anschlie­ßend lie­ßen sich die Gläu­bi­gen von ihrem Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor und ihrem Pfarr­vi­kar — gesang­lich beglei­tet von Lydia Schropp auf der Orgel­bank, die auch die musi­ka­li­sche Gestal­tung des Got­tes­diens­tes inne­hat­te — die Asche auf­le­gen und mit dem Kreuz bezeich­nen, bevor der Lek­tor eine Medi­ta­ti­on zum The­ma ​„Frie­den“ vortrug.

Fastentuch lädt zur Betrachtung und Meditation ein

Nach der gemein­sa­men Eucha­ris­tie­fei­er mit dem Schluss­se­gen bedank­te sich Pater Jos­hy bei der Künst­le­rin Romy Hanau­er, die lei­der nicht anwe­send sein konn­te. Die Anwe­sen­den spen­de­ten der Künst­le­rin ihren Applaus. ​„Mit die­sem Fas­ten­tuch laden wir Dich ein, zur Ruhe zu kom­men und wei­te­ren ​‚Spu­ren des Frie­dens ‘ in Dei­nem Leben nach­zu­spü­ren!“, ent­ließ Pater Jos­hy die Got­tes­dienst­ge­mein­de in den spä­ten Abend. Wäh­rend der Fas­ten­zeit sind alle, die wol­len, ganz herz­lich in die Pfarr­kir­che Sankt Mar­ti­nus ein­ge­la­den, um das Fas­ten­tuch zu betrach­ten, zu beten und zu medi­tie­ren. Als klei­ne Hil­fe­stel­lung lie­gen vor der Mari­en­sta­tue Tex­te zum kos­ten­lo­sen Mit­neh­men auf. Außer­dem kann man die Gedan­ken, die Pater Jos­hy zum Fas­ten­tuch vor­ge­tra­gen hat, auf einem Manu­skript­stän­der in der Nähe des Ambos in Ruhe nach­le­sen und auf sich wir­ken las­sen. Zudem sind alle ein­ge­la­den, zumin­dest solan­ge der Vor­rat reicht, sich einen der unter der Kan­zel prä­sen­tier­ten Hand­schmeich­ler aus­zu­wäh­len und gegen eine Spen­de, die der Pfarr­kir­che zugu­te kommt, mit nach Hau­se zu neh­men. Pater Jos­hys Dank galt neben der Künst­le­rin und allen ande­ren, die den Got­tes­dienst mit­ge­stal­tet hat­ten, dem Eichen­dor­fer Kir­chen­pfle­ger Albert Stein­hu­ber, Gesamt-Pfarr­ge­mein­de­rats­mit­glied Sebas­ti­an Albert aus Hart­kir­chen und Ste­pha­nie Alt­mann vom Eichen­dorf Mes­ner­team, die ihn auch heu­er bei der Umset­zung der ​„Fas­ten­tuch-Idee“ in die Pra­xis wie­der tat­kräf­tig unter­stützt haben.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann 

Weitere Nachrichten

23.10.2026

Tolle Stimmung beim boarischen Seniorennachmittag

Zum boarischen Seniorennachmittag hatte der Frauen- und Mütterverein Dornach am Samstag, 17. Oktober, alle…

23.10.2026

Reihe zu Ehren der Gottesmutter fortgesetzt

An jedem Sonntag im Oktober wird in Eichendorf gemeinsam Rosenkranz gebetet. Am vergangenen Kirchweihsonntag…

23.10.2026

Pfarrbrief für November und Dezember 2026

Der neue Pfarrbrief ist da. Hier können Sie die passwortgeschützte Gesamtausgabe des Pfarrbriefs sowie die…