Kirche vor Ort

Abschied von Schwester Albero

Pfarrverband Eichendorf am 15.02.2026

Am Samstag, 07.02.2026, wurde die ehemalige Leiterin des Eichendorfer Kindergartens (von 1968 – 1992), Schwester Albero, beerdigt.

Als eines von zwölf Kin­dern, gebo­ren am 28.10.1935, wuchs sie in Beratz­hau­sen auf dem elter­li­chen Bau­ern­hof auf und nach dem Ein­tritt ins Klos­ter Mal­lers­dorf mach­te sie die Aus­bil­dung zur Erzie­he­rin und schloss die­se 1955 mit der staat­li­chen Prü­fung ab. Eine Beson­der­heit in ihrem Leben war, als sie am 01.10.964 die Pro­fess auf Lebens­zeit ableg­te, dass an die­sem Tag auch ihre jün­ge­re Schwes­ter Rena­te in den glei­chen Orden, näm­lich dem der Mal­lers­dor­fer Schwes­tern, ein­trat. Zu ihrem größ­ten Leid­we­sen und Kum­mer ver­starb Rena­te vor zwei Jah­ren. Nach ihrer Pro­fess auf Lebens­zeit war Albe­ro nun nicht mehr die bür­ger­li­che Fran­zis­ka Mei­er (nahe ver­wandt mit der frü­he­ren Ober­bür­ger­meis­te­rin von Regens­burg, Chris­ta Mei­er), son­dern wur­de mit ihrem Ordens­na­men Maria Albe­ro geru­fen. Nach beruf­li­chen Umwe­gen im Kin­der­gar­ten­be­reich Mün­chen, Berch­tes­ga­den, Neufahrn/​Ndb. und Zweibrücken/​Pfalz wur­de sie 1968 in Eichen­dorf Lei­te­rin des kirch­li­chen Kin­der­gar­tens und führ­te die­sen so lan­ge, bis auch die Mal­lers­dor­fer Schwes­tern 1992 aus dem dama­li­gen Kran­ken­haus und spä­te­ren Alten­heim St. Mar­tin abge­zo­gen wurden. 

„Man muss nicht viel besitzen, um viel geben zu können!“

Am Sams­tag, 07.02.2026, kam neben ihrer gro­ßen Regens­bur­ger Ver­wandt­schaft auch eine Abord­nung des Pfarr­ver­ban­des Eichen­dorf mit Alt­bür­ger­meis­ter Max Wag­ner nach Mal­lers­dorf, um ihr die letz­te Ehre zu erwei­sen. Sie baten den Alt­bür­ger­meis­ter, der in sei­ner 30-jäh­ri­gen Amts­zeit (1972 — 2002) mit Sr. Albe­ro zusam­men­ge­ar­bei­tet hat­te, um einen gebüh­ren­den Nach­ruf für Sr. Albe­ro. Und hier ein paar Aus­zü­ge sei­ner Wor­te im Got­tes­dienst, den der ehe­ma­li­ge Abt von Mesche­de, Aloy­si­us Alt­haus, mit zwei Kon­ze­le­bran­ten in der Klos­ter­kir­che Mal­lers­dorf gefei­ert hat. ​„Man muss nicht viel besit­zen, um viel geben zu kön­nen! Die Ges­te, das Tun und das Han­deln, das von Her­zen kommt, das macht‘s aus!“ Und genau dies war in all der Arbeit unse­rer Kin­der­gar­ten­schwes­ter Albe­ro zu spü­ren! Wenn heu­te oft das Wort Nach­hal­tig­keit aus­ge­spro­chen wird, dann war die­se Nach­hal­tig­keit für Albe­ro nicht nur ein Reden, son­dern sie han­del­te bei­spiels­wei­se nach­hal­tig, indem sie sofort nach ihrem Arbeits­be­ginn in Eichen­dorf Plät­ze für ein Vor- und Berufs­prak­ti­kum ein­rich­te­te und damit die Aus­bil­dung von Erzie­he­rin­nen ermög­lich­te. Erzie­he­rin­nen, die heu­te über­all gesucht wer­den! Wenn ihre Arbeit im Kin­der­gar­ten (im ehe­ma­li­gen Mari­en­heim) zu Ende war, war ihr Arbeits­tag noch lan­ge nicht zu Ende! Sie ging abends und am Wochen­en­de ihren Mit­schwes­tern im ehe­ma­li­gen Krankenhaus/​Altenheim zur Hand und half, wenn es not­tat, auch in der Pfle­ge. Aktiv gestal­te­te sie als Pfarr­ge­mein­de­rä­tin das kirch­li­che Leben und brach­te ihr Han­deln und Tun beim Umbau- und Erwei­te­rungs­bau des Kin­der­gar­tens ein. Als Schwes­ter Eber­mu­tha die Ehren­bür­ger­wür­de bekom­men hat (sie war die ein­zi­ge in der 30-jäh­ren Amts­zeit Wag­ners), war dies so zu ver­ste­hen, dass dies auch eine Aus­zeich­nung stell­ver­tre­tend für ihre Eichen­dor­fer Mit­schwes­tern (Kuni­tru­de, Gal­di­na, Hor­ten­sis und Albe­ro) war, sowie für alle Schwes­tern im Mut­ter­haus Mal­lers­dorf, die das Hel­fen und Bei­ste­hen in ihren Her­zen tra­gen. Beson­de­rer Dank gilt aber dem Chor der Schwes­tern bei der Beer­di­gung, die auf Wunsch von Schwes­ter Albe­ro den Psalm 95 san­gen, der auf­ruft zum Loben und Dan­ken: ​„Kommt lasst uns jubeln vor dem Herrn und zujauch­zen dem Fels uns­res Heils!” Schwes­ter Albe­ro rief auch in Eichen­dorf einen Chor ins Leben und beglei­te­te die Lie­der mit ihrer Gitarre. 

„Meine allerliebste Kindergärtnerin!“

Schwes­ter Albe­ro war aber auch nicht nur eine Mari­en­ver­eh­re­rin und got­tes­fürch­tig, son­dern lebens­froh und lus­tig: Dazu eine net­te Anek­do­te: ​„Als jun­ger Bür­ger­meis­ter (Max Wag­ner, damals 30 Jah­re alt) wur­de ich 1972 im Eichen­dor­fer Kran­ken­haus um Mit­ter­nacht am Blind­darm von Dr. Burg­kart ope­riert. Bereits am nächs­ten Abend und den fol­gen­den Tagen wur­de die Pfor­te am Kran­ken­haus schon gegen 18.00 Uhr zuge­sperrt: War­um? War­um?: Die Schwes­tern zusam­men mit Albe­ro woll­ten ohne Stö­rung mit mir im Kran­ken­zim­mer einen zünf­ti­gen Schaf­kopf spie­len, wie so oft in gesun­den Tagen im sepa­ra­ten Refek­to­ri­um (einem Zim­mer, in das nur die Schwes­tern gehen durf­ten)!” Zum Abschluss sei­ner Rede sag­te der Alt­bür­ger­meis­ter aber ein gro­ßes ​“Vergelt‘s Gott!” an Alt-Abt Aloy­si­us Alt­haus für die wun­der­schö­ne Gestal­tung des Got­tes­diens­tes und den Mit­schwes­tern von Albe­ro, die sie in letz­ten Stun­den ihres Ster­bens nicht allein lie­ßen. Den Schluss des Nach­rufs bil­de­ten aber die Wor­te eines ehe­ma­li­gen Kin­der­gar­ten­kin­des, wel­ches mit all den ande­ren Kin­dern die lie­be­vol­le, christ­li­che Erzie­hung Albe­ros genie­ßen durf­te, als sie vom Tode Albe­ros erfuhr. Und die­se Wor­te sagen alles über das Wir­ken von Schwes­ter Albe­ro aus: ​„Mei­ne aller­liebs­te Kindergärtnerin!“

Alt-Abt Aloy­si­us und sei­ne bei­den Mit­kon­ze­le­bran­ten bedank­ten sich vor dem Abschluss-Segen für die Wor­te – auch im Namen des Klos­ters. Und nach dem Erzäh­len der Anek­do­te war ein Lächeln und Schmun­zeln aller Schwes­tern in der Klos­ter­kir­che zu sehen. Bei der dem Got­tes­dienst nach­fol­gen­den Ver­kös­ti­gung im Klos­ter-Spei­se­raum sag­ten auch die Regens­bur­ger Ver­wand­ten ein Dan­ke den Mit­glie­dern der Eichen­dor­fer Kir­chen­ver­wal­tung und den Pfarr­ge­mein­de­rä­ten, und freu­ten sich, dass Albe­ro in der Markt­ge­mein­de sol­che posi­ti­ve Ein­drü­cke und Spu­ren hin­ter­las­sen hat und nicht ver­ges­sen wor­den ist.

Bericht: Vere­na Hendl­mei­er
Fotos: Hil­de­gard Hagen­bur­ger, Max Wag­ner, Klos­ter Mallersdorf

Hier können Sie auch den Nachruf des Mutterhauses in Mallersdorf zum Tod von Schwester Albero lesen:

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