Als eines von zwölf Kindern, geboren am 28.10.1935, wuchs sie in Beratzhausen auf dem elterlichen Bauernhof auf und nach dem Eintritt ins Kloster Mallersdorf machte sie die Ausbildung zur Erzieherin und schloss diese 1955 mit der staatlichen Prüfung ab. Eine Besonderheit in ihrem Leben war, als sie am 01.10.964 die Profess auf Lebenszeit ablegte, dass an diesem Tag auch ihre jüngere Schwester Renate in den gleichen Orden, nämlich dem der Mallersdorfer Schwestern, eintrat. Zu ihrem größten Leidwesen und Kummer verstarb Renate vor zwei Jahren. Nach ihrer Profess auf Lebenszeit war Albero nun nicht mehr die bürgerliche Franziska Meier (nahe verwandt mit der früheren Oberbürgermeisterin von Regensburg, Christa Meier), sondern wurde mit ihrem Ordensnamen Maria Albero gerufen. Nach beruflichen Umwegen im Kindergartenbereich München, Berchtesgaden, Neufahrn/Ndb. und Zweibrücken/Pfalz wurde sie 1968 in Eichendorf Leiterin des kirchlichen Kindergartens und führte diesen so lange, bis auch die Mallersdorfer Schwestern 1992 aus dem damaligen Krankenhaus und späteren Altenheim St. Martin abgezogen wurden.
„Man muss nicht viel besitzen, um viel geben zu können!“
Am Samstag, 07.02.2026, kam neben ihrer großen Regensburger Verwandtschaft auch eine Abordnung des Pfarrverbandes Eichendorf mit Altbürgermeister Max Wagner nach Mallersdorf, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Sie baten den Altbürgermeister, der in seiner 30-jährigen Amtszeit (1972 — 2002) mit Sr. Albero zusammengearbeitet hatte, um einen gebührenden Nachruf für Sr. Albero. Und hier ein paar Auszüge seiner Worte im Gottesdienst, den der ehemalige Abt von Meschede, Aloysius Althaus, mit zwei Konzelebranten in der Klosterkirche Mallersdorf gefeiert hat. „Man muss nicht viel besitzen, um viel geben zu können! Die Geste, das Tun und das Handeln, das von Herzen kommt, das macht‘s aus!“ Und genau dies war in all der Arbeit unserer Kindergartenschwester Albero zu spüren! Wenn heute oft das Wort Nachhaltigkeit ausgesprochen wird, dann war diese Nachhaltigkeit für Albero nicht nur ein Reden, sondern sie handelte beispielsweise nachhaltig, indem sie sofort nach ihrem Arbeitsbeginn in Eichendorf Plätze für ein Vor- und Berufspraktikum einrichtete und damit die Ausbildung von Erzieherinnen ermöglichte. Erzieherinnen, die heute überall gesucht werden! Wenn ihre Arbeit im Kindergarten (im ehemaligen Marienheim) zu Ende war, war ihr Arbeitstag noch lange nicht zu Ende! Sie ging abends und am Wochenende ihren Mitschwestern im ehemaligen Krankenhaus/Altenheim zur Hand und half, wenn es nottat, auch in der Pflege. Aktiv gestaltete sie als Pfarrgemeinderätin das kirchliche Leben und brachte ihr Handeln und Tun beim Umbau- und Erweiterungsbau des Kindergartens ein. Als Schwester Ebermutha die Ehrenbürgerwürde bekommen hat (sie war die einzige in der 30-jähren Amtszeit Wagners), war dies so zu verstehen, dass dies auch eine Auszeichnung stellvertretend für ihre Eichendorfer Mitschwestern (Kunitrude, Galdina, Hortensis und Albero) war, sowie für alle Schwestern im Mutterhaus Mallersdorf, die das Helfen und Beistehen in ihren Herzen tragen. Besonderer Dank gilt aber dem Chor der Schwestern bei der Beerdigung, die auf Wunsch von Schwester Albero den Psalm 95 sangen, der aufruft zum Loben und Danken: „Kommt lasst uns jubeln vor dem Herrn und zujauchzen dem Fels unsres Heils!” Schwester Albero rief auch in Eichendorf einen Chor ins Leben und begleitete die Lieder mit ihrer Gitarre.
„Meine allerliebste Kindergärtnerin!“
Schwester Albero war aber auch nicht nur eine Marienverehrerin und gottesfürchtig, sondern lebensfroh und lustig: Dazu eine nette Anekdote: „Als junger Bürgermeister (Max Wagner, damals 30 Jahre alt) wurde ich 1972 im Eichendorfer Krankenhaus um Mitternacht am Blinddarm von Dr. Burgkart operiert. Bereits am nächsten Abend und den folgenden Tagen wurde die Pforte am Krankenhaus schon gegen 18.00 Uhr zugesperrt: Warum? Warum?: Die Schwestern zusammen mit Albero wollten ohne Störung mit mir im Krankenzimmer einen zünftigen Schafkopf spielen, wie so oft in gesunden Tagen im separaten Refektorium (einem Zimmer, in das nur die Schwestern gehen durften)!” Zum Abschluss seiner Rede sagte der Altbürgermeister aber ein großes “Vergelt‘s Gott!” an Alt-Abt Aloysius Althaus für die wunderschöne Gestaltung des Gottesdienstes und den Mitschwestern von Albero, die sie in letzten Stunden ihres Sterbens nicht allein ließen. Den Schluss des Nachrufs bildeten aber die Worte eines ehemaligen Kindergartenkindes, welches mit all den anderen Kindern die liebevolle, christliche Erziehung Alberos genießen durfte, als sie vom Tode Alberos erfuhr. Und diese Worte sagen alles über das Wirken von Schwester Albero aus: „Meine allerliebste Kindergärtnerin!“
Alt-Abt Aloysius und seine beiden Mitkonzelebranten bedankten sich vor dem Abschluss-Segen für die Worte – auch im Namen des Klosters. Und nach dem Erzählen der Anekdote war ein Lächeln und Schmunzeln aller Schwestern in der Klosterkirche zu sehen. Bei der dem Gottesdienst nachfolgenden Verköstigung im Kloster-Speiseraum sagten auch die Regensburger Verwandten ein Danke den Mitgliedern der Eichendorfer Kirchenverwaltung und den Pfarrgemeinderäten, und freuten sich, dass Albero in der Marktgemeinde solche positive Eindrücke und Spuren hinterlassen hat und nicht vergessen worden ist.
Bericht: Verena Hendlmeier
Fotos: Hildegard Hagenburger, Max Wagner, Kloster Mallersdorf

