So manchem fiel das Aufstehen und das Schnüren seiner Wanderstiefel am vergangenen Samstagmorgen (23.05.2026) schwer, da es hier und dort zwickte und sich spätestens jetzt - nach ein paar Stunden Schlaf - die bis zu 50 Kilometer, die schon in den müden Wallfahrerknochen steckten, bemerkbar machten. Andere wiederum hätten am Vorabend noch weitergehen können. Beim Einsaugen der Reischacher Morgenluft und dem Gezwitscher der Vögel schöpften die meisten der Pilger wieder neue Kraft für den Endspurt zur Gnadenkapelle.
Am Vortag (22.05.2026) in Eichendorf war der Pilgerzug mit 67 Teilnehmern (wir berichteten) schon stattlich gewesen. In Mitterskirchen war die Teilnehmerzahl bereits auf 91 Beterinnen und Beter angewachsen. Besonders für diejenigen, die sich am Freitag nicht freinehmen konnten oder ihre „Wallfahrtstauglichkeit“ erst einmal auf einem Teil der Pilgerstrecke austesten wollten, bestand die Möglichkeit, sich der Wallfahrergruppe an verschiedenen Etappenzielen anzuschließen, zuletzt am Samstag um 4.00 Uhr in der Frühe vor dem Reischacher Hof. Von dort aus waren es noch fast 12 Kilometer bis zu Unserer Lieben Frau von Altötting. Auf der Innbrücke vor Neuötting lagen der Pilgerzug aus Riedenburg und der aus Eichendorf-Wallerfing noch in etwa gleichauf. Dank der guten Abstimmung zwischen den Pilgerführern der beiden Gruppen, ließen die Altmühltaler Wallfahrer ihren Kollegen aus dem Vilstal traditionsgemäß den Vortritt. Bereits eine Viertelstunde vor dem „Engel des Herrn“, mit dem der Samstag vor Pfingsten in der Gnadenkapelle seinen guten Anfang nahm, waren die ersten Angehörigen der Fußwallfahrer aus den Pfarrverbänden Eichendorf und Wallerfing am Kapellplatz eingetroffen, um ihre Lieben zum Abschluss der Pilgerreise pünktlich willkommen heißen zu können. Gegen 6.30 Uhr morgens konnte Pater David Kolodziejczyk OSPPE dann beim Einzug die sage und schreibe 107 Pilger als erste Gruppe des Tages in Empfang nehmen. Darüber hinaus begleitet von der Altöttinger Musikkapelle, der Kreuzträgerin der Pilgerbetreuung des Gnadenortes und feierlichem Glockengeläut zogen die Marienverehrer erleichtert, sichtlich gerührt von der besonderen Atmosphäre und teilweise Hand in Hand einmal um die Gnadenkapelle, deren Rundgang mit über 2.000 Votivbildern behängt ist. Anschließend begrüßte der Pfarrvikar des Paulinerklosters St. Magdalena und vormalige Gartlberger Wallfahrtsdirektor die Wallfahrer, die Unserer Lieben Frau von Altötting sowie dem Gnadenbild dort dann ihre Aufwartung machten und ein Gebet sprechen konnten, ganz herzlich und humorvoll, ehe Pater Joshy in Konzelebration mit Pfarrer Christian Hektor und Pater Nobi aus dem Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing, assistiert von Diakon Anton Fliegerbauer, der Abschlussmesse im Kongregationssaal vorstand.
Pater Joshy machte Pilgern Mut
Die Eichendorfer Obermessdiener Antonia Brunner, Magdalena Brunner, Theresa Nachreiner und Jakob Kirschner sowie ihre Kollegen Franziska Schraufnagl und Florian Salzberger aus der Mutterpfarrei Dornach versahen während der Eucharistiefeier den Ministrantendienst. Der Eichendorfer Organist und Kantor Lukas Salzberger übernahm die feierliche musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Christine Reinspach-Breitschopf aus Hütt trug die Lesung aus dem Buch Jesaja vor, wonach die aber, die auf den HERRN hoffen, neue Kraft empfangen, laufen und nicht müde werden und gehen und nicht matt werden. Die Fürbitten übernahm Alois Breitschopf, der Ehemann der Lektorin und 2. Vorsitzende des Wallfahrervereins. Dazwischen verkündete Diakon Anton Fliegerbauer aus dem Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing das Evangelium nach Lukas. Dort wird erzählt, wie zwei Jünger Jesu auf dem Weg zu einem Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt war, unterwegs sind und ihnen auf dem Weg der auferstandene Jesus begegnet. In seiner Predigt ging Pater Joshy auf die Frohe Botschaft, die auch jeden Ostermontag verkündet wird, ein. Der Weg der Emmausjünger sei von Enttäuschung und Erschöpfung geprägt gewesen. „Doch das Entscheidende passierte, während sie gingen: Jesus stellte sich zu ihnen. Sie blieben offen für ihn. So ging er einfach mit. Er nahm ihnen den Weg nicht ab. Auch die Strecke verkürzte er nicht. Er erzählte ihnen über das, was geschehen war, und erklärte ihnen auch dessen Sinn! Er brach das Brot mit ihnen. Mit seinem Wort und mit dem Brot berührte Jesus ihre Herzen. Da brannte das Herz in ihnen!“, fuhr der Geistliche fort. Er zeigte die Parallelen zu dem Weg auf, den die Wallfahrerinnen und Wallfahrer mit ihren unterschiedlichen Wünschen und Anliegen auf sich genommen hatten. „Doch, wenn wir jetzt am Ende unserer Wallfahrt die Heilige Messe feiern, noch einmal sein Wort hören und sein Brot empfangen, sollen wir uns selber fragen: Berührt er mein Herz? Brennt auch mein Herz in mir, weil ich mich von ihm berührt fühle?“, wandte sich der Prediger fragend an seine Pilgerkollegen. „Wenn Jesus uns berührt, dann werden wir in Bewegung bleiben — hin zu den Mitmenschen, ohne Vorurteile und ohne Skepsis — als Liebende, als Vergebende, als Barmherzige und als Friedensstifter! Lasst uns Jesus zum Weggefährten unseres Lebensweges machen. Er lässt sich von uns als Brot brechen, damit wir nicht zerbrechen, sondern immer wieder neu aufbrechen können — als Menschen die das Brennen im Herzen mitnehmen in unsere Familien, an unsere Arbeitsplätze, in jede Begegnung und auch in das Auf und Ab unseres Alltagslebens!“, schloß Pater Joshy seine mutmachende Predigt.
Dank an alle Unterstützer
Nach der Spendung des Schlusssegens und dem gemeinsamen Abschlussgebet des Wallfahrervereins begrüßte dessen Vorsitzender und Pilgerführer Sepp Winnerl insbesondere den langjährigen 1. Vorsitzenden Franz Bichler mit seiner Ehefrau Renata, den 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Eichendorf mit seiner Ehefrau Regina sowie Robert Bauriedl, den 1. Bürgermeister der Gemeinde Oberpöring. Der Pilgerführer Sepp Winnerl sprach anschließend dem liturgischen Dienst, allen Kreuzträgern (Andrea Goldbrunner, Brigitte Gruber, ), dem Standarten-/Fahnenträger Hans Schott, allen Lautsprecherträgern (Andreas Aust, Franz Schmerbeck und Thomas Wiendl), allen Vorbetern (Alois Breitschopf, Pater Joshy, Diakon Anton Fliegerbauer, Sandra Huber, Marina Felkel und Pater Nobi), „Anstimmern“ bzw. Vorsängern (Stefan Hötzinger, Sandra Huber, Pater Joshy, Andrea Ristl-Friedberger und Elisabeth Groetschel) und Mitbetern und all jenen, die sich um die Verkehrssicherung (Tobias Schwarzbauer, Alfons Huber, Sebastian Loibl, Christine Schachtl, Siebauer Eduard und Rita Weber) und die Pilgerbegleitfahrzeuge (Rudi Grum, Manfred Grum, Hans Grum und Wigg Haberl) kümmerten, sowie Franziska Sterzer, die den Blumenschmuck am Pilgerkreuz in Indersbach arrangiert hatte, Rosina Wiendl und Regina Preu, die die Spendensammlung an der Innbrücke, die zur Finanzierung der Wallfahrt dient, durchführt haben, Rita Weber für den Verkauf der Liederbücher und Plaketten, Pilgerarzt Wolfgang Hiergeist, dessen Ehefrau Dr. Zdenka Hiergeist und Arzthelferin Bettina Scheuer für die hervorragende ärztliche Betreuung, den mitpilgernden Fotografen Sebastian Albert, Birgit Friedberger, Wigg Haberl, Brigitte Gruber, Hans Grum, Rudi Grum und Pater Nobi) sowie der ganzen Pilgergruppe für die vorbildliche Disziplin während der Wallfahrt großes Lob und seinen herzlichen Dank aus. Ein extra „Vergelt’s Gott!“ sprach Sepp Winnerl den Firmen Will-Kreiller aus Buchhofen und Elektro Haberl aus Kirchdorf für die kostenlose Bereitstellung der Fahrzeuge aus. Ein Teil der Pilger machte sich dann auf den Weg zum Busparkplatz in der Griesstraße, wo ein Reisebus der Firma Reicheneder aus Wallersdorf zur Rückfahrt bereitstand. Einige blieben aber noch am Gnadenort, um den gut 3.000 Wallfahrern, die vor einigen Tagen in der Oberpfälzer Bezirkshauptstadt zur Fußwallfahrt nach Altötting gestartet waren und im Verlauf der 111 Kilometer langen Strecke auf rund 5.600 Pilgerinnen und Pilger angewachsen waren, gemeinsam mit dem Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Prälat Dr. Klaus Metzl und der Altöttinger Gnadenmutter, die der Wallfahrtsrektor in seinen Händen hielt, einen herzlichen Empfang zu bereiten. Die Vorfreude der Teilnehmer auch im kommenden Jahr wieder mit ihren persönlichen Anliegen oder zum Dank für eine Gebetserhörung zur Gottesmutter nach Altötting zu gehen, war in jedem Fall spürbar.
Safe the date!
Pilgerführer Josef Winnerl bat alle, sich bereits heuer Sonntag, 02.05.2027, im Kalender rot einzutragen. Da feiert der Wallfahrerverein nämlich „70 Jahre Wallfahrt“, und zwar mit folgendem Programm:
- 10.00 Uhr Gottesdienst in Eichendorf mit Pater Joshy
- 11.30 Uhr Mitgliederversammlung mit Ehrungen im Gasthaus Tannenzapfen
- 12.15 Uhr gemeinsames Mittagessen
- 13.15 Uhr Rückblick mit Fotos, Filmen und einer Power-Point-Präsentation
Jeder Pilger bekommt bei der Fußwallfahrt am Samstag, 15.05.2027 ein Erinnerungsgeschenk. Wer schon vorher seine Pilgerschuhe wieder schnüren und den Pilgerstab in die Hand nehmen möchte, hat dazu spätestens am Samstag, 12.09.2026, bei der Tageswallfahrt zu Unserer Lieben Frau vom Bogenberg wieder die Gelegenheit. Gestartet wird dann von Maria Bürg aus, das bei Ettling im Pfarrverband Wallerfing-Ramsdorf gelegen ist.
Wer Mitglied beim Wallfahrerverein Eichendorf-Wallerfing werden will, darf sich gerne an den Vereinsvorsitzenden Sepp Winnerl (Festnetztelefon: 09931/4496; Mobilfunk: 0160/91213548; E‑Mail-Adresse: josefwinnerl[at]gmx.de) und seinen Stellvertreter Alois Breitschopf aus Hütt wenden.
Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

