Glaube und Tradition

Altötting-Wallfahrt fand krönenden Abschluss

Pfarrverband Eichendorf am 25.05.2026

So manchem fiel das Aufstehen und das Schnüren seiner Wanderstiefel am vergangenen Samstagmorgen (23.05.2026) schwer, da es hier und dort zwickte und sich spätestens jetzt - nach ein paar Stunden Schlaf - die bis zu 50 Kilometer, die schon in den müden Wallfahrerknochen steckten, bemerkbar machten. Andere wiederum hätten am Vorabend noch weitergehen können. Beim Einsaugen der Reischacher Morgenluft und dem Gezwitscher der Vögel schöpften die meisten der Pilger wieder neue Kraft für den Endspurt zur Gnadenkapelle.

Am Vor­tag (22.05.2026) in Eichen­dorf war der Pil­ger­zug mit 67 Teil­neh­mern (wir berich­te­ten) schon statt­lich gewe­sen. In Mit­ters­kir­chen war die Teil­neh­mer­zahl bereits auf 91 Bete­rin­nen und Beter ange­wach­sen. Beson­ders für die­je­ni­gen, die sich am Frei­tag nicht frei­neh­men konn­ten oder ihre ​„Wall­fahrts­taug­lich­keit“ erst ein­mal auf einem Teil der Pil­ger­stre­cke aus­tes­ten woll­ten, bestand die Mög­lich­keit, sich der Wall­fah­rer­grup­pe an ver­schie­de­nen Etap­pen­zie­len anzu­schlie­ßen, zuletzt am Sams­tag um 4.00 Uhr in der Frü­he vor dem Rei­scha­cher Hof. Von dort aus waren es noch fast 12 Kilo­me­ter bis zu Unse­rer Lie­ben Frau von Alt­öt­ting. Auf der Inn­brü­cke vor Neuöt­ting lagen der Pil­ger­zug aus Rie­den­burg und der aus Eichen­dorf-Wal­ler­fing noch in etwa gleich­auf. Dank der guten Abstim­mung zwi­schen den Pil­ger­füh­rern der bei­den Grup­pen, lie­ßen die Alt­mühl­ta­ler Wall­fah­rer ihren Kol­le­gen aus dem Vil­s­tal tra­di­ti­ons­ge­mäß den Vor­tritt. Bereits eine Vier­tel­stun­de vor dem ​„Engel des Herrn“, mit dem der Sams­tag vor Pfings­ten in der Gna­den­ka­pel­le sei­nen guten Anfang nahm, waren die ers­ten Ange­hö­ri­gen der Fuß­wall­fah­rer aus den Pfarr­ver­bän­den Eichen­dorf und Wal­ler­fing am Kapell­platz ein­ge­trof­fen, um ihre Lie­ben zum Abschluss der Pil­ger­rei­se pünkt­lich will­kom­men hei­ßen zu kön­nen. Gegen 6.30 Uhr mor­gens konn­te Pater David Kolod­zie­jc­zyk OSPPE dann beim Ein­zug die sage und schrei­be 107 Pil­ger als ers­te Grup­pe des Tages in Emp­fang neh­men. Dar­über hin­aus beglei­tet von der Alt­öt­tin­ger Musik­ka­pel­le, der Kreuz­trä­ge­rin der Pil­ger­be­treu­ung des Gna­den­or­tes und fei­er­li­chem Glo­cken­ge­läut zogen die Mari­en­ver­eh­rer erleich­tert, sicht­lich gerührt von der beson­de­ren Atmo­sphä­re und teil­wei­se Hand in Hand ein­mal um die Gna­den­ka­pel­le, deren Rund­gang mit über 2.000 Votiv­bil­dern behängt ist. Anschlie­ßend begrüß­te der Pfarr­vi­kar des Pau­li­ner­klos­ters St. Mag­da­le­na und vor­ma­li­ge Gartl­ber­ger Wall­fahrts­di­rek­tor die Wall­fah­rer, die Unse­rer Lie­ben Frau von Alt­öt­ting sowie dem Gna­den­bild dort dann ihre Auf­war­tung mach­ten und ein Gebet spre­chen konn­ten, ganz herz­lich und humor­voll, ehe Pater Jos­hy in Kon­ze­le­bra­ti­on mit Pfar­rer Chris­ti­an Hek­tor und Pater Nobi aus dem Pfarr­ver­band Rams­dorf-Wal­ler­fing, assis­tiert von Dia­kon Anton Flie­ger­bau­er, der Abschluss­mes­se im Kon­gre­ga­ti­ons­saal vorstand. 

Pater Joshy machte Pilgern Mut

Die Eichen­dor­fer Ober­mess­die­ner Anto­nia Brun­ner, Mag­da­le­na Brun­ner, The­re­sa Nach­rei­ner und Jakob Kirsch­ner sowie ihre Kol­le­gen Fran­zis­ka Schr­auf­nagl und Flo­ri­an Salz­ber­ger aus der Mut­ter­pfar­rei Dor­nach ver­sa­hen wäh­rend der Eucha­ris­tie­fei­er den Minis­tran­ten­dienst. Der Eichen­dor­fer Orga­nist und Kan­tor Lukas Salz­ber­ger über­nahm die fei­er­li­che musi­ka­li­sche Gestal­tung des Got­tes­diens­tes. Chris­ti­ne Rein­spach-Breit­schopf aus Hütt trug die Lesung aus dem Buch Jesa­ja vor, wonach die aber, die auf den HERRN hof­fen, neue Kraft emp­fan­gen, lau­fen und nicht müde wer­den und gehen und nicht matt wer­den. Die Für­bit­ten über­nahm Alo­is Breit­schopf, der Ehe­mann der Lek­to­rin und 2. Vor­sit­zen­de des Wall­fah­rer­ver­eins. Dazwi­schen ver­kün­de­te Dia­kon Anton Flie­ger­bau­er aus dem Pfarr­ver­band Rams­dorf-Wal­ler­fing das Evan­ge­li­um nach Lukas. Dort wird erzählt, wie zwei Jün­ger Jesu auf dem Weg zu einem Dorf namens Emma­us, das sech­zig Sta­di­en von Jeru­sa­lem ent­fernt war, unter­wegs sind und ihnen auf dem Weg der auf­er­stan­de­ne Jesus begeg­net. In sei­ner Pre­digt ging Pater Jos­hy auf die Fro­he Bot­schaft, die auch jeden Oster­mon­tag ver­kün­det wird, ein. Der Weg der Emma­us­jün­ger sei von Ent­täu­schung und Erschöp­fung geprägt gewe­sen. ​„Doch das Ent­schei­den­de pas­sier­te, wäh­rend sie gin­gen: Jesus stell­te sich zu ihnen. Sie blie­ben offen für ihn. So ging er ein­fach mit. Er nahm ihnen den Weg nicht ab. Auch die Stre­cke ver­kürz­te er nicht. Er erzähl­te ihnen über das, was gesche­hen war, und erklär­te ihnen auch des­sen Sinn! Er brach das Brot mit ihnen. Mit sei­nem Wort und mit dem Brot berühr­te Jesus ihre Her­zen. Da brann­te das Herz in ihnen!“, fuhr der Geist­li­che fort. Er zeig­te die Par­al­le­len zu dem Weg auf, den die Wall­fah­re­rin­nen und Wall­fah­rer mit ihren unter­schied­li­chen Wün­schen und Anlie­gen auf sich genom­men hat­ten. ​„Doch, wenn wir jetzt am Ende unse­rer Wall­fahrt die Hei­li­ge Mes­se fei­ern, noch ein­mal sein Wort hören und sein Brot emp­fan­gen, sol­len wir uns sel­ber fra­gen: Berührt er mein Herz? Brennt auch mein Herz in mir, weil ich mich von ihm berührt füh­le?“, wand­te sich der Pre­di­ger fra­gend an sei­ne Pil­ger­kol­le­gen. ​„Wenn Jesus uns berührt, dann wer­den wir in Bewe­gung blei­ben — hin zu den Mit­men­schen, ohne Vor­ur­tei­le und ohne Skep­sis — als Lie­ben­de, als Ver­ge­ben­de, als Barm­her­zi­ge und als Frie­dens­stif­ter! Lasst uns Jesus zum Weg­ge­fähr­ten unse­res Lebens­we­ges machen. Er lässt sich von uns als Brot bre­chen, damit wir nicht zer­bre­chen, son­dern immer wie­der neu auf­bre­chen kön­nen — als Men­schen die das Bren­nen im Her­zen mit­neh­men in unse­re Fami­li­en, an unse­re Arbeits­plät­ze, in jede Begeg­nung und auch in das Auf und Ab unse­res All­tags­le­bens!“, schloß Pater Jos­hy sei­ne mut­ma­chen­de Predigt.

Dank an alle Unterstützer

Nach der Spen­dung des Schluss­se­gens und dem gemein­sa­men Abschluss­ge­bet des Wall­fah­rer­ver­eins begrüß­te des­sen Vor­sit­zen­der und Pil­ger­füh­rer Sepp Win­nerl ins­be­son­de­re den lang­jäh­ri­gen 1. Vor­sit­zen­den Franz Bich­ler mit sei­ner Ehe­frau Rena­ta, den 1. Bür­ger­meis­ter der Markt­ge­mein­de Eichen­dorf mit sei­ner Ehe­frau Regi­na sowie Robert Bau­riedl, den 1. Bür­ger­meis­ter der Gemein­de Ober­pö­ring. Der Pil­ger­füh­rer Sepp Win­nerl sprach anschlie­ßend dem lit­ur­gi­schen Dienst, allen Kreuz­trä­gern (Andrea Gold­brun­ner, Bri­git­te Gru­ber, ), dem Stan­dar­ten-/Fah­nen­trä­ger Hans Schott, allen Laut­spre­cher­trä­gern (Andre­as Aust, Franz Schmer­beck und Tho­mas Wiendl), allen Vor­be­tern (Alo­is Breit­schopf, Pater Jos­hy, Dia­kon Anton Flie­ger­bau­er, San­dra Huber, Mari­na Fel­kel und Pater Nobi), ​„Anstim­mern“ bzw. Vor­sän­gern (Ste­fan Höt­zin­ger, San­dra Huber, Pater Jos­hy, Andrea Ristl-Fried­ber­ger und Eli­sa­beth Groet­schel) und Mit­be­tern und all jenen, die sich um die Ver­kehrs­si­che­rung (Tobi­as Schwarz­bau­er, Alfons Huber, Sebas­ti­an Loibl, Chris­ti­ne Schachtl, Sieb­au­er Edu­ard und Rita Weber) und die Pil­ger­be­gleit­fahr­zeu­ge (Rudi Grum, Man­fred Grum, Hans Grum und Wigg Haberl) küm­mer­ten, sowie Fran­zis­ka Ster­zer, die den Blu­men­schmuck am Pil­ger­kreuz in Inders­bach arran­giert hat­te, Rosi­na Wiendl und Regi­na Preu, die die Spen­den­samm­lung an der Inn­brü­cke, die zur Finan­zie­rung der Wall­fahrt dient, durch­führt haben, Rita Weber für den Ver­kauf der Lie­der­bü­cher und Pla­ket­ten, Pil­ger­arzt Wolf­gang Hier­geist, des­sen Ehe­frau Dr. Zden­ka Hier­geist und Arzt­hel­fe­rin Bet­ti­na Scheu­er für die her­vor­ra­gen­de ärzt­li­che Betreu­ung, den mit­pil­gern­den Foto­gra­fen Sebas­ti­an Albert, Bir­git Fried­ber­ger, Wigg Haberl, Bri­git­te Gru­ber, Hans Grum, Rudi Grum und Pater Nobi) sowie der gan­zen Pil­ger­grup­pe für die vor­bild­li­che Dis­zi­plin wäh­rend der Wall­fahrt gro­ßes Lob und sei­nen herz­li­chen Dank aus. Ein extra ​„Vergelt’s Gott!“ sprach Sepp Win­nerl den Fir­men Will-Kreil­ler aus Buch­ho­fen und Elek­tro Haberl aus Kirch­dorf für die kos­ten­lo­se Bereit­stel­lung der Fahr­zeu­ge aus. Ein Teil der Pil­ger mach­te sich dann auf den Weg zum Bus­park­platz in der Gries­stra­ße, wo ein Rei­se­bus der Fir­ma Rei­chene­der aus Wal­lers­dorf zur Rück­fahrt bereit­stand. Eini­ge blie­ben aber noch am Gna­den­ort, um den gut 3.000 Wall­fah­rern, die vor eini­gen Tagen in der Ober­pfäl­zer Bezirks­haupt­stadt zur Fuß­wall­fahrt nach Alt­öt­ting gestar­tet waren und im Ver­lauf der 111 Kilo­me­ter lan­gen Stre­cke auf rund 5.600 Pil­ge­rin­nen und Pil­ger ange­wach­sen waren, gemein­sam mit dem Regens­bur­ger Bischof Dr. Rudolf Voder­hol­zer, Prä­lat Dr. Klaus Metzl und der Alt­öt­tin­ger Gna­den­mut­ter, die der Wall­fahrts­rek­tor in sei­nen Hän­den hielt, einen herz­li­chen Emp­fang zu berei­ten. Die Vor­freu­de der Teil­neh­mer auch im kom­men­den Jahr wie­der mit ihren per­sön­li­chen Anlie­gen oder zum Dank für eine Gebets­er­hö­rung zur Got­tes­mut­ter nach Alt­öt­ting zu gehen, war in jedem Fall spürbar. 

Safe the date!

Pil­ger­füh­rer Josef Win­nerl bat alle, sich bereits heu­er Sonn­tag, 02.05.2027, im Kalen­der rot ein­zu­tra­gen. Da fei­ert der Wall­fah­rer­ver­ein näm­lich ​„70 Jah­re Wall­fahrt“, und zwar mit fol­gen­dem Programm:

  • 10.00 Uhr Got­tes­dienst in Eichen­dorf mit Pater Joshy
  • 11.30 Uhr Mit­glie­der­ver­samm­lung mit Ehrun­gen im Gast­haus Tannenzapfen
  • 12.15 Uhr gemein­sa­mes Mittagessen
  • 13.15 Uhr Rück­blick mit Fotos, Fil­men und einer Power-Point-Präsentation

Jeder Pil­ger bekommt bei der Fuß­wall­fahrt am Sams­tag, 15.05.2027 ein Erin­ne­rungs­ge­schenk. Wer schon vor­her sei­ne Pil­ger­schu­he wie­der schnü­ren und den Pil­ger­stab in die Hand neh­men möch­te, hat dazu spä­tes­tens am Sams­tag, 12.09.2026, bei der Tages­wall­fahrt zu Unse­rer Lie­ben Frau vom Bogen­berg wie­der die Gele­gen­heit. Gestar­tet wird dann von Maria Bürg aus, das bei Ett­ling im Pfarr­ver­band Wal­ler­fing-Rams­dorf gele­gen ist. 

Wer Mit­glied beim Wall­fah­rer­ver­ein Eichen­dorf-Wal­ler­fing wer­den will, darf sich ger­ne an den Ver­eins­vor­sit­zen­den Sepp Win­nerl (Fest­netz­te­le­fon: 09931/4496; Mobil­funk: 0160/91213548; E‑Mail-Adres­se: josefwinnerl[at]gmx.de) und sei­nen Stell­ver­tre­ter Alo­is Breit­schopf aus Hütt wenden.

Bericht und Fotos: Ulrich Altmann

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